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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Wirtschaft: Rückenwind für Bürgerbeteiligung

16.02.2017

Brettorf /Haidhäuser 136 Din-A4-Seiten ist der Verkaufsprospekt dick, dazu ein 28-seitiger Nachtrag und 168 Seiten „Basisinformationen über Wertpapiere und weitere Kapitalanlagen“: Das sind die schriftlichen Unterlagen mit den Informationen zum Bürgerwindpark Dötlingen. Sie sind die Grundlage für die Beratungsphase für alle volljährigen Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Dötlingen mit Erstwohnsitz, die sich am Windpark in Haidhäuser/Uhlhorn beteiligen wollen. Hermann Raschen, Geschäftsführer der VR Energieprojekte Dötlingen GmbH, und Volker Jaentsch, Vertriebsleiter der Volksbank Wildeshauser Geest eG, teilten am Mittwoch mit, dass die Beratungsphase zur Zeichnung der unternehmerischen Beteiligung am Dienstag begonnen hat.

„Das hat uns eine ganze Zeit beschäftigt“, sagte Raschen über die aufwendige Genehmigung des Verkaufsprospektes durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in Berlin. Rund 180 Bürger haben sich seit dem 4. Januar bereits die Unterlagen in der Volksbank Neerstedt abgeholt, aber erst mit dem jetzt genehmigten Nachtrag kann die VR Energieprojekte Dötlingen GmbH als Tochtergesellschaft der Volksbank Wildeshauser Geest eG in die Beratung für die VR Bürgerwindpark Dötlingen einsteigen, da sich um eine „unternehmerische Beteiligung“ handele, wie ­Jaentsch mehrfach betonte.

Von der ersten Überlegung bis jetzt sind damit mehr als fünf Jahre vergangen. Der Windpark ist seit August 2016 am Netz. „Windenergieprojekte können nur dann erfolgreich und nachhaltig sein, wenn sie gemeinsam mit den Anwohnern, Bürgerinnen und Bürgern sowie der beteiligten Gemeinde realisiert werden. So kann sichergestellt werden, dass Wertschöpfung und Erträge am Ort der Anlage verbleiben“, so der Ansatz der politischen Gemeinde und der Volksbank Wildeshauser Geest. Massive Bedenken von Anliegern hatte und hat es gleichwohl gegeben, auch vor Gerichten ausgefochten.

Was gehört zum Bürgerwindpark Dötlingen?

Die zwölf Windräder der dänischen Hersteller-Firma Vestas mit einer Leistung von jeweils 3,3 Megawatt sind in 2016 für insgesamt rund 70 Millionen Euro in Haidhäuser/Uhlhorn gebaut worden. Die eine Hälfte gehört den Eigentümern der Flächen, an der anderen Hälfte können sich die Bürger beteiligen. Über ein Umspannwerk erfolgt die Einspeisung in das 110-kV Hochspannungsnetz der Avacon AG. Mit Vestas ist ein langfristiger Vertrag zur Wartung geschlossen worden.

Wer kann sich beteiligen?

Ausschließlich volljährige Bürgerinnen und Bürger mit Erstwohnsitz in der Gemeinde Dötlingen. Sie können die Unterlagen nur persönlich bei der Volksbank in Neerstedt erhalten, wofür sie sich ausweisem müssen.

Sind Fristen zu beachten?

Es gilt eine achtwöchige Zeichnungsfrist. Sie endet am 10. April 2017. Nach Abholen der Unterlagen müssen mindestens sieben Tage vergehen, bevor es einen Beratungstermin in der Bank in Neerstedt geben kann. Eine vorherige intensive Beschäftigung mit den Unterlagen wird vorausgesetzt.

Mit wie viel Geld kann man sich beteiligen?

Die Mindestsumme liegt bei 3000 Euro, die Höchstsumme bei 51 000 Euro pro Person. Dazwischen geht es immer in 3000-Euro-Schritten weiter. Das Geld wird bis Ende 2035 angelegt.

Was passiert, wenn das Interesse zu groß ist?

Rund 8,7 Millionen Euro sind als Eigenkapital der Bürger geplant. Das sind 25 Prozent der Investitionssumme von rund 35 Millionen Euro. Kommen mehr Geldzusagen, wird die Beteiligung breit gestreut: Erst werden alle 3000-Euro-Einlagen bedient, dann alle 6000-Euro-Zahler etc.

Wie hoch ist die Rendite?

Mit dem Hinweis auf die Vertraulichkeit des Prospektes machten Raschen und ­Jaentsch dazu keine Angaben. Jaentsch betonte, dass die Presseinfo am Mittwoch „keine Aufforderung zum Kauf der unternehmerischen Beteiligung darstellt“.

Die Beteiligung an Windparkprojekten gilt generell als attraktiv, auch dank der Stromeinspeisevergütung nach dem EEG. Bis zu einer Verdreifachung der eingezahlten Summe halten Kenner der Windenergiebranche in zwei Jahrzehnten für möglich.

Gibt es Risiken?

Ja, denn es handelt sich um eine unternehmerische Beteiligung mit allen möglichen Vorteilen (so der Rendite), aber auch den Nachteilen und Gefahren. Wegen der unterschiedlichsten Risiken (von Windflaute bis Gesetzesänderungen) können die regelmäßigen Ausschüttungen an die Eigentümer geringer als geplant ausfallen oder es kann gar zum völligen Verlust der Anlage kommen. Ausdrücklich gelten derartige Beteiligungen als ungeeignet für die Altersvorsorge.


     www.buergerwindpark-doetlingen.de 
Ulrich Suttka Stv. Redaktionsleitung, Großenkneten/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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