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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Osterlämmer toben glücklich draußen

26.03.2016

Hude Lautes Geblöke dringt von der Schafweide herüber, kaum das Greta von Witzleben ihr grünes Tor neben der Wetterstation geöffnet hat. Ihre Schafe wissen ganz genau, wer hier gerade im Anmarsch ist.

Und was der rote Eimer bedeutet, den
Greta von Witzleben bei sich trägt – Futter. Über einen Hügelkamm stürmen ihr Mutterschafe, Lämmchen und natürlich allen voran Papa Hubert entgegen.

„Unseren Bock hätten wir eigentlich schon austauschen müssen, weil er langsam alt wird. Aber er versteht sich so gut mit all den anderen, dass wir ihn behalten“, sagt sie. Hubert blökt ihr währenddessen auffordernd ins Gesicht. Lächelnd streckt sie ihm ein paar Pellets entgegen. „Auf der flachen Hand, wie bei Pferden“, erklärt die Gutsverwalterin.

Kleine Teufelchen

Gierig machen sich die Schafsmäuler über das Futter her. Zwischen all den großen Tieren trauen sich auch die kleinen Osterlämmchen nah an die Menschen heran. „Noch sind sie ganz zutraulich und zahm, Sie sehen das ja bei den erwachsenen Tieren. Nach dem ersten Scheren ist das erst einmal anders“, sagt Greta von Witzleben und schmunzelt. Und wenn der Tierarzt kommt, ist es auch vorbei mit den zahmen Schäfchen. Den erkennen sie alle schon von weitem.

Die Schafe des Klosters sind eine seltene Rasse, so genannte Jacobsschafe. Die kleinen Lämmer sehen aus wie Teufelchen – denn diese Schafe haben Hörner. Ein paar Tiere haben zwei, andere vier, einige sogar sechs Hörner – wobei wieder andere ganz leer ausgehen. „Jacobsschafe wurden im Barockzeitalter gezüchtet, nur um Parklandschaften zu verschönern“, erklärt die Gutsverwalterin.

Das allererste Mal werden sie im Alten Testament erwähnt. Der Legende nach aus der Erzählung im 1. Buch Mose 30, 27-43 teilten Laban und Jacob eine Schafherde unter sich auf – und Jacob bekam die gefleckten. Früher war diese Rasse auch wegen ihrer Wolle sehr beliebt, denn die Färber brauchten sie nicht extra zu färben. Das weiße Fell mit den schwarzen und braunen Flecken war sehr prägnant. Auch die Klosterschafe werden einmal jährlich geschoren – sowohl die Wolle, als auch lebende Muttertiere und Lämmer können von Liebhabern gekauft werden.

Das mit dem „hübsch aussehen“ können Hudes Schafe sehr gut – eines grast auf dem Hügel zwischen den Bäumen, zwei Lämmer toben, im Hintergrund hört man den Bach rauschen, die Sonne blitzt durch die Bäume.

Von Witzlebens nahmen die Zucht dieser ungewöhnlichen Rasse um 1970 auf. Auch hier dienen sie zur Zierde, werden wegen des Artenschutzes und als praktische Rasenmäher gehalten. Insgesamt wohnen auf dem Klostergelände 13 Tiere.

Die jüngsten Lämmchen sind an die zwei Wochen alt, die anderen fünf. Eines ist noch älter: Jesus.

Jesus ist ein Mädchen und wurde im Dezember geboren. „Eines Tages stand sie im Stall, damit haben wir gar nicht gerechnet“, sagt Greta von Witzleben. „Unsere Tierärztin hat sie kurzerhand Jesus getauft. Sie ist bei den Kindern sehr beliebt.“ Wobei das die anderen Schafe und vor allem die Frühlings-Lämmchen sowieso sind.

Beliebt bei Kindern

Viele Kinder, die die Klosterruine besuchen, haben eine Routine entwickelt. Erst halten sie an der Wetterstation, dann laufen sie über die Brücke, sagen den Schafen am Tor guten Tag und klettern auf den Hügel, um sie zu füttern. „Das dürfen sie auch gerne machen, aber natürlich nur mit Dingen, die Schafen auch bekommen – trockenes Brot geht zum Beispiel oder auch Apfelstücke“, erklärt Greta von Witzleben.


Mehr Infos unter   www.gutsverwaltung-von-witzleben.de 
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Lina Brunnée
Volontärin, 3. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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