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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Künftig Bio-Eier aus Sandkrug?

27.07.2019

Sandkrug Bio-Lebensmittel erfreuen sich bei den Kunden immer größerer Beliebtheit. Der Umsatz in Deutschland lag 2018 bei 10,91 Milliarden Euro (Quelle: Arbeitskreis Biomarkt auf Basis der Gesellschaft für Konsumforschung).

In Sandkrug plant Landwirt Rainer Bolling, dessen Hof mit Schweinezucht gegenüber dem Gewerbegebiet und der Friedhofserweiterungsfläche an der Schultredde liegt, den Neubau eines Stalles für bis zu 18 000 Bio-Legehennen. Alle Ratsfraktionen unterstützen das Vorhaben, zurzeit liegen die Pläne im Rathaus aus. Eine Bürgerinitiative sieht das Projekt sehr kritisch und sammelt Unterschriften.

Was spricht dagegen?

Der geplante Stall (unter 4000 m²) liegt im Landschaftsschutzgebiet „Mittlere Hunte“. Die Bürgerinitiative kritisiert das Vorhaben u. a. wegen der Dimensionen – 11 Hektar Freilaufgelände, neben dem Stall sollen eine Kothalle, zwei Futtermittelsilos und zwei Sammelgruben gebaut werden. Es sei durch die Freilauffläche mit einer Belastung des Grundwassers und der 350 m entfernten Hunte zu rechnen.

Das Verkehrsaufkommen durch Futterbeschaffung und Abtransport der Eier würde zusätzlich zu einer Wertminderung der umliegenden Grundstücke führen, so die Initiative. Sandkrug sei ein amtlich anerkannter Erholungsort, es dürfe hier zu keiner weiteren Massentierhaltung kommen. Ansprechpartner der Initiative ist Rainer Burchardt, Telefon  04481 1473.

Was spricht dafür?

In unmittelbarer Nähe des landwirtschaftlichen Hofes gibt es keine Wohnbebauung. Im Zuge des Stallneubaus ist der Landwirt verpflichtet, die Gesamtimmissionen an dem Standort durch neue Filter für die bereits bestehenden Schweineställe zu senken. Laut Gutachten der Landwirtschaftskammer verbessert sich dadurch insgesamt die Luftqualität im Bereich des Gewerbegebietes. Am Dienstag, 6. August, 18 bis 20 Uhr, findet ein Tag der offenen Tür auf dem Hof statt, zu dem die SPD Bürger, Ratsmitglieder und Verwaltung einlädt.

Was sagt die Politik?

Die Hatter Ratsfraktionen begründen ihre Unterstützung des Projektes wie folgt:
 Uwe Hollmann, SPD-Fraktionsvorsitzender: Wir haben vor Jahren schon die Weichen gestellt, damit nicht völlig ungeordnet überall in der Landschaft neue Stallbauten entstehen können. Der Rat hat sich auf eine hofnahe Entwicklung der Betriebe verständigt. (Anmerkung der Redaktion: Der Sandkruger Betrieb besitzt einen zweiten Standort am Borchersweg in Tweelbäke).
 Adolf Oltmann, Bauausschussvorsitzender, CDU: Durch die neuen Abluftfilter der Schweineställe sollen sich die Immissionen um bis zu 90 Prozent reduzieren. Die Nachfrage nach Bio-Eiern ist groß. Alle Beschlüsse sind bisher einvernehmlich in Absprache mit der Naturschutzbehörde erfolgt.
 Stephan Möller, FDP: Aus unserer Sicht liegt ein überzeugendes Konzept des Landwirts vor. Für uns ist wichtig, dass die Untere Naturschutzbehörde keine Einwände hat. Ich finde es aber problematisch, wenn die Pläne ausgerechnet in den Sommerferien ausgelegt werden. Ob Absicht oder nicht: Transparenz sieht anders aus.
 Helmut Rücker, Grünen-Fraktionssprecher: Wir wollen keine Ställe in der freien Landschaft, deshalb hat eine Erweiterung am Hof für uns Priorität. Wegen der Nähe zum Naturschutzgebiet werden wir alle Einwände genau prüfen. Wir müssen wohl am Ende einen Kompromiss finden.
 Andreas Richter, Bauausschussmitglied, FHL: Wir wollten zuerst dagegen stimmen. Für uns war am Ende die Aussage entscheidend, dass sich lufttechnisch die Situation verbessert. Ich habe da als einziger extra im Ausschuss nachgefragt.
 Katja Radvan, Linke: Ich stehe zu dem Projekt. Die Aussage der Experten ist schließlich eindeutig, dass die Immissionen sich am Standort dadurch sogar verringern werden. Die Freilauffläche halte ich wegen des Tierwohls für sehr wichtig.

Die Verwaltung

Bürgermeister Christian Pundt: Die Steuerung der Tierhaltung wurde im Jahr 2012 vom Rat auf den Weg gebracht. Ihr Ziel: keine Zersiedelung der Außenbereiche zuzulassen. Deshalb der Beschluss, hofnahe Entwicklungen zu prüfen. Der in sozialen Medien geäußerte Vorwurf, hier solle etwas in den Sommerferien durchgewunken werden, entbehrt jeder Grundlage. Wir werden die Frist für Eingaben um zwei Wochen verlängern, damit habe ich kein Problem.

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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