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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Rückenwind für Windkraft-Planverfahren

14.03.2013

Harpstedt /Winkelsett Das Planverfahren für eine Erweiterung des Windparks in Spradau um eine siebte Windkraftanlage wird fortgeführt. Dahinter stehen Pläne der Spradau Wind Betriebs GmbH & Co KG, zusätzlich zu den vorhandenen sechs Windrädern westlich der Spradauer Straße eine Anlage östlich der Straße zu errichten. Der Rat der Gemeinde Winkelsett stimmte bei seiner Sitzung in der Harpstedter „Wasserburg“ mit Mehrheit dem Vorentwurf für die Änderung des Bebauungsplans Nr. 1 „Windenergieanlage Winkelsett“ sowie der Einleitung der nächsten Verfahrensschritte – frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung mit einer Bürgerversammlung sowie Behördenbeteiligung – zu.

„Wir sind am Punkt, wo wir sagen können, wir können jetzt die Meinung der Öffentlichkeit dazu einholen“, sagte Bürgermeister Willi Beneke. Gegenwind freilich kam von den Grünen: Vehement lehnten die Ratsvertreter der Ökopartei, Michael Müller-Hjortskov und Andreas Mikutta, die Erweiterung des Windparks gen Osten ab, um dort ein Vorsorgegebiet für mögliche Ansiedlungen von Schwarzstörchen zu erhalten. Im Kreis sei die Dehmse das einzige Vorkommen, wo der Schwarzstorch mal gebrütet habe, so die Grünen. Komme er wieder, „haben wir Habitate, wo er sich niederlassen kann“, mahnte Müller-Hjortskov an.

Der Schwarzstorch ist ein großer Knackpunkt in der Planung. Schon im Verfahren für die ersten sechs Anlagen, die seit 2006 stehen, hatte die Gemeinde den im Flächennutzungsplan als Sondergebiet ausgewiesenen „Zipfel“ im östlichen Bereich vorsorglich herausgelassen, um Konflikte mit etwaigen Storchhabitaten bzw. Einflugkorridoren zu vermeiden. Beim Aufstellungsbeschluss für die B-Plan-Änderung Ende 2010 waren dann Erkenntnisse über die ökologische Bedeutung des Areals eingefordert worden. „Wenn dabei herausgekommen wäre, dass bedeutende Vorkommen da sind, wäre das Verfahren erledigt gewesen“, erklärte Bauamtsleiter Jens Hüfner.

Ein avifaunistisches Gutachten hat inzwischen Biologe Frank Sinning erstellt. Bei der Raumnutzungsuntersuchung – nach ersten Erhebungen 2011 im vergangenen Jahr noch einmal in Abstimmung mit dem Landkreis angegangen – ging es darum, ob der Schwarzstorch den Planungsraum und gerade die Waldkante längs des Wasserlaufs 200 Meter vom geplanten Anlagenstandort nutzt und ob sich Hinweise auf Brutplätze ergeben. Von sechs Standorten aus wurde an 14 Tagen insgesamt 460 Stunden beobachtet, wie Sinning ausführte. Dabei seien „über 17 Minuten und 15 Sekunden“ Schwarzstörche beobachtet worden (ein sich hochschraubendes Tier und ein Überflug); Hinweise auf Horst oder Brut habe es nicht gegeben. Fazit: Es werde kein artenschutzrechtlicher Konflikt zwischen örtlichem Schwarzstorchaufkommen und Standort gesehen.

Nicht nur das schmeckte den Grünen nicht. Müller-Hjortskov monierte auch, ein seinerzeit gefordertes Schallgutachten zum Windpark fehle. Hier teilte Beneke aber mit, es liege inzwischen vor.

Astrid Kretzer
Wardenburg
Redaktion Wardenburg
Tel:
04407 9988 2730

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