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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Unterhaltung hilft bei Genesung

20.06.2019

Stenum Besonders groß ist die Klinik Stenum mit gut 60 Betten nicht. Aber sie hat einiges, mit dem sie eine Vorreiterrolle einnimmt. Während am Mittwochvormittag oben im OP-Saal Gast-Mediziner aus Brasilien einen Einblick in ein besonderes Verfahren der Wirbelsäulenchirurgie erhielten, sahen sich im Erdgeschoss 15 Mitarbeiter des Universitätsklinikums Aalborg (Dänemark) das Patienten-Entertainmentsystem der Orthopädie-Fachklinik an.

Die multifunktionalen Bildschirme hat die Klinik vor gut eineinhalb Jahren an jedem Patientenbett installieren lassen. 300 000 Euro wurden damals in die Geräte investiert. Diese haben nicht nur Telefone und Fernsehgeräte abgelöst, sondern können noch weitaus mehr. Unter anderem ermöglichen sie es Patienten, auf den beweglichen 18-Zoll-Bildschirmen im Internet zu surfen, den Menüplan einzusehen oder auf ein riesiges Zeitschriftenangebot zuzugreifen. Und das System kann stetig erweitert werden.

In Stenum ist laut Verwaltungsleiterin Susanne Langfeld geplant, künftig auch Röntgenbilder einzuspielen, tagesaktuelle Abfragen („Wie hat Ihnen heute das Essen geschmeckt?“) vorzunehmen und den Serviceruf anzupassen. „Wenn jemand nur eine Flasche Wasser benötigt, muss dafür keine examinierte Pflegekraft ins Zimmer kommen“, verdeutlicht Susanne Langfeld.

Die Rückmeldungen der Patienten zum Entertainmentsystem seien durchweg positiv. Etwa 90 Prozent aller Patienten nutzten es laut der Verwaltungsleiterin. Bei gesetzlich Versicherten fällt dafür ein geringer Kostenbeitrag an. Neben Unterhaltung und Information bietet das System aus Sicht von Susanne Langfeld noch einen weiteren Vorteil: „Es trägt enorm zum Frieden im Krankenzimmer bei.“ Uneinigkeit über das Fernsehprogramm oder die Schlafenszeit im Mehrbettzimmer würden der Vergangenheit angehören.

Gut 800 Kliniken bundesweit nutzen laut Christian Leffler, Mitarbeiter der Siemens AG, das Multimediaterminal „HiMed“, das seit 30 Jahren im Einsatz sei und stetig weiterentwickelt werde. Allerdings verfügten längst nicht alle über die neueste Generation des Systems wie die Klinik Stenum. „Für uns ist diese Klinik prädestiniert, um das System vorzustellen, weil hier viele internationale Patienten behandelt werden“, so Leffler. Bislang sei es in 17 Sprachen erhältlich.

Das Uni-Klinikum Aalborg wäre, sofern die Entscheidung zugunsten des Systems ausfällt, das erste Haus in Dänemark, das „HiMed" nutzt. 2021 soll in Aalborg ein derzeit entstehender Neubau mit 500 Betten eröffnet werden, die allesamt mit einem Entertainmentsystem ausgestattet werden.

Die erste Bilanz der Dänen, die neben Stenum auch das Bundeswehrkrankenhaus in Hamburg und das St.-Josef-Stift in Bremen besucht haben, fiel positiv aus. Sie erhoffen sich unter anderem eine Entlastung des Pflegepersonals, das künftig etwa die tägliche Abfrage der Schmerzskala über den Bildschirm erledigen könnte. Und sie wünschen sich ein Patientenarmband, das über einen integrierten Chip Zugriff auf sämtliche Patientendaten bietet.

Karoline Schulz Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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