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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Mehr Wald ist bester Klimaschutz

28.08.2019

Prinzhöfte Brände, Trockenheit, Krankheiten: Die Bedrohungen für den Wald sind vielfältig. Dabei ist vor allem der Befall durch Borkenkäfer in diesem Jahr ein großes Problem. Dieser befällt die heimischen Fichtenbestände, die innerhalb kürzester Zeit absterben.

Um sich ein Bild zu machen vom Zustand und den Perspektiven für Wälder in der Region, traf sich die heimische Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen (CDU) mit Cajus Caesar, Waldbeauftragter der Bundesregierung, Günter Westermann, Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Oldenburg-Delmenhorst, und Hubert Brüning, Bezirksförster der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, auf der Großen Höhe bei Prinzhöfte.

Dabei wurde deutlich, dass vor allem die Kombination aus Trockenheit und Borkenkäferbefall die Bäume schwächt: Fichten setzen vermehrte Harzproduktion als Abwehr gegen die Käfer ein. Durch die lange Trockenheit fehle ihnen aber Wasser dafür, erklärte Westermann. Die Trockenheit sei noch zwei Meter tief im Boden feststellbar, so der Landwirt.

Die anhaltende Wärme verstärke das Problem auch in anderer Hinsicht. Dadurch wüchsen in einem Jahr drei Käfergenerationen heran. „Aus einem weiblichen Käfer entstehen so 50 000 Käfer im Jahr“, erläuterte Brüning.

Auf der Großen Höhe und in anliegenden Wäldern, für die Brüning verantwortlich zeichnet, sei das Problem noch nicht so stark, da es sich um Mischwald handelt. Dennoch sind fünf bis sieben von 200 Hektar betroffen.

In der Bundesrepublik liegt die Zahl weitaus höher: „Deutschlandweit sind schon 120 000 Hektar Wald abgestorben“, sagt Caesar, „von elf Millionen Hektar Waldfläche insgesamt.“

„Es ist wichtig, dass man ein Konzept hat“, betonte Brüning. Er sieht die Lösung in einer Mischung aus etwa drei Viertel Wirtschaftsbaumarten und ein Viertel freie Naturentfaltung. Bei den Baumarten müsse man auf klimaangepasste Bäume setzen – darunter Kiefer, Roteiche, Esskastanie, Küstentanne und Douglasie.

Dem stimmte Caesar, der selbst Forstwirt ist und den Kreis Lippe (Ostwestfalen) von 1998 bis 2017 im Deutschen Bundestag vertreten hat, zu. Durch mehr Mischung erziele man eine Risiko-Minimierung, sagte er. Drei Punkte seien bei der Aufforstung wichtig: Mehr Rücksicht auf den Standort nehmen – also den Boden, Wasserversorgung und Temperatur – mehr mischen und vielschichtiger werden.

Die Rolle der Wälder als „Lunge unserer Erde“ sei derzeit ein großes Thema. Astrid Grotelüschen betonte noch die Bedeutung: Der deutsche Wald habe insgesamt eine Speicherleistung von 127 Millionen Tonnen CO2 im Jahr; das seien 14 Prozent des jährlichen CO2-Ausstoßes der Bundesrepublik.

Daher sprach sich Caesar für besseren Klimaschutz durch den Wald aus: „Es ist die beste und kostengünstigste Möglichkeit.“

Jana Budde Volontärin, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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