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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Landwirtschaft In Hatten: Mehr Licht und Luft für die Zucht

27.02.2020

Schmede Auf dem ehemaligen Acker hinter dem Hof Denißen am Kuhlendamm hat die Zukunft begonnen. In einer langen Baugrube trocknet die Betonsohle aus, ein Baukran hat die ersten Wände für den neuen Schweinestall aufgestellt. Wenige Meter entfernt zeichnen sich im planierten Sand die Umrisse eines zweiten Stalls für die Ferkel ab.

960 Mastplätze für Schweine sollen auf diese Weise entstehen und eine Ferkelaufzucht. Zurzeit mästet der landwirtschaftliche Betrieb, der nachweislich bereits seit dem Jahr 1644 in Schmede besteht, etwa 1100 Schweine auf konventionelle Weise. Das unterscheidet die Millioneninvestition von anderen Projekten.

Der Familienbetrieb von Frauke und Kai Denißen setzt nicht auf Wachstum, sondern bessere Lebensbedingungen der Tiere. Möglich machen sollen das sogenannte Pigports, Offenställe für Schweine. In Norddeutschland gibt es die schon länger für Kühe, in der Schweinehaltung sind sie dagegen die Ausnahme. Der neue Stall wird nach dem Erstbezug – voraussichtlich im Dezember 2020 – zu einer Seite offen sein und damit das ganze Jahr über viel Frischluft bieten. Die in kleinen Gruppen gehaltenen Schweine können dann selbst wählen, ob sie sich in den innen liegenden Nestern aus Stroh oder lieber im Freien aufhalten wollen.

Im Unterschied zu einem konventionellen Stall hat jedes Tier hier die doppelte Menge an Platz (statt der gesetzlich vorgeschriebenen 0,75 m² pro Schwein sind es im Offenstall mindestens 1,5 m²). Das Klima wird über die Dachstellung geregelt, nicht mehr wie in den alten Ställen ohne Tageslicht durch eine Automatik. Lediglich die Fütterung mit einem Getreidebrei aus Mais, Weizen, Roggen und Gerste – alles selbst angebaut – und kleinen Anteilen, Raps, Soja und Mineralstoffen bleibt computergeregelt. Sieben feste Mahlzeiten pro Tag sollen für ein schnelles Wachstum sorgen. Ganz verzichtet wird auf das Kupieren der Ringelschwänze. Der größere Auslauf und weniger Stress in der Gruppe sollen verhindern, dass die Tiere sich gegenseitig anknabbern und Entzündungen entstehen.

Ein Jahr auf dem Bauernhof

Der Hof Denißen öffnet sich für alle an Landwirtschaft Interessierten. Von März bis November wird sich eine feste Gruppe einmal im Monat treffen und die Veränderung auf dem Feld, der Wiese, im Garten und natürlich auch der Tiere im Laufe der Jahreszeiten unmittelbar erleben.

Der Jahreskurs ist geeignet für Kinder ab sechs Jahren. Die neun Termine laufen jeweils von 15 bis 18 Uhr. Teilnahmekosten: 160 Euro (plus 10 Euro für Material).

Infos: Hof Denißen, Kuhlendamm 9, Telefon  04482 928034.

    www.bauernhof-denissen.de

Sprinkleranlagen und Nippeltränken unterstützen das natürliche Verhalten der Tiere, die im Gegensatz zu ihrem Ruf reinlich sind und Plätze fürs Koten deutlich entfernt von den Nestern wählen. „Wir brauchen keinen Spaltboden mehr, sondern schieben die Fäkalien über den planen Beton im Freien regelmäßig ab“, erzählt Kai Denißen. Die Geruchsbelastung soll unterm Strich deutlich geringer als in konventionellen Ställen sein. Bei den Ammoniakemissionen hat der landwirtschaftliche Betrieb eine Verschärfung der Grenzwerte akzeptieren müssen. Die Denißens sind sicher, diese erfüllen zu können.

Und was passiert mit den alten Ställen? Frauke Denißen: „Ein großer Teil wird später als geschlossenes Mistlager dienen. Das ist schließlich kein Abfall, sondern wir erzeugen unseren eigenen Dünger.“

Abgesehen vom Gewinn an Lebensqualität für die Tiere bietet die Haltung in Pigports trotz besserer Fleischqualität für die Züchter nicht automatisch ökonomische Vorteile. „So etwas wie ein offizielles Label, das die offene Stallhaltung bewirbt“, gibt es noch nicht“, bedauert Frauke Denißen. Durch Direktvermarktung der Tiere an kleine Schlachtereien und Betriebe wollen die Denißens dies ausgleichen.

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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