• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Radius richtet Fokus auf Israels Politik

19.02.2010

GANDERKESEE „85-jährig, knackiger Typ, hochgradig aktiv, ungebrochen, außerordentlich liebenswürdig“ – so beschreibt Dr. Christian König den Mann, der am Dienstag, 2. März, in Ganderkesee spricht. Bekannt wurde Dr. Hajo G. Meyer allerdings weniger durch die genannten Eigenschaften als durch Äußerungen: Der deutsche Jude, der Auschwitz überlebte, zählt zu den bekanntesten Kritikern der heutigen israelischen (Palästinenser-)Politik. Im Rathaus referiert er als Gast des Diskussionsforums Radius über „Zionismus – Genesis, Gefahren und Ende“.

Privat kennen gelernt

König hatte den promovierten Physiker und passionierten Geigenbauer Meyer im Herbst ’09 privat kennen gelernt. Während eines Musikkurses im Schwarzwald war das, „eine hochgradig spannende Angelegenheit“. Über das Gespräch über Königs Vater sei man auf die Vergangenheit von Meyer zu sprechen gekommen: geboren 1924 in Bielefeld, während der NS-Diktatur 1939 nach Holland geflüchtet, 1944 nach Auschwitz deportiert, nach dem Krieg Karriere als Physiker.

Brief an die Kanzlerin

2002 erschien Meyers Buch „Das Ende des Judentums“. Essays und Artikel folgten. In einem viel beachteten (und kritisierten) Brief wandte er sich im Januar 2009 wegen der Militäroffensive Israels im Gazastreifen an Bundeskanzlerin Merkel – und forderte klare Kritik und Druck gegenüber der „aggressiven“ Politik Israels.

Dr. Christian Glaß, der den Abend mit Meyer moderiert, sieht in der Veranstaltung eine doppelte Chance. Erstens könne man über den (von Meyer kritisierten) Zionismus aufklären. Zweitens könne man aufklären über eine „Argumentationsfalle“, in der sich deutsche Politik befinde: Vor dem Hintergrund des Holocaust-Verbrechens von Deutschen insbesondere an den Juden während des NS-Regimes gebe es die Maßgabe, „nie wieder antisemitisch sein zu wollen“ – was dazu führe, dass zum Beispiel die Politik Israels nicht thematisiert werde.

Gedanken an Auschwitz

„Unser Problem ist, das wir mit Auschwitz nicht fertig werden“, pflichtete Rudolf de Haas (ev.-luth. Kirchengemeinde Ganderkesee) bei. Der 81-Jährige erinnert sich noch recht genau, wie er als Jugendlicher in Dresden Transporte in Richtung Osten sah. „Man konnte es sich denken“, dass die Menschen in den Zügen nicht wie behauptet zu Arbeitseinsätzen gebracht wurden.

Kein Antisemitismus

Glaß mahnte, Kritik an israelischer Politik auf freundschaftlicher Basis nicht mit Antisemitismus zu verwechseln. RegioVHS-Leiter Rolf Schütze stellte klar, dass sich Radius keineswegs als Sprachrohr von Hajo G. Meyer verstehe – sondern nur zur Diskussion anregen wolle. Denkbar sei, sie mit dem Vertreter eines anderen Standpunktes fortzusetzen.

Der Radius-Abend beginnt um 19.30 Uhr im Rathaus. Der Eintrittspreis: 7,50 Euro.

Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
Rufen Sie mich an:
04431 9988 2706
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.