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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

AUSLANDSPRAKTIKUM: Steffi ist in Nicaragua schnell mittendrin

27.08.2005

1821 unabhängig

Nicaragua ist zwar mit 130 000 Quadratkilometern fast ein Drittel so groß wie Deutschland, hat aber nur 3,9 Millionen Einwohner. Die meisten davon wohnen an der Pazifikküste. Der Staat ist seit 1821 unabhängig. 1936 begann die Herrschaft des Somoza-Clans. 1978 bildete sich eine sozialistische Junta, die zunehmend von den „Contras“ bekämpft wurde. Heute wird das Land von Konservativen regiert.

Im bitterarmen Nicaragua absolvierte Stefanie Bollhagen ein Praktikum. Ihre Arbeitsstätte: eine Werkstatt für Behinderte.

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Von Karsten Kolloge GANDERKESEE/BOOKHORN - Der Begriff steht in keinem Lexikon. Doch für Stefanie Bollhagen gehört er ganz selbstverständlich zum Vokabular: „Nicas“, das seien die Bewohner von Nicaragua, einem der ärmsten Länder der Welt. Unter „Nicas“ hat die 25-jährige Sonderpädagogik-Studentin in den vergangenen vier Monaten gelebt, mit ihnen hat sie gearbeitet, gewohnt oder gelacht. Sie und auch ihre Freundin und Studienkollegin Nele Bunnefeld absolvierten ein Praktikum in „Los Pepitos“, einer Werkstatt für etwa 70 junge Behinderte in Esteli.

Dass die Bookhornerin und ihre Freundin das im Studium geforderte Praktikum im fernen Mittelamerika absolvierten, lag unter anderem an ihrem Professor Peter Sehrbrock von der Uni Oldenburg: Der hatte empfohlen, sich einmal in einem Dritte-Welt-Land anzusehen, wie dort mit Behinderungen umgegangen wird.

Gesagt, getan. Ende Februar ging‘s los, in eine Region mit fremder Kultur, fremder Sprache. Kurz vor dem Praktikum stand ein Crash-Kurs in Spanisch an. „Der war so aufgebaut, dass ich reden sollte“, erinnert sich die 25-Jährige schmunzelnd. „Am Anfang war‘s ziemlich schrecklich. Dann ging‘s.“

In den Werkstätten gab‘s dann eine erste Überraschung: Die Kommunikation im Vorfeld hatte nicht richtig funktioniert. Die Leitung wusste nicht so recht, was die beiden jungen Frauen eigentlich bei ihnen wollten. Im Rückblick kann Steffi Bollhagen sich ein vergnügtes Grinsen nicht verkneifen: „In Deutschland hätte schon eine Akte bestanden.“

Die Bookhornerin entschied sich schließlich, in der „Vorwerkstatt“ von Los Pepitos zu helfen. Die Arbeit dort sei schon anders als in deutschen Werkstätten: „Ein bisschen mehr Chaos“ gebe es, aber dadurch auch mehr Gespräche untereinander. Und: Die Behinderten in Nicaragua bekämen für ihre Arbeit kein Geld, die Einrichtung sei schon eher Aufbewahrungsstätte. Aber: Los Pepitos sei wie eine große Familie, habe für die Behinderten mehr Freizeitcharakter.

„Sehr schnell“ war die 25-Jährige in ihrer Gruppe „mittendrin“. Leiterin Isabel lud sie zu sich nach Hause aufs Land ein, in ein „halb fertiges Haus“. Isabels Mann, so erfuhr Steffi, arbeite illegal in den USA, um das Geld fürs Bauen zu verdienen. „Typisch“ sei das im armen Nicaragua.

Und die Speisen? Die 25-Jährige aß mittags in der Gastfamilie von Nele Bunnefeld, wo „typisch nica-mäßig“ gekocht wurde. Dreimal am Tag gab es Bohnen mit Reis, mittags Huhn dazu. Lecker? „Es geht. Das liegt schwer im Magen, abends würde ich‘s nicht empfehlen.“ „Superlecker“ fand die Studentin die „spottbilligen frischen Fruchtsäfte“ aus Ananas oder Melonen. „Die hätte ich gern mit rübergenommen.“

Eines steht für die Bookhornerin übrigens fest: „Ich würde das noch mal machen.“ In Deutschland „sind wir so ordentlich, so organisiert. Das geht einem auf, wenn man in so einem unorganisierten Land lebt.“

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