• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Neue Imker kämpfen gegen Parasit

19.12.2018

Riehe Zum Schluss ging es um den Gesundheitszustand der Bienen: 23 neue Imker haben jetzt beim Imkerverein Delmenhorst und Umgebung ihre Ausbildung abgeschlossen. Auf der Anlage in Riehe beschäftigten sich die Neuimker und ihre Ausbilder zuletzt unter anderem mit der Überwinterungsstärke der Bienenvölker. Das Hauptaugenmerk lag auf der Varroamilbe, berichtet Franz Winzinger vom Imkerverein Delmenhorst.

„Die Varroamilbe ist ein Parasit, der die Bienenbrut und die erwachsene Biene im starken Umfang schädigt, Bienenerkrankungen verursacht und auch in andere Bienenvölker überträgt und somit zum Verlust von Bienenvölkern beiträgt“, erklärt Winzinger. In ganz Europa gebe es keine milbenfreie Zone mehr. Jedes Volk sei mehr oder minder befallen.

Kein Problem für Honig

Problematisch sei, dass jede Behandlung der Bienen gegen die Varroamilbe auch eine Belastung für die Bienen darstelle, so der Experte. Deshalb werde die Notwendigkeit einer Anwendung für jedes einzelne Volk vorher geprüft, indem einige Wochen lang dokumentiert wird, welchen Schaden die Varroamilbe anrichtet.

Entscheidet sich ein Imker für eine Behandlung der Bienen, nutzt er organische Mittel, in diesem Fall Oxalsäure, erläutert Winzinger. „Da die Oxalsäure nur im direkten Kontakt mit den Milben wirkt, erfolgt die Behandlung zu einem Zeitpunkt, zu dem die Völker brutfrei sind, also möglichst alle im Volk befindlichen Varroamilben auf den vorhandenen Bienen sitzen“, so Winzinger. Die Oxalsäure werde auf die im Stock sitzenden Bienen geträufelt und von den Bienen dank ihres natürlichen Putztriebes im ganzen Volk verteilt.

Die Teilnehmer der Imkerausbildung mussten die Behandlung gegen Varroamilben auch praktisch umsetzen. Im Sommer hatte die Gruppe für die Neuimker sogenannte Ablegervölker erstellt. Als letzte praktische Übung galt es, diese Bienenvölker mit Oxalsäure zu behandeln.

Keiner müsse sich Sorgen um eine Verunreinigung des Honigs machen. „Im organischen Verbund ist Oxalsäure ein selbstverständlicher Bestandteil unserer Nahrung. Sie findet sich in nahezu allen Pflanzen, die wir essen, und ist auch natürlicher Bestandteil des Honigs in Mengen von 0,02 bis 0,2 Gramm pro Kilo. Den Rhabarber macht Oxalsäure sauer mit 2,6 bis 6,2 Gramm pro Kilo“, weiß Winzinger.

Der seit 1898 bestehende Imkerverein freut sich seit Jahren über Zuwachs. In diesem Jahr stieg die Zahl der Mitglieder von 90 auf rund 110. Der Verein betreut mehr als 650 Bienenvölker.

Neuer Trend

Der Delmenhorster Imkerverein bietet alle zwei Jahre eine solche Ausbildung an. Sie umfasst 15 Samstagvormittage. Immer mehr Frauen würden sich fürs Imkern interessieren, so Winzinger. Zudem sinke das Durchschnittsalter. Allerdings würden sich die neuen Imker in der Regel um je ein bis zwei Bienenvölker kümmern, früher hatte ein Imker 20 bis 30, zum Teil sogar noch mehr Völker. Die Betreuung erfordere viel Zeit. „Von März bis September müssen sie im Prinzip immer greifbar sein“, so Winzinger.

Wer Interesse am Imkern hat, ist zu den Veranstaltungen des Vereins eingeladen. Die Imker treffen sich an jedem ersten Dienstag im Monat zum Austausch und Klönschnack ab 19 Uhr im Vereinsheim, Riehe 12 in Ganderkesee-Riehe.


Mehr Infos unter   www.imkerverein-delmenhorst.de 
Sonja Klanke Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
Rufen Sie mich an:
04222 8077 2742
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.