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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Stadt gibt Bauunternehmen zweite Chance

01.03.2017

Wildeshausen Es steckt Muschelkalk in den Fugen – allerdings nicht die Art, die dafür vorgesehen ist. Das ist das Ergebnis des Gutachtens, das die Stadt Wildeshausen nach den verkorksten Sanierungsarbeiten am historischen Rathaus eingeholt hat. Daher beginnen die Arbeiten bald noch einmal von vorne.

„Der verwendete Muschelkalk ist nicht fest genug“, erklärt Baudezernent Manfred Meyer auf Nachfrage der NWZ. Daher sei das Material nicht für die Sanierung geeignet gewesen. Ob es sich um Unwissen, eine Verwechslung oder einen Fehler des Lieferanten gehandelt habe, habe man bei der ausführenden Firma nicht erfragt.

An diesem Auftragnehmer will die Stadt auch bei der Wiederholung der Arbeiten festhalten. „Wo gearbeitet wird, passieren Fehler“, gibt sich Meyer gelassen. Wie beim Umtausch im Laden, müsse man auch in diesem Fall dem Unternehmen die Chance geben, Korrekturen vorzunehmen. Das gehöre zum täglichen Geschäft. Weitere Kosten als die bislang eingeplanten 70 000 Euro sollen für die Stadt nicht entstehen.

Im Juli vergangenen Jahres hatten Arbeiter begonnen, das rote Backsteinmauerwerk des denkmalgeschützten Rathauses aus dem 14. Jahrhundert zu überarbeiten. Allerdings wurde nur ein Teil neu verfugt. Das Ergebnis war ein uneinheitliches Bild. Neben diesem optischen Mangel machten Gerüchte über Beschädigungen des Mauerwerks die Runde.

Im September teilte Stadtsprecher Hans Ufferfilge noch mit, die Verfugung werde lediglich farblich angeglichen. Nach Rücksprache mit den Denkmalschutzbehörden des Landkreises und des Landes wurde allerdings auch ein Gutachten mit Laboruntersuchung in Auftrag gegeben. „Dass die Fugen noch einmal erneuert werden müssen, war von Anfang an eine Option“, sagt Landkreissprecher Oliver Galeotti. Weiter zu dem Gutachten äußern könne er sich nicht, da es der Unteren Denkmalschutzbehörde noch nicht vorläge.

Besonders ärgerlich sind die erneuten Bauarbeiten für den Betreiber des Ratskellers, Robil Uyar. Er hatte schon beim letzten Mal unter Staub und Stromausfällen zu leiden. Einbußen habe er zwar keine gehabt, auch weil bei dem guten Wetter die Gäste ohnehin draußen saßen. Das könne bei Kälte und Regen aber anders aussehen. Positiv stimmt Uyar, dass die Stadt ihn frühzeitig über die erneuten Arbeiten informiert habe. „Ich gehe davon aus, dass es diesmal besser abläuft.“

Das Zeitfenster für die rund drei Wochen dauernde Bauphase wird derzeit geplant. Beim Schaffermahl und beim Gildefest werde das Rathaus frei von Bauarbeiten sein, betont Meyer. Vermutlich werde es auf den April hinauslaufen.

Die Experten, die in den vergangenen zwei Tagen und auch noch an diesem Mittwoch das Rathaus inspizierten, haben übrigens nichts mit der aktuellen Entscheidung zu tun. Sie gehören dem Monumentendienst an. „Diese Bestandsaufnahme ist schon seit September geplant“, so der Baudezernent. Der Bericht soll Aufschluss darüber geben, was in den kommenden Jahren getan werden muss, um das denkmalgeschützte Gebäude zu erhalten.

Patrick Buck
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2114

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