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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Immobilie: „Sandkrug“ in neuer Hand

26.11.2016

Sandkrug Fenster und Türen mit Holzplatten verrammelt, der alte Schriftzug über dem Haupteingang hat kräftig Patina angesetzt. Der „Sandkrug“ ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Schon seit Ende 2004 steht der Gasthof, der dem Ort Sandkrug seinen Namen gab, leer.

Jetzt, nach zwölfjähriger Durststrecke und einigen ergebnislosen Verkaufsverhandlungen, ist die historische Gaststätte tatsächlich in neue Hände gelangt. Die in Oldenburg lebende Eigentümerfamilie verkaufte im November an die VR Bank Oldenburg Land West. Die Bank hatte sich lange bei dem Thema Grunderwerb zurückgehalten. „Wir wollen schließlich nicht in Konkurrenz zu unseren eigenen Kunden treten“, betont Bankvorstand Peter Bahlmann.

Fall für den Bagger

Gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Martin Spils ist er sich aber einig, dass das 3000 m² große Grundstück und die Gaststätte gegenüber dem Bahnhof in den zurückliegenden Jahren keine gute Visitenkarte mehr für den Ort Sandkrug waren. Das soll nun wieder anders werden. Fest steht, dass das 1901 nach einem Brand errichtete Gebäude nicht erhalten bleibt. In den nächsten Wochen sollen Bagger das Haus abreißen, wird das Grundstück an der Bahnhofstraße vom Bauschutt und anderen Hinterlassenschaften der letzten Jahre gereinigt.

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Blick in die Vergangenheit: So sah der „Sandkrug“ im Jahr 1908 auf einer Postkarte aus. BILD: Peter Biel

Gasthof brennt zweimal ab

Der Name Sandkrug taucht erstmals 1761 in einer von L. W. A. Hunrichs gefertigten Landkarte auf (Quelle: „Der Sandkrug“, Peter Biel, 1984). Der Gasthof in den Osenbergen lag unmittelbar am damaligen Postweg. Urkundlich nachgewiesen ist die Gastwirtschaft, damals im Besitz von Berend Meyer, 1693.

1795: Sandkrug erscheint auf der Karte der Hausvogtei Oldenburg

1827: der Gasthof (damals noch am alten Standort Punke) wird durch Brand vernichtet und neu aufgebaut

1900: der Gasthof brennt am 8. November erneut ab

1901: Wiederaufbau am jetzigen Standort. Nach dem Wiederaufbau befand sich das historische Gebäude im Besitz von Sandkrugern wie Hermann Warneke, Johann Willers, seiner Tochter Thea Brenner und August Kruse.

2004: Der Gasthof Sandkrug schließt endgültig, eine angekündigte Neueröffnung im Dezember des selben Jahres zerschlägt sich kurzfristig.

Die neuen Eigentümer versprechen, dass sie die Nachnutzung „in enger Absprache mit der Gemeinde“ voranbringen wollen. Es gab in der Vergangenheit, als noch andere Investoren verhandelten, beispielsweise Überlegungen, an dem Standort sowohl ein neues gastronomisches als auch ein Serviceangebot der Gemeinde Hatten zu kombinieren. Nicht ausgeschlossen, das bestätigt der Vorstand, ist aber auch ein Umzug der VR-Bank-Filiale von der Astruper Straße an die neue Stelle. Platz für den zusätzlichen Bau von Wohnungen gibt das Areal auf jeden Fall her.

Nicht vom Tisch sind auch die Hoffnungen der Gemeinde, Platz für eine Rechtsabbiegerspur in die Poststraße zu gewinnen, die den Verkehrsknotenpunkt ein wenig entzerren könnte. Die Erwartungen der Menschen in Sandkrug sind groß, das wissen auch die neuen Eigentümer. „Wir machen den Weg frei für eine attraktive Ortskerngestaltung“, verspricht Bankvorstand Martin Spils.

Beschleunigtes Verfahren

Hattens Bürgermeister Christian Pundt, der vor zwei Jahren neue Bewegung in die verfahrene Sache brachte und sowohl mit Eigentümern und Interessenten sprach, spricht von „dem letzten Schandfleck im Ort“, der jetzt verschwinden könne. Besonders positive bewertet er, „dass die gesamte Wertschöpfungskette bei uns in der Gemeinde bleibt und die neuen Eigentümer eng mit der Gemeinde zusammenarbeiten wollen.“ Er sieht grundsätzlich auch gute Chancen für eine beschleunigte Bebauungsplan-Änderung, die einige Monate Vorbereitungszeit sparen würde.

Klaus Dallenga, Vorsitzender des Orts- und Bürgervereins Sandkrug, war der verfallende Gasthof schon lange ein Dorn im Auge. „Jetzt verschwindet zwar ein Stück Sandkruger Geschichte, aber macht Platz für Neues“, überwiegen für ihn die positiven Seiten.

Gemeindechronist Peter Biel, der 1984 die Chronik „Der Sandkrug – ein Gasthof in den Osenbergen“ veröffentlichte, sieht den bevorstehenden Abriss dagegen vor allem mit großem Bedauern. „Für den Ort ist das ein unwiederbringlicher Verlust.“ Beide Männer haben zumindest die Hoffnung, dass mit der Fassade eines Neubaus an den Gasthof weiter erinnert werden könnte.

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Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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