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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Fische treiben tot im Teich

08.11.2017

Rethorn Die Lage ist klasse. Direkt hinter seinem Haus im Schwanenweg in Rethorn, in das er erst im Februar eingezogen ist, hat Markus Haferkorn einen großen Teich. Wenn es warm genug ist, schwimmt er hier sogar. Doch das ist im Moment nicht möglich. Und das liegt nicht etwa an der Kälte.

Seit einigen Wochen stinkt es hier nach Fäkalien. Und dann noch das: Tote Fische schwimmen plötzlich auf dem Privatteich, der Markus Haferkorn und neun weiteren Anwohnern gehört. Rund 70 tote Fische hat der 44-Jährige an drei aufeinanderfolgenden Tagen aus dem Teich gefischt. Das war Anfang Oktober.

„Da ist unheimlich viel Gülle reingelaufen“, ist sich Markus Haferkorn sicher. Der Rethorner schaltete das Amt für Bodenschutz und Abfallwirtschaft des Landkreises Oldenburg ein. Mitarbeiter Gerrit Finke begutachtete das Problem vor Ort. „Bürger denken oft, dass Gülle, die ausgebracht wird, da komplett reinfließt“, sagt Finke. „Die Chance, dass das durch Gülle verursacht worden ist, ist aber äußerst gering. Ich habe noch nie durch Gülleausbringung ein solches Fischsterben erlebt.“

Untersuchungen seines Amtes hätten ergeben, dass von einer verunreinigten Hoffläche in der Nähe bei hohem Niederschlag unter anderem Siloreste, Jauche und Gülle in die Kamerner Bäke geflossen seien, die direkt in den privaten Teich am Schwanenweg und dann weiter in den Kamerner See führt. „Das ist sehr wahrscheinlich eine Ursache“, so Finke. Der Hofbesitzer sei angehalten, seinen Hof zu reinigen.

Finke hat zudem veranlasst, dass die rund zehn privaten Kleinkläranlagen im Umkreis überprüft worden sind. Bei einer habe es Beanstandungen gegeben. Die Untersuchungen würden aber weiterlaufen, so Finke. Die Gemeinde und der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) würden derzeit Abwasserleitungen kontrollieren. „Dabei können die Bürger mithelfen und die Ableitung des eigenen Abwassers prüfen“, so Finke. Eine Gefahr für den Kamerner See sieht er derzeit nicht.

Markus Haferkorn will aber nicht einfach nur abwarten. Der 44-Jährige hat beim Labor für Chemische und Mikrobiologische Analytik (Lafu) in Delmenhorst auf eigene Kosten ein Gutachten in Auftrag gegeben, das den Teich auf Fäkalien prüfen soll. Das Endergebnis erwarte er in den kommenden Tagen. Erste Ergebnisse hätten laut Haferkorn aber schon ergeben, dass die Sauerstoff-Werte sehr niedrig seien und eine hohe Konzentration an Fäkalkeimen vorliege. Das endgültige Ergebnis will er bekanntgeben, sobald es vorliegt.

Sonja Klanke Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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