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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

„Spielen im Freien ist für Kinder das Beste“

16.06.2010

HEIDE Möglicherweise hat die Fußball-WM das Interesse der Männer noch geschmälert, aber Kindererziehung scheint doch überwiegend Sache der Mütter zu sein: An dem Info-Abend zum Thema „Mut zur Erziehung“ in den Räumen der Grundschule Heide haben am Montag über 30 Frauen, aber lediglich zwei Männer teilgenommen. Die Organisatorin der Elternschule der Grundschule Heide, Annett Becker-Edert, und Gemeindejugendpflegerin Brigitte Balder hatten die Psychotherapeutin Dörte Grashorn als Referentin eingeladen.

Sich über Erziehung intensiv Gedanken zu machen, ist eine relativ neue Erscheinung.  „Unseren Eltern war dies meistens fremd“, resümierte Grashorn. Dafür gab es früher für Kinder ganz klare Regeln. Und Kinder konnten Vieles heimlich machen. „Heute sind sie oft zu sehr unter Aufsicht. Das führt zu Unsicherheit“, meinte die Referentin. Kinder hätten ein Anrecht darauf, die Welt mit ihren Augen zu entdecken und sich frei zu bewegen. Das sei zwar nicht ungefährlich, aber „Spielen im Freien ist das Beste“, so Grashorn.

Die größten gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahrzehnte, die sich bis in die Familien auswirken, seien durch Fernsehen, Computer und Internet ausgelöst werden. Die Empfehlung der Expertin: Je weniger, desto besser, denn der Konsum der neuen Medien beeinflusse das Hirnwachstum negativ. Statt Stubenarrest zu bekommen, sollten Kinder „zur Strafe“ möglichst lange im Freien bleiben. Das würde ihre Entwicklung kräftig fördern.

Grashorn warnte davor, Kindern die Wünsche von den Augen abzulesen. „Verwöhnen ist genauso schlimm wie Vernachlässigen“, so ihre griffige Zusammenfassung. Beides verhindere eine gesunde Entwicklung.

Eltern sollten auch nicht versuchen, ihren Kindern Enttäuschungen zu ersparen. „Zum Lernen ist auch Frustration notwendig“, unterstrich die Referentin. Dabei sollten Eltern Geduld zeigen, wenn das Kind neue Fertigkeiten ausprobiert. „Alles, was das Kind selber machen kann, soll es auch tun.“

Falls Vater oder Mutter einmal traurig sind, sollte sie dies nicht leugnen, weil sie ihre Kindern nicht beunruhigen wollen. „Es ist wichtig, die Gefühle und Einschätzungen der Kinder zu bestätigen. Sonst können sie später kein Bauchgefühl entwickeln.“

Bei allen Überlegungen zu Erziehungsfragen sollten Eltern nicht vergessen, dass Reden nur einen geringen Teil der Erziehungsarbeit ausmacht. „Das Tun ist viel wichtiger. Ein gutes Vorbild hat den größten Einfluss und wirkt am stärksten.“

Mädchen hätten es in ihrer Entwicklungsphase leichter als Jungen, sagte Grashorn. „Bei Mädchen wird eine große Bandbreite an Verhaltensmöglichkeiten toleriert, Jungs dürfen eigentlich nur cool sein.“ Als Tipp für die Erziehung gab die Referentin den Müttern und Vätern mit auf den Weg, in möglichst vielen Bereichen eine Balance zu erreichen – von Nähe und Distanz, Offenheit und Ordnung, Anforderung und Freizeit, Irritation und Sicherheit.

Brigitte Balder kündigte an, dass die Gemeinde weiterhin Veranstaltungen anbieten werde, die sich mit Erziehungsfragen befassen. Nach den Sommerferien gebe es u.a. einen weiteren Kursus aus der Reihe „Starke Eltern – starke Kinder“.

Wolfgang Loest Redaktionsleitung / Redaktion Ganderkesee
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