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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Schnitzen an idealer Lösung

18.10.2013
NWZonline.de NWZonline 2015-07-22T16:03:10Z 280 158

Skulpturen:
Schnitzen an idealer Lösung

Hude Im Atelier von Wolf E. Schultz verdrückt die Marmor-Skulptur „Anima“ eine Träne. Das ist sinnbildlich für die missliche Lage, in der sich der renommierte Bildhauer befindet: Durch den Abriss des Skulpturenhauses am Mühlenweg, das einem Wohnhaus weichen muss, ist der 73-Jährige auf der Suche nach einer Bleibe für 111 Kunstwerke aus Holz, Stein und Metall, die in vier Jahrzehnten künstlerischen Schaffens entstanden sind.

Derzeit stehen die meisten der bislang öffentlich zugänglichen Werke verpackt und verschnürt in Schultz’ Atelierhof am Ladillenweg, in seiner Garage oder dicht gedrängt im Schuppen. Einige haben es direkt ins Atelier geschafft – sie bilden zusammen mit vielen neuen und kleineren Werken den Grundstock für eine Ausstellung unter dem Titel „Vorsicht Ironie!“, die am Sonnabend, 23. November, eröffnet werden soll. Schultz macht also aus der Not eine Tugend und zeigt, dass er weder den Humor noch die Hoffnung auf eine dauerhafte Lösung für die Skulpturen-Ausstellung verloren hat.

Grund zur Zuversicht besteht allemal: So bahnt sich an, dass das Skulpturenhaus im Klosterbezirk ein neues Zuhause finden könnte. Gastronom Jens Burgdorf strebt als Pächter der Klosterschänke einen Umbau der verwaisten Kegelbahnen an. Er möchte dadurch die sanitären Anlagen des Restaurants erweitern, Sozialräume schaffen und eben auch eine große Galerie, in der Wolf E. Schultz’ Kunst ihren Platz finden könnte. Für ihn würde sich damit ein Kreis schließen: „Anfang der 80er Jahre habe ich hier im Klosterbezirk meine erste Huder Skulptur geschaffen. Sie steht noch heute hier. Es ist daher ein idealer Ort für das Skulpturenhaus. Nicht nur für mich als Künstler, sondern auch für die Gemeinde.“

Das sieht Uwe Schubert, der für die Kulturförderung zuständige Fachbereichsleiter der Gemeindeverwaltung, ähnlich: „Wir stehen der Idee aufgeschlossen gegenüber und prüfen Unterstützungsmöglichkeiten.“ Schultz’ Kunstwerke seien ortsbildprägend, als Schöpfer des Skulpturenufers und des Bildhauersymposions habe er sich große Verdienste erworben.

Die Gemeinde wartet nun auf eine Kostenschätzung, die Jens Burgdorf in Auftrag gegeben hat. Bevor er investiert, benötigt er indes das Okay der Gutsverwaltung, das noch aussteht. Die Gutsverwaltung hat einen Rechtsanwalt eingeschaltet, der die „Untervermietung“ prüft.

Für Schultz ist der Klosterbezirk die 1a-Lösung, aber es gibt auch noch einen Plan B. Nach der NWZ -Berichterstattung über das Aus für das Skulpturenhaus am Mühlenweg hatte sich bei ihm eine Familie gemeldet, die in der Nähe vom Hasbruch wohnt und in dem Gebäude, in dem früher eine Künstlerin zu Hause war, Platz für Schultz’ Werke schaffen würde. Der Nachteil: Nur eine kleine Auswahl der Arbeiten könnte dort untergebracht werden.