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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Insektensterben bedroht auch Menschen

12.03.2018

Oldenburg /Gemeinde Hatten Das Artensterben nimmt in Deutschland dramatische Züge an. In den vergangenen 30 Jahren sei die Zahl der Insekten um 80 Prozent zurückgegangen, bei den Vogelarten verhalte es sich ähnlich, warnt Professor Dr. Peter Berthold. Die in Hatten sitzende Umweltstiftung Weser-Ems hatte Berthold, einen der renommiertesten Vogelforscher Deutschlands, für einen Vortrag nach Oldenburg eingeladen. Über 200 Zuschauer folgten im Landesmuseum den lehrreichen und unterhaltsamen Ausführungen des engagierten Naturschützers und langjährigen Leiters der Vogelwarte Radolfzell.

„Wenn wir nicht aufpassen, verlieren wir bald Arten wie die Kohlmeise, Sperling und den Star, weil die Tiere in der monotonen Landschaft einfach keine Nahrung mehr finden“, mahnt Berthold. „Und wer denkt, dass der Mensch ungeschoren davonkommt, irrt gewaltig.“ Beispiele von Missernten und ausbleibende Obsttrachten als Folge der Artenverarmung stützen seine Aussagen.

Im zweiten Teil seines Vortrages präsentierte der Experte praktische Naturschutzprojekte, die er mit der Heinz-Sielmann-Stiftung am Bodensee initiiert hat. Durch den Biotopverbund Bodensee mit der Anlage von Weihern, Streuobstwiesen, Extensivgrünland und Gewässerrenaturierungen konnte die Zahl der Vögel und Insekten wieder deutlich erhöht werden. „Ich habe die Hoffnung nicht verloren, dass wir noch gegensteuern können – wir müssen nur anfangen.“ Ein weiteres großes Potenzial sieht der bekennende Hobbylandwirt in den Gartenflächen. „Wenn alle Hausgärten ökologisch sinnvoll genutzt werden, haben wir in etwa die gleiche Fläche die jetzt die Naturschutzgebiete einnehmen. Und für den Artenschutz wäre viel erreicht.“

Schutz der Natur und Umwelt

Die Umweltstiftung Weser-Ems hat seit ihrer Gründung durch das Ehepaar Brunken im Jahr 1989 zahlreiche Projekte zum Schutz von Natur und Umwelt in der Region gefördert. Umweltbildung, Nachhaltigkeit, Arten- und Biotopschutz sind ihre Themengebiete aus Verantwortung für kommende Generationen. Mit verschiedenen Projektpartnern wie Nabu, BUND, Umweltzentren, Schulen, Vereinen, Gemeinden, aber auch Einzelpersonen werden die Vorhaben realisiert.

Prof. Dr. Peter Berthold ist Ornithologe und ehemaliger Direktor des Max-Planck-Instituts für Ornithologie - Vogelwarte Radolfzell, außerdem Mitglied des Stiftungsrates der Heinz-Sielmann-Stiftung.

Die Umweltstiftung Weser-Ems hat Bertholds Initiative „Jeder Gemeinde ihr Biotop“ aufgegriffen und unterstützt die Gemeinden Hatten und Sande beim Start eines Biotopverbundes. Die Gemeinde Hatten, das bestätigten Bürgermeister Christian Pundt und der Geschäftsführer der Umweltstiftung Ewald Tewes, plant im Umfeld der Hunte Renaturierungsmaßnahmen, die auch Insekten und Vögeln bessere Lebensbedingungen bieten.

Die Gemeinde Sande (Friesland) hat sich zum Ziel gesetzt, die privaten Gärten und öffentlichen Grünflächen artenreicher zu gestalten und sich als Bienengemeinde zu entwickeln. „Wir würden uns freuen, wenn sich weitere Gemeinden der Initiative anschließen und einen Beitrag zur Sicherung unserer Lebensgrundlage leisten“, betont Tewes.

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