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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Dorfgemeinschaft: Perfekte Präsentation mit Püttengeist und Pointen Dötlingen begeistert Kommissionschef

24.08.2010

DöTLINGEN 9.20 Uhr: 20 blitzeblanke Damenfahrräder stehen an der Karkbäk. Sie sind naß, leichter Landregen über Dötlingen. Auf dem Kirchplatz stehen die Dötlinger bereit, um die Bewertungskommission des 23. Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ zu empfangen. 9.28 Uhr: Der Bus fährt vor. Augenblicklich fängt der Kinderchor an zu singen. Jochen Wecker und Christiane Behrens schützen die 19 Kinder per Schirm. 9.30 Uhr: Eckehard Hautau heißt alle willkommen, auch den stellvertretenden Landrat Ernst August-Bode, Rolf Gebken von der Landes- und Jochen Gaul von der Kreiskommission. „Machen wir das Beste aus dem Wetter.“ Bürgermeister Heino Pauka schildert die prosperierende und schuldenfreie Gemeinde. 9.40 Uhr: Gunter Oltmann nimmt die Gruppe mit in den Tabken-Hof. „Wir haben Glück, wir dürfen reingehen.“ Unterstützt von einer Power-Point-Präsentation legt Oltmann auf Plattdeutsch einen rasanten Galopp durch Landwirtschaft, Energie und Landleben hin. 9.47 Uhr: Eckehard Hautau erklärt, dass immer der jeweilige Redner den Dorfknüppel in Händen hält. Der Vorsitzende der Kommission, Dr. Reinhard Kubat, verblüfft daraufhin die Dötlinger: „Dann muss ich jetzt den Knüppel haben“, sagt er und schnappt ihn sich. „Sie sprühen vor Energie“, lobt er die Gastgeber. „Das Wetter macht uns nichts aus. Da sind wir Profis genug.“ Der Knüppel geht von Experte zu Experte. 9.58 Uhr: Am Mahnmal: Im strömenden Regen schildert Pastor Hartmut Lübben, wie beispielhaft die Erweiterung des Ehrenmals diskutiert worden sei. Er sagt auch: „Die Geschichte Dötlingens ist nicht ganz fusselfrei.“ 10.08 Uhr: Die Fahrräder bleiben ungenutzt stehen, die Jury wird nur im Kremser gefahren. In der Pausenhalle stellt Schulleiterin Melanie Kahnt-Bock mit drei Schülern die vielen Projekte vor: von der Umweltschule bis zur Hortbetreuung. 10.15 Uhr: „Ich möchte Sie um die Ecke bringen“, verkündet Jugenddiakon Jochen Wecker und nimmt alle durch einen Wolkenbruch ins trockene Jugendhaus. Er lobt die Jugendarbeit in hohen Tönen: „Das ist Engagement für die Zukunft.“ 10.20 Uhr: Olaf Schachtschneider bleibt im Jugendhaus. Die Fenster gehen auf, so ist der Schulgarten zumindestens zu sehen. Lehrerin Marion Wilkening schildert, was die Kinder hier alles machen und was geplant war. „Das ist alles ins Wasser gefallen.“ 10.30 Uhr: Auf dem Weg zur Turnhalle versucht sich Architekt Wolfgang Behrends Gehör zu verschaffen. Jörn Franke mahnt: „Psst“. Angesichts des Getrommels der Wassermassen auf den Regenschirmen ist aber ohnehin kaum etwas zu hören. Das wird in der Turnhalle besser, hier kann Behrends die bauliche Gestaltung im Ort erläutern. Malte Hoffrogge legt dann mit der Erfolgsstory des Turnvereins nach. 10.36: Der Kremser rollt gen Heuerhaus. Herbert Vinken spricht übers Grün. Auf dem Walschenkampsweg kommen den Gästen Sturzbäche entgegen, aus einigen Gullys drückt das Wasser hoch. 10.46 Uhr: Halt vorm Heuerhaus. Das erste Jurymitglied will die Straße queren und wird dabei fast von einem Auto angefahren. 10.49 Uhr: Kunst und Kultur: Thea Freiberg ist in ihrem Element. Und trocken ist es auch in der Galerie – fast: Sibylle Rob verteilt Apfel-Cidre. Theo Leijdekkers und Anne Hollmann stellen den Künstlerbesuch aus De Marne vor. 10.54 Uhr: Thea Freiberg weist die Jury auf die öffentlichen Toiletten beim Heuerhaus hin, die „allerschönsten in Deutschland“. Gelächter. 11.00 Uhr: Walter Ulrich stellt auf Platt die Dötlingen-Stiftung vor. Draußen wird der Regen weniger. Jörn Franke hat den Dorfknüppel in der Hand, als es zu Fuß über den Grünen Weg und per Kremser über die Straße Am Steinberg zum Hof Steenken geht. 11.15 Uhr: Dr. Folkhard Steenken (Bild) zeigt sogar in seinem grünen Reich das Werkzeug zum Reparieren von Reetdächern. 11.25 Uhr: Walter Ulrich sichert den Weg zur Pütte, damit niemand den Ast ins Gesicht bekommt. 11.26 Uhr: Marianne Mennen stellt die Püttenteiche vor. 11.30 Uhr: Zwei Seifenkisten flitzen die Straße hinab. Dieter Wilkens erzählt lebhaft von diesem Rennsportspektakel. 11.31 Uhr: Helga Bürster hat die Geschichte vom Püttengeist parat. Der werde nur erlöst, wenn Auswärtige ihn an einem regnerischen Tag trinken. Und prompt dreht sie mit dem Tablett die Runde. 11.34 Uhr: Wieder auf dem Kremser auf dem Heideweg unterwegs. Silke Winkler referiert über die Arbeit im Lopshof zur Integration Behinderter. Zum Aussteigen reicht die Zeit beim Lopshof nicht mehr. 11.45 Uhr: Eintreffen beim Püttenhus. „Bingo“, strahlt Gunter Oltmann über das Einhalten des Zeitplans. 11.47 Uhr: Von zwei Chören im Dorf berichtet Christiane Behrens, Vorsitzende des Gemischten Chores. 11.48 Uhr: Eckehard Hautau skizziert Projekte der Zukunft. Olaf Schachtschneider und Dietrich Orth kehren von der Rundreise mit drei Experten zu den Grünflächen zurück. 11.53 Uhr: Dr. Kubat setzt zu seinem Dankeswort an. 11.59 Uhr: Zugreifen bei den Schnittchenplatten. Auf einer Käseplatte steht mit Schnittlauch geschrieben: „Unser Dorf hat Zukunft“. Jeder erhält eine dicke Infomappe. 12.06 Uhr: Der Bus der Kommission fährt ab. 12.08 Uhr: Der Regen hört auf.

zeigte sich am Montagnachmittag sehr zufrieden mit dem Verlauf des Besuchs der Bundeskommission. „Wir haben uns wacker geschlagen trotz der widrigen, teilweise katas­trophalen Witterungsverhältnisse“, lobte er den Dötlinger Auftritt. Das Programm sei stramm durchgezogen worden. Die Resonanz sei danach durchweg positiv gewesen. Der Einsatz des Kremsers habe sich bewährt, fand der Bürgermeister. Er freute sich über die „Lockerheit“ während des Besuches. Nach den bisherigen Entscheidungen seien alle entspannt genug gewesen, zu wissen, was sie können, „So verging die Zeit wie im Fluge“, fand er die Präsentation abwechslungsreich.

ist die Bundesbewertungskommission, so der offizielle Titel, unterwegs, um die bundesweit 30 Bewerber mitein­ander zu vergleichen. Dabei sollen unter anderem die Entwicklungskonzepte, wirtschaftliche Initiativen, soziale und kulturelle Aktivitäten, Bau- und Grüngestaltung sowie die ökologische und die wirtschaftliche Gesamtsituation bewertet werden. Für alle Gebiete sind jeweils Experten in der Jury vertreten. Bis 8. September schaut sich die Jury die 30 Dörfer jeweils 150 Minuten lang an, die sich aus 3330 Ortschaften über Kreis- , Bezirk- und Landesebene qualifiziert haben.

Seit 2003 ist Dr. Reinhard Kubat der Vorsitzende der Bundeskommission „Unser Dorf hat Zukunft“. Der Mann kennt sich also aus und fungiert aktuell bereits zum dritten Mal als Vorsitzender der vielköpfigen Kommission. Sein Wort hat Gewicht, und von daher durften alle Dötlinger am Montagmittag freudestrahlend sein Schlusswort im kleinen Püttenhus vernehmen. Kubat war „voll des Lobes“ über die Präsentation und schwelgte in Superlativen, die über „normale“ Höflichkeitsfloskeln nach einem derartigen Besuch deutlich hinausgingen.

Zunächst benannte Kubat zwei unterschiedliche Gründe, warum dieser Besuch der Kommission stets in Erinnerung bleiben dürfte. Der erste war unerfreulich. „Der langanhaltende Regen. Das haben wir selten und so noch gar nicht gehabt“, so der Kommissionschef. Das habe der Präsentation nicht wirklich etwas anhaben können, tröstete er. Der zweite Grund war umso erfreulicher: „Wir haben alle die unglaubliche Inspiration des Ortes gespürt. Das war wirklich begeisternd.“ Er kenne die Jury. Die werde das ähnlich sehen, ergänzte er.

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Kubat sprach von „völlig neuen Ansätzen, die wir auch in dieser Fülle nicht kannten.“ Damit hob er auf die Symbiose von Kunst und Natur ab, die Dötlingen deutlich von anderen Dörfern unterscheide. „Danach suchen wir“, hob er hervor, dass die außerordentliche Spezialisierung Dötlingens ein großes Plus sei. Ebenso erwähnte er die Heckenzüge, die großen Grünflächen und die variantenreiche Gestaltung der Gärten.

Über die Zukunftsfähigkeit brauche sich das Dorf zudem angesichts der „wirtschaftlich vortrefflichen Situation“ der Gemeinde keine Sorgen zu machen. „Seit 2000 ist Dötlingen schuldenfrei. Darauf können sie stolz sein, das spricht für sich.“ Kubat dankte dem Dorf für den großen Einsatz und hob hervor, dass hier die Bürger selber den Wettbewerb stark getragen hätten. „Wir treffen uns wieder bei der Siegerehrung am 28. Januar 2011 bei der Grünen Woche in Berlin. Ob die Plakette dann Gold, Silber oder Bronze ist, sei dahingestellt“, so Reinhard Kubat.

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