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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

FISCHER: Stolz auf Nachwuchs aus dem Bruthaus

22.03.2008

Ausgeklügelter wasserkreislauf

Die Technik der selbst gebauten Brutanlage bereitete im Vorfeld die meisten Sorgen. Alles wurde deshalb sehr funktionell konstruiert. Wissen und Material steuerte unter anderem Vereinsmitglied Stephan Piening bei, selbstständiger Gas- und Wasserinstallateur. 1600 Liter Brunnenwasser flossen ständig in einem ausgetüfftelten Kreislauf hin und her. Das kühle Nass strömte unter anderem durch einen Enteisungsfilter, lief in Tanks, wurde mit Sauerstoff angereichert und mittels UV-Lampe entkeimt. Ein Milchkühler hielt die Wassertemperatur auf konstant kühle sieben Grad Celsius. Die Eier lagen auf einem speziellen Sieb (Fassungsvermögen je Behälter 5000 Stück). Und so entwickelte sich schnell Leben in den acht Becken, die auf zwei Etagen angeordnet sind.

Das neue Bruthaus beim Fischerheim in Wildeshausen funktioniert. 16 000 Meer- und 6000 Bachforellen sind geschlüpft.

Wildeshausen/ld Man muss schon genau hinschauen, um die fast durchsichtigen Winzlinge im Wasser als Fischchen zu erkennen. Aufgeregt flitzen sie umher. Erst vor wenigen Tagen waren die jungen Forellen aus ihren Eiern geschlüpft – zu Tausenden. Aber nicht etwa im kalten Bach, sondern wohl behütet in einer künstlichen Kinderstube. Petrijünger vom Fischereiverein Wildeshausen haben dabei kräftig Geburtshilfe geleistet.

Und wie es sich für einen Vater gehört, ist man stolz auf die Neuankömmlinge. Denn die kleinen Meer- und Bachforellen sind die ersten Fische, die im neuen Bruthaus des Vereines das Licht der Welt erblickt haben. „Das ist ein großer Erfolg für uns“, freut sich Vereinschef Alfred Finke. Mitte Dezember begann die Aufzucht der ersten befruchteten Fischeier. Die Elterntiere waren bei Elektrofischen in der Flachsbäke, der Visbeker Aue und im Altona Mühlbach gefangen und nach dem schonenden Abstreifen des Laichs ins Wasser zurückgesetzt worden. Sechs Wochen später schlüpften die ersten der rund 16 000 Meer- und 6000 Bachforellen in den Becken.

Alle Hände voll zu tun hatten die Gewässerwarte Ralf Siemer und Marco Kuhn. Täglich kontrollierten sie bis zu anderthalb Stunden PH-Wert und Temperatur, tauschten Wasser aus, um schädliche Bakterien und Pilze zu vermeiden, und sortierten mit einer speziellen Pipette abgestorbene Eier aus. Frei nach dem Motto „learning by doing“ gingen sie dabei vor. Denn für alle Beteiligten ist das Projekt „Bruthaus“ Neuland. Informationen beschaffte sich der Vorstand aus Büchern oder bei Anglern in Zetel und Ritterhude, die seit Jahren derartige Anlagen betreiben.

Lediglich knapp zehn Prozent der Eier schafften es bei der Premiere nicht bis zum Schlupf. Eine beachtlich geringe Quote. Verluste zwischen 10 und 30 Prozent gelten durchaus als normal.

Rund 20 000 Euro hat sich der Fischereiverein das Bruthaus kosten lassen. Der Anbau am Fischerheim (Bauernmarschweg) wurde mit viel Eigenleistung engagierter Mitglieder und der Hilfe von Sponsoren fertig und ist einmalig unter den Fischereivereinen im Landkreis.

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Bei 40 000 Eiern liegt derzeit die Kapazität. Weil die Premiere so bravourös gelang, ist eine Erweiterung der Anlage auf 80 000 Eier im Herbst geplant. Dann sollen auch die ersten Lachse künstlich erbrütet werden. Denn bei ihrem Aufstieg in die Aue 2007 waren die Arbeiten am Bruthaus noch nicht beendet.

Inzwischen sind fast alle geschlüpften Forellen in die Bäche eingesetzt worden, in denen ihre Eltern sich zur Hochzeit eingefunden hatten. An extra geschützten Stellen soll sich die Brut langsam an die neue natürliche Umgebung gewöhnen. Nachdem die Fischchen ihren Dottersack aufgezehrt haben, gehen sie jetzt auf die Jagd nach Kleinstkrebsen und winzigen Larven. Aber es drohen allerlei Gefahren. Denn vor allem größere Fische haben ihre kleinen Artgenossen zum Fressen gern. Gewässerwart Ralf Siemer kennt die Statistik: „Nur einer von 100 wird erwachsen.“ Aber vielleicht findet gerade diese Meerforelle später ihren Weg zurück aus dem eisigen Nordmeer in die Wildeshauser Bäche.

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