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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Rat stimmt zu – Windpark ist beschlossene Sache

14.03.2019

Prinzhöfte /Horstedt „Wir sind einen Schritt weiter.“ – Zufrieden klang das Fazit, das Werner Lange, erster stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Prinzhöfte, am Dienstagabend im voll besetzten Horstedter Schützensaal zog. Minuten zuvor hatte der Rat der Gemeinde mit sechs Ja-Stimmen gegen zweimal Nein (Wilfried Holtmann, Torben Hüneke) mit dem B-Plan Nr. 4 den Weg für den Windpark „Wunderburg 2“ geebnet. Sechs Anlagen mit bis zu 210 Metern Höhe (bis Flügelspitze) können errichtet werden.

Zur Grundlage: Mit der 16. Änderung des Flächennutzungsplans hatte die Samtgemeinde Harpstedt 2016 insgesamt 570 Hektar als zusätzliche Potenzialflächen für Windenergie ausgewiesen. Am stärksten betroffen ist die Gemeinde Prinzhöfte mit Flächen nördlich der A 1 (405 ha) sowie südlich der A 1 in Wunderburg (76 ha) und Schulenberg (11 ha). Auf den beiden letztgenannten Flächen soll der Windpark Wunderburg 2 entstehen.

Am Dienstagabend hatte der Rat Prinzhöfte zunächst zu den eingegangenen Anregungen und Bedenken Stellung zu nehmen. Die meisten Punkte hatte der Landkreis Oldenburg vorgebracht.

Durch Wald zur Baustelle

So sehe der Landkreis die geplante Erschließung durch den Kellinghörner Forst als „erheblichen Eingriff in Natur und Landschaft“, der vermieden werden solle, berichtete Hartger Holm-Grünberg, einer der beauftragten Planer von „plankontor“ (Oldenburg). Aber die Alternativen seien „erschließungstechnisch ungünstiger“, Prinzhöfte halte am Weg durch den Forst fest. Man wolle den Eingriff kompensieren.

Der Landkreis hatte auch eingewandt, dass die Beeinträchtigung von geschützten Biotopen im Bruchwald nahe der Fläche in Schulenberg nicht genügend geprüft worden sei. Landschaftsplaner Norbert Seidel hielt dagegen: Eine Austrocknung des Waldes sei nicht zu befürchten.

Als unbegründet zurückgewiesen wurden auch Befürchtungen, dass die Abstände zu Waldrändern nicht ausreichend seien, dass Fledermaus-Lebensräume entwertet würden oder ein Tötungsrisiko für Mäusebussarde bestehe. Der Rotmilan, neben dem Mäusebussard ein häufig registriertes Kollisionsopfer an Windenergieanlagen, brüte nicht im untersuchten Bereich und habe dort auch kein dauerhaft genutztes Nahrungshabitat, sagte der Biologe Volker Moritz.

Zurückgewiesen wurden auch Einwendungen von privat, dass es im Wohnumfeld der Anlagen zu signifikanten Belastungen durch Schall oder Infraschall kommen werde oder dass eine Wertminderung von Wohngrundstücken zu erwarten sei.

3,7 Kilometer Hecken

Die Planer stellten schließlich die Kompensationsmaßnahmen vor. Danach sind im Umfeld der Anlagen insgesamt 3720 Meter Heckenanpflanzungen geplant, teils mit Bäumen (insgesamt 124 Stück). Für Feldlerche und Kiebitz sollen ein 3 ha großes Ackerstück zu Dauergrünland und ein 3,5 ha großes Grünland extensiviert werden. Auf diesen Flächen sind zwei Blänken vorgesehen.

Für den Windpark sprach sich in der anschließenden Diskussion Regina Huntemann (Grüne) aus. Regenerative Energien könnten beitragen, den Klimawandel zu bremsen. Dem widersprach Wilfried Holtmann, er empfahl, „sich die Zahlen anzugucken“. 2018 seien 45 Prozent des erzeugten Stroms aller deutschen Windräder „kostenpflichtig ins Ausland entsorgt“ worden.

Die Abwägung der eingegangenen Stellungnahmen wurde mit sechs Ja gegen zwei Nein beschlossen. Mit demselben Ergebnis fasste der Gemeinderat den Satzungsbeschluss für den B-Plan Windpark Wunderburg 2.

Bauamtsleiter Jens Hüfner sagte, dass jetzt das Verfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz durchgeführt werde. Der Antrag sei bereits beim Landkreis gestellt.

Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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