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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Tagung: Hofnachfolger wollen’s anpacken

27.02.2018

Stenum „Ohne uns werden Sie nicht satt“ stand auf grünen Aufklebern, die auf den Tischen im Saal des Hotels Backenköhler lagen. Diejenigen, die an den Tischen saßen, wissen das. Und sie wissen auch, dass es eine ihrer großen Aufgaben ist, dafür zu sorgen, die Botschaft des Aufklebers zu den Verbrauchern zu transportieren.

Das machten alle Redner deutlich, die am Montagvormittag beim Junglandwirtetag sprachen. Dieser stand unter dem Motto „Weiter denken – Berufsnachwuchs vor großen Herausforderungen“. Rund 330 Frauen und Männer waren trotz des Wintereinbruchs aus allen Teilen Niedersachsens anreist.

Verein vertritt rund 4000 junglandwirte

Rund 4000 junge Landwirte sind landesweit unter dem Dach der Junglandwirte Niedersachsen e.V. in 27 Arbeitskreisen organisiert. Der Verein wurde 1988 gegründet.

Alljährlich im Frühjahr organisieren die Junglandwirte Niedersachsen zusammen mit einem regionalen Arbeitskreis ihren Junglandwirtetag. Diesmal waren das die Junglandwirte Oldenburg mit Jana Eilers (Schönemoor) und Dietz Wiechers (Neerstedt) an der Spitze.

Die Junglandwirte sind Mitglied im Landvolk Niedersachsen und haben dort einen Sitz im Vorstand. Zudem entsenden sie Delegierte in die 14 Fachausschüsse des Landvolks. Ein Junglandwirte-Ausschuss widmet sich speziell den agrarpolitischen Anliegen des Berufsnachwuchses.

Den Vorstand der Junglandwirte Niedersachsen bilden aktuell Niklas Behrens (Wildeshausen) und seine Stellvertreter Viktoria-Sophie Möhlenhof (Bassum) und Henrik Brunkhorst (Schöttlingen). Geschäftsführerin des Vereins mit Sitz in Hannover ist Christine Kolle.

Johannes Ritz (26), Ackerbauer und Schweinemäster aus Kirchlinteln, ist einer von ihnen. Das Bild, das manche Medien von der Landwirtschaft zeichnen würden und die teils sehr emotional geführte politische Debatte sorgten für Frustration, wenn nicht für Resignation unter jungen Landwirten, befand Ritz. Hinzu kämen bürokratische Hemmnisse.

Als Positivbeispiel nannte Ritz Kanada, wo er auf einem Schweinemastbetrieb hospitierte. „Dort lag die Baugenehmigung für einen Stall vier Tage nach Antragstellung vor. Bei uns dauert so etwas eher vier Jahre.“ Dennoch: „Wir haben den schönsten Beruf der Erde“, sagte Ritz und erntete dafür die die Zustimmung seiner Berufskollegen.

Ritz hat sich entschieden, die Herausforderung anzunehmen. Sein Weg, seinen Betrieb für die Zukunft zu rüsten: Seine 2440 Mastschweine hält der Landwirt in Außenklimaställen und nutzt diese Haltungsform als Verkaufsargument. Zudem setzt er auf Sportplatzpflege und die Pilzzucht als weitere Standbeine seines Betriebes. Von der Politik erhoffe er sich vor allem eines: Verlässlichkeit. „Wir planen unsere Investitionen für 20 Jahre – nicht für eine Legislaturperiode.“

Ein gutes Stück Hoffnung setzen die Junglandwirte in Barbara Otte-Kinast, Niedersachsens neue Landwirtschaftsministerin, die ebenfalls nach Stenum gekommen war. Sie ermutigte die Zuhörer, daran mitzuwirken, Niedersachsens Status als „Agrarland Nummer eins“ zu erhalten. Dem Landesvorstand sprach sie eine Einladung aus und forderte ihn zum regelmäßigen Dialog auf.

Eine Analyse der Agrarkritik nahm Hubertus Paetow, Präsident der Deutschen Landwirtschaft-Gesellschaft (DLG), in seinem Vortrag „Vision Landwirtschaft 2030“ vor. Während viele Entwicklungen – etwa Antibiotikaeinsatz, Flächen- und Stallproduktivität oder Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln – eine klar positive Tendenz nähmen, bestehe auf anderen Feldern Handlungsbedarf. Paetow nannte hier Stickstoffemissionen, CO2-Bilanz, Artenvielfalt, Tiergerechtheit und Zahl der Arbeitsunfälle.

Ein anschauliches Beispiel für die Flexibilität der niedersächsischen Landwirte lieferte Jörn Ehlers, Vizepräsident des Landvolks Niedersachsen: Er sprang spontan für Präsident Albert Schulte to Brinke ein, dessen Urlaubsflieger nicht rechtzeitig zur Tagung abgehoben war. Er warb unter anderem dafür, für ein besseres Ansehen der Landwirtschaft zu kämpfen – die gesellschaftliche Akzeptanz des Landwirts als Person sei schon jetzt hoch.

Karoline Schulz Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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