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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Erneuerbare Energien: Landwirt droht teure Zukunft

17.07.2019

Ostrittrum Mit einem großen Problem, welches in Zukunft auf ihn und seinen Betrieb zukommen kann, sieht sich Landwirt Claus Coorßen konfrontiert: Momentan können in seinem Betrieb die in der Tierhaltung und bei dem Betrieb seiner Biogasanlagen anfallenden Substrate selbst verarbeitet werden. Wird aber eine Verschärfung der Düngeverordnung durchgesetzt, reicht dies nicht mehr aus.

Verschärfung der Düngeverordnung

Nachbesserungen der bereits 2017 verschärften Düngeverordnung hat die Bundesregierung im Juni dieses Jahres vorgelegt. Diese sollen im Mai 2020 in Kraft treten.

Durch die Verschärfung soll das Grundwasser frei von Nitrat gehalten werden. Es sollen dadurch auch hohe Strafzahlungen wegen eines zu hohen Nitratwertes vermieden werden.

In Gebieten mit besonders hohen Nitratwerten sollen Landwirte künftig 20 Prozent weniger düngen. Außerdem müssen dabei zu Gewässern größere Abstände eingehalten werden.

Kritik kommt sowohl vom Deutschen Bauernverband als auch vom Nabu. Der Verschärfung der Düngeverordnung müssen noch die EU-Kommission und die Bundesländer zustimmen.

Coorßen könnte dann nicht mehr alle produzierten Substrate auf seine Flächen aufbringen, sondern müsste diese separieren. Das feste Material müsste anschließend überregional verteilt werden. Ein solcher Export bedeute zusätzliche Kosten für seinen Betrieb, erläutert Coorßen.

Der Familienbetrieb Coorßen Agrar hat drei Standbeine, die stark ineinander greifen: Landwirtschaft, Tierhaltung und Biogas. Mit dem angebauten Silomais werden unter anderem die Tierställe eingestreut. Der angefallene Mist wird in die beiden Biogasanlagen gegeben und kommt danach als Substrat dem Ackerbau zugute. Mit der Abwärme der Biogasanlagen werden zudem die Ställe beheizt. Coorßen spricht von einer Kreislaufwirtschaft.

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Die Situation erläuterte der Landwirt den Vertretern des FDP-Kreisverbandes Oldenburg Land am Dienstag bei einer Betriebsbesichtigung. Mit dabei war auch der agrarpolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, Hermann Grupe, der selbst Landwirt in Eschershausen (Landkreis Holzminden) ist. Er hörte sich die Probleme von Coorßen an und wollte sich künftig dafür einsetzen, dass die Düngeverordnung nachgebessert wird, um eine sinnvolle Lösung für alle Beteiligten zu finden.

In den Biogasanlagen – zwei von insgesamt 84 Anlagen im Landkreis Oldenburg – entstehen 4,6 Millionen Kubikmeter Biogas im Jahr, erklärte Coorßen. Er zeigte den Besuchern die Speicher für das Biogas, in dem das Gas bis zu 24 Stunden gespeichert werden könne. „Die Technik zum Speichern erneuerbarer Energien ist vorhanden.“ Durch Investitionen könne man noch zusätzlich die Speicherkapazitäten steigern. 

Je nach Stromverbrauch könne flexibel Strom in das Stromnetz eingespeist werden. „Wenn Strom benötigt wird, springen wir ein“, so ­Coorßen. Durchschnittlich betrage die Leistung von Coorßen Agrar 1,1 Megawatt (MW), in der Spitze sogar 3 MW. „Die Stromerzeugung ist aber begrenzt. Wir müssen vorab eine Gesamtjahresgasmenge einhalten, aus der dann Strom erzeugt wird“, erklärt Coorßen.

Ein Blockheizkraftwerk (BHKW), ähnlich aufgebaut wie ein Pkw-Motor, funktioniert bei der Stromerzeugung wie eine Art Dynamo. Bei Coorßen Agrar gibt es fünf solcher BHKW, die bei hohem Strombedarf direkt von der EWE gesteuert werden.

Die Bezahlung des eingespeisten Stroms wird durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz geregelt, das eine Strompreisvergütung für je 20 Jahre regelt. Für die beiden Biogasanlagen von Coorßen endet diese geregelte Vergütung in 2026 und 2028. Über Nachfolgemodelle müsste man sich dann Gedanken machen, so Coorßen.

Grupe lobte Coorßen Agrar abschließend als fortschrittlichen und innovativen Betrieb. Schließlich sei „Biogas eine ganz wichtige Energie aus nachwachsenden Rohstoffen“. Auch das zielgenaue Ausbringen von Wirtschaftsdünger erfolge im Ost­rittrumer Betrieb naturschonend und sei damit ökonomisch gut. Moderne Landwirtschaft werde dadurch anschaulich gemacht, so Grupe.

Neele Körner Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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