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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Neuer Riese beginnt zu wachsen

05.04.2016

Steinkimmen Erwartungsvolle Spannung lag in der Luft, als NDR-Mitarbeiter und Journalisten am Montag um 11 Uhr auf der Baustelle des neuen Antennenträgers in den Himmeln schauten. Doch dort passierte – erstmal – nichts. „Ein Software-Problem“, bat Richtmeister Sven Victor von Turmbau Steffens & Nölle um Geduld. Beim 400-Tonnen-Kran funktioniere der zusätzliche Ausleger nicht. „Das ist ein rollender Computer.“ Zweieinhalb Stunden später war der Kraftakt geschafft: Der Kran-Koloss hatte den ersten, 30 Meter langen Teil des neuen NDR-Antennenträgers an seinen neuen Standort bugsiert.

Kaum war das erste Segment errichtet, begannen in luftiger Höhe „Innenarbeiten“.

Sechs-Meter-Stummel erinnert an den alten Riesen von Kimmen

Der Rückbau des alten Rohrmastes wird nach Einschätzung von Horst-Dieter Meyer frühestens Ende 2017 beginnen. Ein etwa sechs bis neun Meter hohes Stück des Mastes, die dortige Treppe und auch das Aufzugs-Maschinenhäuschen sollen bleiben – quasi als Erinnerung an das bei seiner Inbetriebnahme im Jahr 1956 mit 305 Metern höchste Bauwerk in Deutschland. Allerdings wird das Gelände auch künftig nicht frei zugänglich sein.

Ein Tag der offenen Tür zur Vorstellung des neuen Sendemastes wird laut Horst-Dieter Meyer erst nach Abschluss der Bauarbeiten möglich sein, also frühestens im Jahr 2018.

Wie sein Vorgänger hat auch der neue Mast einen rot-weißen Farbanstrich. Bei Einbruch der Dunkelheit wird das Bauwerk mit einer roten Flughindernisbefeuerung gekennzeichnet – so, wie viele Menschen es vom alten Mast her gewohnt seien.

„4,50 Meter breit, 4,50 Meter lang, zwei Meter tief“, beschrieb Torsten Greetfeld das Fundament des neuen Riesen. Dahin, wo der Mastfuß aufgesetzt werden sollte, hatte der NDR-Projektleiter vorab ein 5-Cent-Stück gelegt. Davon werde „nicht viel übrig bleiben“. Denn der neue, im Endausbau 285 Meter hohe Gittermast bringe etwa 180 Tonnen auf die Waage.

„In der Größe gibt es in Deutschland aktuell nichts Vergleichbares“, sagte Greetfeld. Seit fünf Jahren arbeitet der Diplom-Ingenieur, unterstützt durch weitere Fachleute, an dem 5,6-Millionen-Projekt. „Jetzt kommt der Punkt, wo ich nicht mehr viel tun kann.“

3000 Stahlbauelemente würden in dem Mast verbaut, verbunden durch 20 000 Schrauben, listete Greetfeld auf. Zwölf Abspannseile (Pardunen) sollen helfen, den Riesen in der Vertikale zu halten. Und die „Lebenserwartung“? „Bei guter Pflege“, die bei der Gitterkonstruktion deutlich leichter zu bewerkstelligen sei als beim bisherigen Rohrmast, lägen durchaus 60 bis 80 Jahre drin.

Und so geht es weiter auf der Baustelle: Nach dem ersten 30-Meter-Segment sollen in den nächsten Tagen weitere Mast-Teilstücke aufmontiert werden – allerdings nur bis zu 80 Metern Höhe, mehr sei mit dem Kran nicht zu machen. Danach wird ein Stockbaum seitlich montiert, mit seiner Hilfe soll der Mast „Schuss um Schuss“ weiter wachsen.

„Kompliziert wird das Ganze, wenn wir auf die Höhen der Abspannseile kommen“, erklärte Greetfeld. Denn die Seile des alten Rohrmastes mit ihren Anschlagpunkten in 63, 130, 197 und 263 Metern Höhe müssten bleiben. Teils würden für den neuen Mast vorübergehend Hilfsabspannungen angebracht.

Nach dem jetzigen Planungsstand werde der neue Mast bis Ende Juli 2016 stehen, sagte Horst-Dieter Meyer, Leiter der Abteilung Sendertechnik beim NDR. Dann könnten die Antennen oder zum Beispiel die Flughindernis-Befeuerung angebracht werden.

Das Richtfest sei für Anfang August angedacht – und könnte in die Nähe eines für Steinkimmen „historischen“ Datums fallen: Am 6. August 1956, also vor 60 Jahren, war der alte, 305 Meter hohe Mast als Fernsehsender in Betrieb genommen worden.

Ab Anfang 2017 soll der neue Mast schrittweise in Betrieb gehen. Ende 2017 sollen alle Dienste umgezogen sein.


Mehr Bilder unter   www.nwzonline.de/fotos-landkreis 
NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwzonline.de/videos/oldenburg-land 
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Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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