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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Nur Taxi nimmt Behinderte mit

13.01.2015

Landkreis Vorsichtig rollt der E-Scooter auf die Rampe. Andreas Scherner fixiert ihn vorne und hinten mit Gurten, zuletzt wird der Fahrer angeschnallt. Das Taxi ist startklar. „Wir transportieren Elektromobile mit bis zu 80 Zentimetern Breite und 1,30 Metern Tiefe“, sagt Scherner.

Für viele Behinderte mit Elektromobilen ist das der einzige Weg, längere Strecken zurückzulegen. Denn: Seit Jahresbeginn dürfen sie nicht mehr in Bussen mitfahren (NWZ  berichtete). Lediglich in Zügen der Nordwest-Bahn und der Deutschen Bahn werden die E-Scooter sonst noch transportiert. Aber wer von Wildeshausen nach Großenkneten möchte oder von Dötlingen nach Hude, dem bleiben nur noch die Taxen. „Für Rollstuhlfahrer gilt der Großraumtaxitarif pro Kilometer“, sagt Nicole Dahnken vom Taxiservice Scherner aus Dötlingen.

Sieben Taxen stehen Scherner für den E-Mobile-Transport zur Verfügung. In Zukunft plant der Geschäftsführer die Anschaffung weiterer Wagen in Sprinter-Größe, um auch breitere E-Scooter mitnehmen zu können.

Warum der Transport klappt? „Wir haben ein Dreigurtsystem, das nicht nur die Rollstühle oder Elektromobile sichert, sondern auch den Fahrer. Daher besteht keine Gefahr, dass die Fahrzeuge umkippen oder wegrutschen“, erklärt Scherner. Zurzeit bietet er Fahrten in Wildeshausen und Umgebung an sowie in Einzelfällen auch von außerhalb – etwa von oder nach Delmenhorst.

Allerdings hat nicht jedes Taxiunternehmen die passenden Fahrzeuge. Auf Nachfrage der NWZ  teilte Taxi Bothe in Wildeshausen mit, dass der Transport normaler Rollstühle zwar möglich sei, jedoch nicht die Mitnahme von E-Scootern. Auch bei „Taxen Wildeshausen Sung-Won Pak“ habe man zurzeit keine Transportmöglichkeit für E-Mobile.

Draußen bleiben müssen E-Scooter-Fahrer auch beim Bürgerbus. „Wir halten uns an die Vorgaben des Verkehrsverbundes Bremen/Niedersachsen (VBN)“, erklärt die 1. Vorsitzende Renate Hocke . Seit August 2011 gibt es den Bürgerbus Wildeshausen, doch „seitdem hatten wir noch keinen Fahrgast mit E-Scooter“, sagt Hocke. Ein Niederflurbus ist im Einsatz, Platz bietet er für einen Rollstuhl, entsprechende Sicherheitsgurte sind vorhanden.

„Wir nehmen regelmäßig Kunden mit (Elektro-)Rollstühlen mit“, sagt Hocke. Bei den Scootern sei das Problem „die mangelnde Norm. Es gibt sehr viele Ausführungen, daher ist es mit der Sicherung schwierig“.

Einem Beschwerdeschreiben des Vorsitzenden des Kreisbehindertenrates, Hans Sperveslage, entgegnete der VBN wie folgt: „Es werden auch nicht die betroffenen Menschen ausgeschlossen, sondern Hilfsmittel, die nach den geltenden Gesetzen und Verordnungen nicht sicher befördert werden können, dadurch die Verkehrssicherheit und damit den Nutzer und andere Fahrgäste gefährden.“ Und: „Das Land Nordrhein-Westfalen beabsichtigt, ein weiteres Gutachten zu vergeben, das die Möglichkeit einer sicheren Beförderung von E-Scootern im Öffentlichen Personennahverkehr untersuchen soll.“ Übrigens: Unfälle mit E-Scootern in Bussen gab es in Niedersachsen noch nicht.


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/oldenburg-land 
Sabrina Wendt
Redakteurin
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2042