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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Mit Rücklagen Risiko reduzieren

03.08.2018

Schönemoor /Bookholzberg Als der Termin mit dem FDP-Kreisverband im Mai vereinbart wurde, konnte Gero Hocker noch nicht ahnen, dass er sein Thema den aktuellen Gegebenheiten würde anpassen müssen. „Eine derart dramatische Situation war ja nicht vorauszusehen“, sagte er am Mittwochabend im „Schwarzen Ross“ in Bookholzberg. Aber der Bundestagsabgeordnete der Liberalen aus Achim zeigte sich gut präpariert und listete vor rund 50 Zuhörern, darunter Vertreter des Ganderkeseer Orts- und des Kreislandvolks, konkrete Vorschläge auf, um die Schäden für die Landwirtschaft durch die anhaltende Dürre in Grenzen zu halten.

Vordringlichste Forderung des Sprechers der FDP-Bundestagsfraktion im Ausschuss für Landwirtschaft und Ernährung ist eine „steuerfreie Risikovorsorge“: Landwirte sollten die Möglichkeit bekommen, in ertragreichen Jahren Rücklagen zu bilden, die sie nicht versteuern müssen, um diese in schlechten Zeiten einsetzen zu können, etwa zum Ankauf von Futter.

Das stieß auf allgemeine Zustimmung im Publikum: „Wir müssen Mittel in die Hand bekommen, um selbst agieren zu können“, sagte etwa FDP-Ratsherr und Landwirt Jürgen Struthoff aus Bergedorf. Denn zurzeit herrsche der öffentliche Eindruck vor, die Bauern würden nur immer wieder nach Entschädigungen durch Brüssel oder Berlin rufen.

Eine weitere Maßnahme, die schnell wirkten könnte, so Hocker, sei die Freigabe ökologischer Ausgleichsflächen für einen Notanbau. In Zeiten wie diesen müssten ökologische Aspekte hinter den Anforderungen von Mensch und Tier zurückstehen. Auch das traf den Nerv der Zuhörer. Ansonsten sparte der FDP-Abgeordnete nicht mit Kritik an CDU-Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner: „Die hat den Igel in der Tasche“, kommentierte er deren Zögerlichkeit bei schnellen Hilfen.

Auf sein eigentliches Thema – die „Herausforderungen der Landwirtschaft zwischen niedrigen Verbraucherpreisen und geringer Wertschätzung“ – kam Gero Hocker aber auch noch zu sprechen. Vor allem die Sicht von bestimmten gesellschaftlichen Gruppen, speziell den „urbanen Milieus“, auf die Landwirtschaft ist ihm ein Dorn im Auge: „Die stellen sich Landwirtschaft heute vor wie in einem Wimmelbuch von Ali Mitgutsch.“ Dabei würden die hohen Tierwohl- und Umweltanforderungen hierzulande bewusst ignoriert, ärgert sich Hocker. Und er gab zu bedenken: „Wenn man in Deutschland die Daumenschrauben anzieht, kommen die Produkte aus Ländern, wo die Standards niedriger sind.“

Wie Betriebe in der Gemeinde Ganderkesee den schwierigen Spagat zwischen Qualität und Ertrag einerseits sowie Tierwohl und Umweltverträglichkeit andererseits meistern, hatte Hocker zuvor auf dem Hof Eilers in Schönemoor erfahren. Mit seinem Ganderkeseer Fraktionskollegen Christian Dürr sowie FDP-Kreis- und Kommunalpolitikern ließ er sich von Junglandwirtin Jana Eilers und deren Eltern Hans-Gerd und Heike Eilers über den Betrieb führen, der im Vorjahr mit dem Milchlandpreis „Olga“ als einer der 15 besten Milcherzeuger Niedersachsens ausgezeichnet wurde. Aber auch dort holte die Liberalen schnell die dramatische Gegenwart wieder ein: Denn nachdem der erste Grasschnitt im Frühjahr noch recht ertragreich war, wie Jana Eilers sagte, fiel der zweite schon sehr mäßig und der dritte komplett aus. Auch auf dem Hof Eilers wird das Futter knapp!

Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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