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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Sehnsucht nach dem Sommer

24.06.2015

Ganderkesee Alleine sitzt Paolo Brunetti vor seiner Eisdiele an der Rathausstraße. Er freut sich dieser Tage über jeden Besucher. „Katastrophal, alle Leute hier in der Nachbarschaft sind unzufrieden“, kommentiert er das seit Wochen wechselhafte Wetter, das oft weder zum Eisessen, noch zum Ladenbummel animieren kann. „Wir spüren das im Umsatz und in der Stimmung. Wir brauchen Sonne zum Leben“, fordert Paolo Brunetti mit Blick auf eine leere Einkaufsstraße.

„Wenn das Wetter so regnerisch und kalt ist, wird bewusster eingekauft“, erklärt Textilhausbesitzer Georg Tönnies. Erst wenn man wirklich etwas brauche, gehe man auch vor die Tür. „Ich kann aber nicht meckern, ich habe gut verkauft, allerdings mehr lange Hemden als T-Shirts“. Der Kaufmann sieht die Situation realistisch: „Die meisten hätten gern jeden Tag Sonnenschein, das geht aber nicht, denn sonst verhungern wir schließlich.“

Besorgt sieht Landwirt Rainer Bücking die kalten Tage. „Ich sehe Ertragsausfälle von zehn bis 20 Prozent bei der Wintergerste kommen.“ Winterroggen und Raps seien bisher nicht betroffen. Das Jahr sei bisher außergewöhnlich trocken gewesen, dafür aber auch sehr kühl – darüber freut sich mancher Landwirt. „Wir hätten sonst viel mehr eingebüßt, wenn die Pflanzen noch mehr Wasser durch die Sonne verloren hätten“.

Das sieht auch der Kartoffelbauer Friedhelm Blankemeyer so. „Mais und Kartoffel leiden momentan und sind nur ganz klein. Wenn wir zu der Trockenheit noch 30 Tage Sonne gehabt hätten, sähe das anders aus.“ Denn je länger es trocken sei, desto schlechter würde die Ernte ausfallen. „Letztes Jahr hatten wir Überfluss“, erinnert sich der Landwirt. Für diese Saison hoffe er, dass der Minderertrag seiner Ernte über einen höheren Preis aufgefangen werde.

Vom kalten und regnerischen Wetter ließen sich auch viele Radgruppen abhalten, berichtet Gaby Logemann vom Melkhus Bergedorf. „Es ist nicht so prickelnd. Es ist einfach zu kalt, das geht schon seit Mai so.“ Fahrradtouristen blieben oft aus, einige Gäste kämen mit dem Auto, aber auch seltener. „Dafür sind alle Kühe fit und fidel, die mögen so zehn Grad“, führt allerdings Gerd Logemann auf. Wärme drücke auf die Milchleistung. Auch Pflanzenschädlinge kämen nicht auf.

Beim Nabu in Ganderkesee sieht man das Wetter mit gemischten Gefühlen. „Wir freuen uns gerade über den Regen, das hilft unserer Saat auf einer Streuobstwiese“, sagt Nabu-Chef Hans Fingerhut. Momentan sei eine Prognose schwierig, wie sich die Trockenheit in Verbindung mit Kälte auf die Tier- und Pflanzenwelt auswirke. „Die Natur liegt auf Lauerstellung und wartet auf den Sommer.“

Dem kann der Bürsteler Alpaka-Züchter Rainer Fortmann auch etwas Positives abgewinnen: „Die Natur sieht noch aus wie im Frühling. Rhododendron und Stiefmütterchen blühen noch, anstatt schon verdorrt zu sein.“

Unterdessen zieht Andrea Eybe aus Delmenhorst ihre Bahnen im Ganderkeseer Freibad. Oft allein. „Für mich als Rothaarige und sehr Hellhäutige ist das mein Wetter. Das Bad ist auch schön leer.“

Sascha Sebastian Rühl Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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