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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Interview: Spannende Geschichte der Huder Zisterzienser

21.01.2017
NWZonline.de NWZonline 2017-01-21T05:25:39Z 280 158

Interview:
Spannende Geschichte der Huder Zisterzienser

Frage: Im Oktober 2016 haben Sie eine umfangreiche Bestandsaufnahme vorgelegt. Jetzt präsentieren Sie bereits eine Konzeptidee mit dem Arbeitstitel „Museum des ehemaligen Zisterzienserklosters Hude“. Was steckt dahinter?

Rademacher: Der Huder Klosterbezirk ist seit 1987 Baudenkmal von besonderer nationaler und kultureller Bedeutung. Es ist wichtig, dieses Denkmal zu erhalten. Aufgabe des Museums soll die Bewahrung, Erforschung und Vermittlung des materiellen und immateriellen Erbes des ehemaligen Zisterzienserklosters mit seinem vielschichtigen Einfluss auf die Region und weit darüber hinaus – bis nach Dänemark und in den Ostseeraum – sein. Eine sehr spannende Geschichte. Die Ruine und der Klostersaal stehen dabei im Mittelpunkt, aber insgesamt gibt es auf dem gesamten Areal etwa 15 Kulturdenkmale, die sich einheitlich und informativ präsentieren sollten.

Frage: Was wollen Sie in diesem Jahr in Angriff nehmen?

Schaller: Wir wollen noch vor Beginn der Vegetationsperiode die Sichtachse über den Huder Bach von der Wassermühle bis zur Elisabeth-Kirche freischneiden. Das Okay haben wir. Wir freuen uns auch, dass die Gemeinde die Ruinenbeleuchtung an die öffentliche Straßenbeleuchtung anschließt.

Frage: Wer hat denn bisher den Strom bezahlt?

Schaller: Das waren die Klosterfreunde. Bislang hatten wir monatliche Kosten von rund 410 Euro. Allein der Strom hat die Hälfte des Geldes gefressen. Rademacher: Auch die Lampen im Klostersaal wollen wir mit energiesparenden Leuchten bestücken.

Frage: Was wollen Sie noch anpacken?

Schaller: Kleinere Renovierungsarbeiten sind in nächster Zeit geplant. Wer uns dabei unterstützen möchte, ist immer willkommen.

Frage: Sie haben vor Weihnachten Gutscheine für eine Jahresmitgliedschaft angeboten. Wurde das angenommen?

Schaller: Wir haben 15 neue Mitglieder gewinnen können. Insgesamt hat unser Verein jetzt 147 Mitglieder. Übrigens: Nur 15 Euro kostet die Einzelmitgliedschaft im Jahr, 20 Euro Jahresbeitrag sind es für Familien. Wir hoffen, dass wir noch viele Freunde und Förderer finden, die unser Anliegen unterstützen.

Frage: Was liegt noch an in diesem Jahr?

Rademacher: Wir freuen uns, dass die Gemeinde nun auch die Knüppelholzbrücke über den Huder Bach erneuern will. Sehr gespannt sind wir auf die Planungen für den Parkplatz an der Kirchstraße.

Schaller: Wir hoffen, dass wir das begleiten und mit beraten dürfen.

Rademacher: Bei den Parkplatzplänen muss man eigentlich nur auf das aufbauen, was schon 2008 einmal als Idee entwickelt wurde: Stellplätze für Busse und Pkw auf einem Baumhof, behindertengerechtes WC und Infotafeln sowie im Zeichen der heutigen E-Mobilität vielleicht zusätzlich Energiesäulen. Wir müssen nichts neu erfinden, sondern es nur ins Bewusstsein zurückholen. Das gilt auch für den Pflegeplan für das Areal, der 1992 angeschoben wurde. Es muss eindeutig geklärt werden, wer jetzt was macht auf dem gesamten Areal. Zurzeit sind die Zuständigkeiten unklar.

Frage: Wer ist denn überhaupt alles mit im Boot, wenn es um die Pläne für das Klosterareal geht?

Rademacher: Wir haben mittlerweile mit sehr vielen Leuten gesprochen. Wichtig ist uns die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten. Das ist natürlich Greta von Witzleben als Eigentümern, da sind die Gemeinde, der Denkmalschutz, die Oldenburgische Landschaft, der Landkreis, das Land und viele mehr.

Frage: Und der bröckelnde Zustand der Ruine?

Schaller: Der Monumentendienst wird vom 6. bis 8. März im Auftrag der Gemeinde vor Ort sein und die dringendsten Sachen sofort erledigen sowie kurz- und langfristige Maßnahmen empfehlen. Dabei geht es auch um die Verkehrssicherung.

Frage: Wann öffnet das Museum im Klostersaal?

Schaller: Das soll möglichst noch vor Ostern passieren. Wir denken auch über eine Verlängerung der Öffnungszeiten an den Samstagen, Sonntagen und Feiertagen nach, wenn wir denn ausreichend Leute für den Saaldienst finden. Wir wollen den Klostersaal auch für Ausstellungen zur Verfügung stellen. Wir planen einen Aktionstag für Bürger und Schulen, um die Aufmerksamkeit mehr auf den Klosterbezirk zu lenken.

Rademacher: Nicht nur am Tag des offenen Denkmals im September werden wir uns beteiligen, sondern auch schon im Mai am Internationalen Museumstag. Es soll auch einen „Tag der Klosterfreunde“ geben, mit einer Filmvorführung über das „Imperium der weißen Mönche“. Geplant ist die Teilnahme an Messen wie „Landtage Nord“ in Wüsting und „Genuss am Fluss“ in Wildeshausen, gemeinsam mit der Touristik-Palette. Beim „Lebendingen Adventskalender“ im Dezember wollen wir wieder dabei sein. Wichtig für die Öffentlichkeitsarbeit ist der Internetauftritt, der überarbeitet werden soll.

Frage: Da haben Sie eine Menge vor. Ist das überhaupt zu schaffen?

Rademacher: Diese Arbeit macht einfach Spaß.

Schaller: Wie gesagt, wir freuen uns über jeden, der mit anpacken möchte. Wer Interesse hat, kann mich gerne anrufen unter Telefon  04408/ 803 2055.