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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Emma lädt zum Tänzchen auf Sannum ein

15.05.2019

Sannum Sie kann Spiele spielen, Instrumente nachmachen, singen und tanzen. Und das, obwohl sie kein Mensch ist: Emma, der Pflegeroboter, reagiert interaktiv mit ihrem Gegenüber. Im Rahmen des Projekts „DSL – Demenz: Digitale Selbsthilfe auf dem Land“ der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB), das in den Landkreisen Oldenburg, Vechta und Wesermarsch umgesetzt wird, war Emma nun im Gut Sannum in der Gemeinde Großenkneten zu Gast. Mitgebracht haben sie Prof. Dr. Jens Lüssem und Jennifer Blazejak von der Fachhochschule Kiel, die den Projektverantwortlichen und Mitarbeitern von Gut Sannum den Pflegeroboter vorstellten.

Und dabei zieht der kleine, weiße Roboter schnell die Aufmerksamkeit aller auf sich. Einige werfen ihm zunächst skeptische Blicke zu, bleiben in einigem Abstand stehen. Doch eine junge Frau ist mutig und geht auf Emma zu, begrüßt sie und stellt sich ihr gleich selbst vor. Nach einigen Klicks auf das Touchpad beginnt der Roboter, Tiergeräusche abzuspielen. Die Frau muss dann das passende Tier auf dem Touchpad anklicken – es ertönt ein Klingeln: „Das ist richtig, sehr gut!“, sagt Emma, die Bewohnerin freut sich. Gleich noch einmal.

Frauen gingen generell offener auf Emma zu, berichtet Lüssem. Männer seien auch schon mal desinteressiert an der neuen Technik. Insgesamt gebe es aber sehr viele positive Rückmeldungen.

Aber Emma kann noch viel mehr: Zusammen mit einem weiteren Bewohner tanzt Emma zu bekannten Liedern wie „Gangnam Style“ oder „An der Nordseeküste“, spielt mit ihm Memory und kann das Alter ihres Gegenübers erraten.

Immer mehr Bewohner scharen sich mit der Zeit um den Roboter und beschäftigen sich mit seinen verschiedenen Programmen. Sie haben – trotz anfänglicher Zurückhaltung – keine Berührungsängste mit Emma und sind begeistert von den vielen Möglichkeiten, mit ihr zu interagieren.

Die meisten seien neugierig auf den Roboter, erklärt Lüssem. Vor allem junge und ältere Menschen gingen vorurteilsfrei auf Emma zu. Bei Menschen mittleren Alters gäbe es vermehrt negative Vorurteile, was ihre Skepsis gegenüber Robotern erkläre.

Beim Umgang mit dem Roboter fällt eines auf: Emma hält immer ein wenig Abstand zu den Bewohnern. Das wurde so programmiert, erläutert Lüssem. Schließlich soll Emma niemanden durch ausladende Gesten verletzen oder ins Straucheln bringen.

Zudem werden mit der Gesichts- und Spracherkennung persönliche Daten gespeichert, die besonders geschützt werden müssen. Bei der Programmierung eines Pflegeroboters müssen also auch Haftung und Datenschutz beachtet werden.

„Was passiert, wenn die Bewohner mal zugreifen?“, fragen die Pfleger von Gut Sannum. Was ist, wenn jemand unsanft mit dem Roboter umgeht? Auch darauf ist Emma vorbereitet: Sie bewegt sich in eine andere Richtung, beschwert sich mit einem „Aua“ über die Behandlung.

„Der Pflegeroboter soll eine Assistenz für die Pflegekräfte darstellen und sie entlasten. Davon profitieren sowohl Betreute als auch Betreuer“, erklärt Lüssem das Ziel von Emma. Man könne und wolle mit ihr jedoch nicht den Pflegenotstand beheben, denn pflegerische Aufgaben könne der Roboter nicht übernehmen – er unterstütze nur bei der Betreuung.

Ein hoher Erfolgsfaktor bei Pflegerobotern, so Lüssem, sei das Einbinden von Pflegekräften in die Entwicklung ihrer Programme und Fähigkeiten. Mit ihren Ideen helfen die Pfleger somit, die Roboter auf die Bedürfnisse der Betreuten optimal auszurichten.

Neele Körner Volontärin, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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