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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Rätsel um mögliche Unterkünfte

23.10.2015

Landkreis Sozialdezernent Bodo Bode verbringt derzeit viel Zeit mit einem Job, der eigentlich nicht zu den Aufgaben eines Sozialdezernenten gehört. Bode steckt mitten im Immobiliengeschäft. Ähnlich geht es auch den Bürgermeistern im Landkreis.

Niemand geht davon aus, dass die Zahl der Flüchtlinge abnehmen wird. Und schon jetzt sind Notunterkünfte voll verplant. Dabei sollte die Unterbringung in Sporthallen nur eine kurzfristige Maßnahme sein. Schließlich kann der Sportunterricht nicht ewig ausfallen. Und auch die Vereine wollen eine Perspektive haben, wann sie wieder ihren Trainings- und Spielbetrieb aufnehmen können.

Die Wirtschaftsförderung des Landkreises hat deshalb auch einen Bittbrief an zahlreiche Firmenchefs im Landkreis verschickt. „Haben Sie leerstehende Gewerbeflächen? Können wir eine Halle bei Ihnen anmieten?“

„Wir müssen die Menschen unterbringen. Klar, dass wir da alle Möglichkeiten ausschöpfen“, sagt Landkreis-Sprecher Oliver Galeotti.

Doch der Erfolg ist bislang eher bescheiden. Zumindest nach den offiziellen Darstellungen. Es gibt aber auch Unternehmer, die das Gefühl haben, man wolle ihre Gebäude nicht. Der seit Jahren leerstehende Baudi-Markt am Westring ist so ein Fall. Bereits Anfang September war die Inhaberfamilie Cordugas vom Malteser Hilfsdienst um einen Ortstermin gebeten worden, um die große Halle auf ihre Tauglichkeit zur Flüchtlingsunterbringung zu nutzen.

Baudi kein Thema

Kurz zuvor sei der Termin auf Betreiben von Stadt und Landkreis aber ohne nähere Angabe von Gründen wieder abgesagt werden, so Peter Cordugas gegenüber der NWZ .

Galeotti bestätigte dies. „Aktuell ist das Gebäude für uns aber kein Thema, da es keine Sanitärräume gibt und die Lage am Westring auch schwierig ist.“

Anfragen von Stadt und Landkreis gibt es auch immer wieder bei der Diakonie Himmelsthür. Die alten Blöcke der ehemaligen Lungenheilstätte waren lange Jahre belegt von Menschen mit Behinderungen. Viele sind inzwischen aber dezentral in Wildeshausen untergebracht. Mittelfristig sollen alle Blöcke leer werden. Gleichwohl hat die Diakonie ihre Bereitschaft zur Unterbringung von Flüchtlingen angeboten. „Es gab Gespräche mit Sozialdezernent Bode und Bürgermeister Kuraschinski“, sagte Geschäftsführerin Ute Quednow. Zudem habe man mit der Stadt bereits einen Mietvertrag für ein Haus an der Heilstättenstraße geschlossen.

Galeotti bestätigte, dass die Diakonie rund 100 Plätze gemeldet habe. „Wir schauen jetzt aber auch in anderen Orten, um keine Ballung in Wildeshausen zu erreichen.“

Eine solche Unterbringungsmöglichkeit könnte das Hotel Gut Moorbeck sein. Es steht seit zwei Jahren leer. 14 Zimmer gibt es dort in dem separaten Hotelgebäude – und gut 1000 Quadratmeter Fläche im denkmalgeschützten Gutshof von 1669. Besitzer Wilfried Papenhusen hatte gegenüber der NWZ  bereits Anfang des Jahres erklärt, das Anwesen verkaufen zu wollen. Auf Nachfrage sagte er nun, eine Vermietung als Flüchtlingsunterkunft „steht zur Zeit nicht im Raum“.

Eine konkrete Anfrage der Gemeinde Großenkneten hatte er abgelehnt.

Immer wieder in der Diskussion sind auch die ehemaligen Bundeswehr-Blocks in Spasche. Doch die sind zum Teil bereits abgerissen. Von den Restgebäuden stehen nur noch Außenwände.

Ahlhorn nicht gewünscht

Relativ schnell nutzbare Kapazitäten gibt es auf einem anderen ehemaligen Bundeswehrgelände – dem Fliegerhorst Ahlhorn. Die Bunte-Gruppe, der die Blocks nun gehören, hatte dem Land bereits Flächen angeboten. Doch bisher hat man abgelehnt. Grund: Auf dem Gelände und in der Nachbarschaft lebt bereits eine vierstellige Zahl ausländischer Arbeiter, die entweder als Saisonkräfte in der Landwirtschaft oder in den Schlachtereien der Region arbeiten.

Mit einer Flüchtlingsunterbringung in Ahlhorn könnte der Ausländeranteil im Ort schnell die 50-Prozent-Marke überschreiten. Dann wäre auch eine vernünftige Integration nicht mehr möglich. Bürgermeister Torsten Schmidtke (SPD) hat bei der Landesregierung schriftlich davor gewarnt, jetzt auch noch in Ahlhorn ein Erstaufnahmelager einzurichten.

Bisher hat man das akzeptiert. Doch wie lange das gilt, hängt wohl auch von der weiteren Entwicklung der Flüchtlingszahlen ab.

Jasper Rittner Redaktionsleitung / Redaktion Westerstede/Oldenburg
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