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Vermisstes Mädchen in Oldenburg gesucht
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Vermisstes Mädchen in Oldenburg gesucht

NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Lebensretter ab sofort immer an Bord

17.05.2018

Rethorn Burckhard Ewig drückt den Knopf. „Alle Kleidungsstücke vom Brustkorb des Patienten entfernen“, tönt es laut und deutlich aus dem Gerät. „Für den Einsatz eines Defibrillators braucht man keine Schulung, das Gerät sagt einem genau, was man tun muss“, erklärt Ewig. Doch auch wenn man sie eigentlich nicht braucht, nehmen in diesen Wochen alle 39 Fahrer des Ganderkeseer Bürgerbusvereins an einer entsprechenden Schulung teil. Denn ab sofort sind in den Bussen der Linien 221/222 und 223 Defibrillatoren vorhanden. Die Volksbank Delmenhorst-Schierbrok spendete 1000 Euro. Damit konnte zwar kein Defibrillator gekauft, aber zwei gemietet werden.

„Die Meinung darüber ist – vielleicht auch in unserem Fahrerteam – gespalten, aber ich komme aus dem sozialen Bereich und weiß, dass die ersten Minuten lebensrettend sein können“, sagt Vorsitzende Hanna Otter-Sandstedt, Heilpädagogin und Hospizbegleiterin. Sie legt nicht nur Wert darauf, dass ihr Fahrerteam sicher mit dem Defibrillator umgehen kann, ihr ist auch wichtig, dass die Öffentlichkeit weiß, dass in den Bürgerbussen solch lebensrettende Geräte vorhanden sind. Die entsprechenden grün-weißen Rettungszeichen sollen zukünftig an den Fahrzeugen darauf hinweisen.

„Der Defibrillator ist einzusetzen, wenn das Herz nicht mehr schlägt, wenn die Atmung nicht mehr funktioniert, wenn der Mensch tot ist“, erklärt Burckhard Ewig bei der Schulung am Mittwochvormittag. „Jede Minute, die der Defibrillator nicht eingesetzt ist, kostet zehn Prozent Überlebenschance.“

Der Bookhorner ist nicht nur ehrenamtlicher Fahrer des Bürgerbusvereins, sondern passenderweise auch Pharmareferent mit einer Zusatzqualifikation zum Ausbilder für den Einsatz von Defibrillatoren. In der Vergangenheit hat er unter anderem das Personal etlicher Arztpraxen in der Umgebung geschult. Er bildete seine Fahrerkollegen bereits in Erster Hilfe aus. Der Erste-Hilfe-Kursus sei mittlerweile zwar nicht mehr Voraussetzung für den Personenbeförderungsschein, sagt Hanna Otter-Sandstedt, ihr sei aber wichtig, dass alle im Fahrerteam für Notfälle gewappnet sind.

Sobald sie keinen Puls mehr fühlen, sollen sie den Defibrillator einsetzen, weist Burckhard Ewig die Fahrerinnen und Fahrer ein. „Der Defi macht dann eine EKG-Diagnose und erzählt einem, ob ein Schock nötig ist.“ Eine falsche Schockabgabe sei ausgeschlossen. Denn nur, wenn das Gerät ein Herzkammerflimmern erkenne, gebe es den Knopfdruck für einen Elektroschock frei. Messe es hingegen einen Herzrhythmus, der keiner Defibrillation bedürfe, fordere es den Helfer zur Herzdruckmassage auf. Nach 30 Sekunden messe der Defibrillator dann erneut. Das Gerät sollte lieber einmal zu oft angelegt werden, betont Burckhard Ewig.

Ein einzelnes Gerät koste etwa 3000 Euro. Defibrillatoren würden tatsächlich selten gebraucht, sagt der Experte – im Bürgerbus hat es laut Hanna Otter-Sandstedt noch keinen solchen Notfall gegeben. Doch wenn auch nur einer Person damit das Leben gerettet werden könne, habe sich der Anschaffungspreis schon mehr als gelohnt.


Mehr Infos zu Erster Hilfe finden Sie in einer NWZ-Serie unter   www.nwzonline.de/erste-hilfe 
Sonja Klanke
Redakteurin, Agentur Schelling
Redaktion Ganderkesee
Tel:
04222 8077 2742
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