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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Was tun, wenn der Mais platt ist?

03.08.2018

Schönemoor Joachim und Tim Klüver können zurzeit nicht mehr tun als warten. Für ein Naturereignis wie die anhaltende Trockenheit gibt es auf ihrem landwirtschaftlichen Betrieb in Schönemoor keinen Plan B. „Wir gucken jeden Tag ins Regenradar, aber wir können nichts machen“, sagt Joachim Klüver. Er habe trockene und nasse Jahre erlebt, meint der 59-jährige Landwirt. „Aber nicht so eine Trockenheit seit Mai.“

Der Mais

Die Auswirkungen der Dürre sind auf einem Feld am Hof der Klüvers wie auf vielen anderen Äckern zu sehen. Die Maispflanzen, die dort stehen, sind kleiner als üblich und haben großenteils vertrocknete Blätter. Und was für die Landwirte noch schlimmer ist: Viele Pflanzen haben keine oder nur sehr kleine Kolben gebildet. Somit sind sie weitgehend wertlos: „In den Kolben befindet sich die Energie der Pflanze“, erläutert der 31-jährige Tim Klüver. Rund 33 Hektar des Milchviehbetriebs in Schönemoor sind mit Mais bepflanzt. „Die Hälfte davon ist platt.“

Das Gras

Maissilage dient ebenso wie Gras als Futter für die 75 Milchkühe des Betriebs. Das Gras wird nach Angaben der Landwirte etwa vier- bis fünfmal im Jahr gemäht. „In diesem Jahr haben wir zweimal schlecht gemäht“, sagt Tim Klüver. Das Gras wächst nicht mehr nach: Die Wiesen seien zu Steppen geworden.

Bereits vor der großen Wärme und Trockenheit mussten die Landwirte mit extremem Wetter kämpfen – anhaltender Regen im Herbst und Winter machte viele Felder unbefahrbar: „Das Frühjahr war zu kalt und zu nass“, fügt Joachim Klüver hinzu.

Die Kühe

Mit Sorge blicken Vater und Sohn auf ihre 75 Kühe. Die Tiere leiden unter der Hitze und meiden ihren Auslauf im Freien. „Sie bleiben größtenteils im Stall, wo es schattiger und kühler ist“, sagt Joachim Klüver. Dort läuft die Lüftung auf Hochtouren. Doch die Leistung der Kühe gehe zurück: „Sie geben fünf Liter Milch weniger pro Tag.“

Die Tiere benötigen etwa 150 bis 180 Liter Wasser am Tag. Außerdem bekommt jede Kuh neben Kraftfutter täglich etwa 30 Kilo Mais- und Grassilage. Die Klüvers befürchten, dass das Futter nicht bis zum nächsten Jahr reichen könnte, wenn nicht bald ergiebiger Regen fällt. Dann müssten sie Futter zukaufen. „Aber wo sollen wir es herholen?“, fragt Joachim Klüver. Auch mit Millionenentschädigungen für Landwirte, die jetzt diskutiert werden, kann es aus seiner Sicht nicht beschafft werden.

Die Biogasanlage

Zu dem Familienbetrieb gehört auch eine Biogasanlage, die ebenfalls „gefüttert“ werden muss. Nach Angaben der beiden Landwirte ist es nicht möglich, sie einfach herunterzufahren, um Mais und Gras zu sparen. Denn zusätzlich zur Gülle der Kühe müsse ein fester Bestandteil an nachwachsenden Rohstoffen hineingegeben werden. „Wir haben einen Kreislauf in unserem System“, erläutert Joachim Klüver. „Da kann nichts wegbrechen.“ Außerdem würden der Hof und das Dorf mit der Biogasanlage versorgt.

Die Zukunft

Die Klüvers hoffen auf ergiebigen Regen. Doch sie halten es ebenso für möglich, dass es noch lange trocken bleibt. Auch wenn Joachim Klüver sagt, dass er für diesen Fall keinen Plan B habe, gibt es bereits erste Überlegungen: „Wir müssten die Tiere so weit wie möglich dezimieren“, sagt er. Außerdem haben Vater und Sohn bereits darüber nachgedacht, die Maisfelder zu räumen. Die Pflanzen seien noch nicht fertig und könnten nur schlecht siliert werden, erläutern sie. Doch wenn das Wetter anders werde, könne man bis zum Herbst noch etwas anbauen, das schnell wachse, zum Beispiel Ackergras oder Futterraps.

Die Möglichkeiten

Wie den Landwirten akut geholfen werden kann, war am Mittwochabend auch Thema einer Diskussionsveranstaltung mit dem FDP-Bundestagsabgeordneten Gero Hocker. Dazu ein Bericht auf der nächsten Seite.

Antje Rickmeier Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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