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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

ERNEUERBARE ENERGIEN: Sonnenenergie gegen Husten

23.07.2008

KATTOWITZ /WILDESHAUSEN „Atemwegserkrankungen sind hier keine Seltenheit!“, sagt der 18-jährige Pawel Palarszyk, Schüler des dritten Lyceums in Kattowitz. Auch wir merken schnell, im Rahmen unserer Umweltrecherche in Polen angekommen, dass die Luft hier wesentlich schlechter ist als in Norddeutschland. Außerdem sieht man, dass viele der Häuser rußgeschwärzt sind. „Das liegt daran, dass der größte Teil der Energie aus Steinkohle gewonnen wird“, erklärt uns der Gymnasiast weiterhin. Das ist auch ein Grund für die hohe Luftverschmutzung in Kattowitz (Katowice), der Hauptstadt Oberschlesiens, einer dem Ruhrgebiet ähnlichen Region. Die Stromversorgung basiert in Polen zu über 90 Prozent auf der Nutzung von Stein- und Braunkohle. Hierfür ausschlaggebend sind die reichen Vorkommen dieser natürlichen Rohstoffe. 2004 wurden ca. 101 Mio. Tonnen Steinkohle sowie 61,1 Mio. Tonnen Braunkohle gefördert. Der Anteil erneuerbarer Energiequellen (außer Wasserkraft) an der Erzeugung

von Elektroenergie ist in Polen bisher eher bescheiden.

Da in den nächsten Jahren – eine kontinuierliche wirtschaftliche Entwicklung vorausgesetzt – weiter mit einem Anstieg der Nachfrage an Energie durch die Wirtschaft zu rechnen ist, ergibt sich für Produzenten und Verbraucher die Notwendigkeit, die Energie effizient bereitzustellen und zu nutzen, weiterhin wird immer mehr das Augenmerk auf umweltschonende Alternativen zur Kohlenutzung gelenkt. Zur Realisierung des staatlichen Ziels, bis 2010 eine Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien auf 7,5 Prozent des Primärenergieverbrauchs zu erreichen, werden schätzungsweise Ausgaben in der Höhe von 3,6 Milliarden Euro notwendig sein.

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Trotzdem verläuft die Förderung regenerativer Energieträger nicht problemlos. Die in Polen starke Kohlelobby spielt bei der Diskussion um den Ausbau erneuerbarer Energien eine wichtige Rolle. Wegen des drohenden Verlustes tausender von Arbeitsplätzen in den Zechen wurden durchgreifende Reformen im Energiesektor bisher eher verhalten angegangen.

Befürworter erneuerbarer Energien verweisen allerdings auf den positiven Einfluss eines Sektorausbaus auf die Situation auf dem Arbeitsmarkt. Laut Berechnungen der Stiftung für Energienutzung könnten rund 80 000 neue Arbeitsplätze im ganzen Land geschaffen werden.

Der Anteil direkter Finanzierung von Umweltschutzmaßnahmen durch öffentliche Haushalte beträgt in Polen nur etwa 5 Prozent. Das Finanzierungssystem ist durch relative Staatsferne charakterisiert. Als wichtigste Quellen für die benötigten Investitionen fungieren Umweltfonds, die Umweltbank Bank Ochrony Srodowiska S.A. (BOS), internationale Hilfsprogramme und Entwicklungsbanken. Eine weitere Möglichkeit, dringend benötigte Investitionen für den Umweltschutz bereitzustellen, sieht die polnische Politik in der Privatisierung und in der ausländischen Beteiligung an polnischen Firmen. Ein Beispiel stellt die deutsche Firma Paradigma dar, diese entwickelt ökologische Heizsysteme für private und kommunale Bauten. Der Unfall im Atomkraftwerk von Tschernobyl 1986 war Auslöser für die Gründung der Firma 1988 durch den deutschen

Schokoladeproduzenten Alfred T. Ritter.

In der Nähe von Kattowitz existiert ein polnischer Ableger der Firma, die hier qualifizierten Arbeitskräften Beschäftigung bietet.

Durch den Bau neuer Wohnungen, aber vor allem der Modernisierung vorhandener Bausubstanz tut sich für z.B. Solaranlagenfirmen ein lukrativer Markt auf. Das Problem, laut Georg Zylka, dem Geschäftsführer von Paradigma Polen, ist jedoch die Abwanderung von polnischem Fachpersonal nach Westeuropa. Gleichzeitig bieten sich aber so auch Chancen für deutsche Firmen, Montageaufträge in Polen zu übernehmen. Bedeutende Projekte waren in jüngerer Zeit die Errichtung von Solarthermieanlagen für ein Schulschwimmbad und auf Mehrfamilienhäusern in Kattowitz. Hier findet auch auf kommunaler Ebene ein umweltpolitisches Umdenken statt. Vielleicht ist ja auch der Himmel über Schlesien bald so blau wie über dem Ruhrgebiet, und Pawel muss nicht mehr so häufig an Husten leiden .

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