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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Spargel sprießt spät wie selten

26.04.2013

Thienfelde Rudolf Schwarting muss tief wühlen in der Erde, ehe er eine Spargelspitze zu fassen kriegt: „Sehen sie mal, wie klein die ist“, sagt er mit prüfendem Blick. „Tja, das dauert noch!“

Spargelfreunde brauchen zurzeit eine Menge Geduld. Der Deutschen liebstes Frühjahrsgemüse lässt extrem lange auf sich warten. „Dass der Spargel so spät kommt, habe ich noch nicht erlebt“, sagt selbst Rudolf Schwarting, auf dessen Feld neben dem Flugplatz in Thienfelde sich unter der schwarz-weißen Folie noch gar nichts regt.

Die Folie liegt schon seit Anfang April über den Beeten – mit der schwarzen Seite nach oben, damit die Sonnenstrahlen die Erde stärker erwärmen. Aber selbst mit dieser Nachhilfe zieht es die Spitzen noch nicht ans Licht. Der lange Winter mit Nachtfrösten bis in den April wirkt immer noch nach. „Eine Woche wird es bei uns wohl noch dauern“, meint Schwarting.

Im vergangenen Jahr gab es den ersten Spargel in der Region schon Anfang April. „Da wurde aber auch ziemlich nachgeholfen“, weiß Rudolf Schwarting: mit Heizschläuchen, die heißes Wasser neben den Beeten entlangführen, und zwei Folienschichten obendrüber, die für ein wärmendes Luftpolster sorgen. Solcher Aufwand wird auf dem Hof Schwarting allerdings nicht betrieben: „Unsere Kunden wollen das nicht“, weiß der Seniorchef. Ihm kommt es ohnehin nicht so sehr auf einen frühen Saisonstart an: „Es ist doch egal, ob wir von Ende März bis Ende Mai ernten oder eben von Ende April bis Ende Juni“. Mehr als zwei Monate Ernte seien ohnehin nicht drin: „Das regelt das pflanzliche Hormonleben“, erklärt der Spargelbauer, „wenn da überzogen wird, hat man im nächsten Jahr weniger.“

Schwarting rechnet auch noch mit einem natürlichen Witterungsausgleich: Weil es in diesem Jahr so lange so frostig war, werde wohl das obligatorische „Kälteloch“ im Mai nicht so extrem ausfallen, schätzt er. Nach Spargel gefragt wird von den Kunden im Schwarting’schen Hofladen schon seit Wochen: „Der Verbraucher denkt, sobald der Frost weg ist, muss der Spargel auf den Tisch kommen“, schmunzelt der Seniorchef. Nächste Woche, erwartet er, dürfte es aber tatsächlich losgehen mit dem Stechen.

Die vier Erntehelfer aus Polen stehen schon Gewehr bei Fuß. „Die kommen in fast gleicher Besetzung seit zehn Jahren immer wieder zu uns“, sagt Schwarting. Die Helfer haben eigene Zimmer auf dem Hof und genießen nahezu Familienanschluss. „Nach einem heißen Tag sitzen wir auch mal bei einer Flasche Bier zusammen“, erzählt der Thienfelder. Wenn sie nur erst da wären – die heißen Tage...

Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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