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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Räuber in Thienfelde verurteilt

28.11.2008

THIENFELDE Wo früher Raubritter verurteilt wurden, wird heute Landwirtschaft betrieben. Thienfelde, das aus den beiden landwirtschaftlichen Betrieben Hof Wiese und Hof Schwarting besteht, verdanke seinen Namen der Tatsache, dass dort früher eine Thingstätte war, berichtet der Thienfelder Rudolf Schwarting. Die Raubritter, die die beiden Haupthandelswege zwischen Bremen und Oldenburg im Mittelalter unsicher machten, hätten dort ihre Strafe bekommen. Da die Gerichtsstätte von Heideflächen umgeben war, bekam der Ort den Namen Thingfelde. Im Laufe der Zeit wurde daraus Thienfelde.

Für ihre Überfälle nutzten die Raubritter die Knüppeldämme, auf denen die Kaufleute die Welse und die Delme überquerten. Die Räuber griffen von beiden Seiten an, während die Kaufleute die Knüppeldämme passierten. Auf einer Wiese im Gebiet Thienfelde ist einer dieser um 800 errichteten Knüppeldämme freigelegt worden.

Als die ersten Ansiedlungen in Thienfelde entstanden, sei das Land zum größten Teil noch trockener Heideboden gewesen, berichtet Schwarting. „Noch um 1790 war vieles von dem, was heute wertvolles Ackerland ist, Heide.“ Jeder Betrieb habe aber auch Flächen entlang der Welse bekommen. Die Moorniederungen entlang des Flusses wurden entwässert und kultiviert. Die Welse wurde um 1800 auch zur Düngung genutzt. Sie wurde angestaut, so dass sie über die Ufer trat. Wenn das Wasser wieder fließen konnte, blieb der Schlick auf den Äckern zurück und düngte diese, berichtet der Landwirt.

Die beiden großen Höfe, die heute Thienfelde ausmachen, bestehen schon sehr lange. Sowohl auf dem Hof Wiese als auch auf dem Hof Schwarting leben alteingesessene Thienfelder. „Der landwirtschaftliche Betrieb hat auf beiden Höfen Zukunft“, betont Schwarting. Allerdings habe sich die Landwirtschaft im Laufe der Zeit gewandelt. „Der Hauptbetriebszweig bei uns ist heute die Schweinemast“, schildert er.

„Unser Hof wurde bereits zweimal vom Feuer zerstört und wieder aufgebaut“, berichtet Rudolf Schwarting. über die wechselvolle Geschichte in Thienfelde. 1907 sei das Hauptgebäude durch einen Blitzschlag zerstört worden. Ende des Zweiten Weltkrieges sei dann der ganze Hof abgebrannt.

Stolz sind die Thienfelder auf ihr eigenes Hinweisschild. „Das Schild haben wir von unseren Nachbarn aus Dehlthun vor 15 Jahren geschenkt bekommen“, berichtet Schwarting. Überhaupt sei die Nachbarschaft sehr gut. Das größte Ereignis in Thienfelde sei das Milchstraßenfest im Sommer, das gemeinsam mit Dehlthun gefeiert werde.

Diese NWZ-Serie stellt Orte in der Gemeinde vor, die selten im Mittelpunkt stehen.

Heute: Thienfelde

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