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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Schadstoffe: Nitrat bereitet Hobbygärtner Sorgen

01.06.2012

MEIERHAFE Manfred Warrelmann lebt in einer kleinen Oase: Rund um sein weitläufiges Grundstück in Meierhafe liegen alte Bäume, Wiesen und Felder. In seinem Garten, gleich neben dem Hühnergehege, baut der 68-Jährige Erbsen, Kohlrabi, Möhren und noch vieles mehr für den Eigenbedarf an. Bewässert wird alles mit Brunnenwasser – und das macht Warrelmann nach einer Laboruntersuchung Sorgen: 75,8 Milligramm Nitrat pro Liter hat der Verein VSR Gewässerschutz, der in seinem Labormobil Bürgern die Analyse mitgebrachter Wasserproben anbietet, festgestellt. Der Grenzwert für Trinkwasser liegt bei 50 Milligramm.

Verwundert über das Ergebnis ist Warrelmann vor allem deshalb, weil er vor langer Zeit rund sechs Hektar Ackerland rund um sein Grundstück gekauft und an einen Landwirt mit der Auflage verpachtet hat, dort keine Gülle auszubringen. „Ich wollte zum einen die Geruchsbelästigung los sein und zum anderen auch etwas für die Verbesserung des Grundwassers tun“, erklärt Warrelmann seinen Schritt.

Bis vor etwa 15 Jahren diente das Brunnenwasser in Meierhafe noch der Hauswasserversorgung. Der Anschluss ans öffentliche Wassernetz sei freiwillig erfolgt, nachdem eine Analyse des Brunnenwassers schon damals eine Schadstoffbelastung ergeben hatte, so Warrelmann.

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Das Ergebnis der jüngsten Laboruntersuchung betrachtet Jürgen Ohlhoff, Leiter des Kreisgesundheitsamtes, mit einiger Skepsis. Schließlich sei nicht bekannt, unter welchen Bedingungen die Probe gezogen wurde. Würde bei der amtlichen Überprüfung eines Trinkwasserbrunnens eine derartige Überschreitung des Grenzwerts festgestellt, wäre das anzeigepflichtig, so Ohlhoff. In diesem Fall würde der Brunnen in die Liste jener rund 800 Brunnenanlagen aufgenommen, die mindestens alle zwei Jahre vom Gesundheitsamt beprobt werden. Sofern möglich, empfehle er eine Umstellung der Hauswasserversorgung aufs öffentliche Netz, sagt Ohlhoff.

Der Gesundheitsamtsleiter rät Manfred Warrelmann zu einer weiteren Prüfung seines Wassers – in einem akkreditierten Labor, wie Ohlhoff betont. Das Gesundheitsamt entsende auf Nachfrage zertifizierte Mitarbeiter zur Probenahme. Sollte sich dort das Ergebnis bestätigen, würde er davon abraten, das Brunnenwasser zu trinken. Zur Bewässerung von Gemüse sei es jedoch durchaus geeignet.

Warrelmann macht für die hohen Nitratwerte Intensivtierhalter verantwortlich. Er habe den Verdacht, dass so manch ein Landwirt mehr Gülle ausbringe, als die Kulturen auf seinen Feldern an Stickstoff verwerten können, sagt der Dachdeckermeister.

Dieser Ansicht widerspricht Ortslandvolk-Vorsitzender Cord Wübbenhorst. Über die Düngeverordnung würden die Nährstoffströme zwischen den Betrieben geregelt. Das heißt: Wer mehr Gülle produziert, als er laut Vorschrift verwerten darf, gibt sie über Nährstoffvermittler an andere Landwirte ab. „Der enthaltene Stickstoff ist unser Hauptkostenpunkt“, so Wübbenhorst.

Die Gemeinde Ganderkesee wird vom OOWV überwiegend mit Trinkwasser aus dem Wasserwerk Großenkneten beliefert. Trotz hoher Nitrateinträge ins oberflächennahe Grundwasser wird laut Wasserverband ein Rohmischwasser mit einem mittleren Nitratgehalt von sechs Milligramm pro Liter, also deutlich unterhalb des Grenzwerts, gefördert.

58 Förderbrunnen ziehen Wasser aus 28 bis 100 Meter Tiefe. Die Aufbereitungsschritte bestehen vor allem in einer Belüftung zur Entgasung und einer Filtration. Entzogen werden Eisen und Mangan, der pH-Wert wird angehoben. Ein natürliches Schutzpotenzial gegenüber Stickstoffeinträgen fehle aufgrund der Verbreitung sandiger Schichten, so der OOWV. Für die dennoch hohe Qualität des geförderten Wassers sei insbesondere der natürliche Nitratabbau im Untergrund verantwortlich.

Karoline Schulz Redakteurin / Redaktion Ganderkesee
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