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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Sie sorgen für Pfingst-Erdbeeren

18.05.2018

Streekermoor Mit einer gekonnten Handbewegung streicht Gerno Köhrmann die Blätter der Erdbeerpflanzen zurück und kontrolliert die nach unten hängenden Früchte. Einige sind noch grün, andere blassrosa, aber viele sind auch schon knallig rot. „Es ist gut, dass nicht alle gleichzeitig reif werden. So können wir täglich frisch gepflückte Erdbeeren im Hofladen anbieten“, sagt der Landwirt. Gemeinsam mit seiner Frau Andrea betreibt er den Hof Köhrmann in Streekermoor seit vielen Jahren.

„Vor etwa 15 Jahren haben wir auf die Tunnel umgestellt. Da hat man weniger Verluste“, zeigt Köhrmann die Vorteile auf. Mit den Tunneln meint er das „Zuhause“ der Erdbeeren. Rund 120 Meter lang sind diese zeltartig wirkenden Gebilde, jeweils vier Reihen mit Erdbeerpflanzen sind durch sie geschützt: „So bekommen sie keinen Regen, bei frostigen Nächten können wir die Wände herunterklappen“, erklärt der Landwirt das System, das viel Technik beinhaltet. Computergesteuerte Tropfschläuche, die stündlich für fünf Minuten laufen, bewässern die Wurzeln. „So braucht man viel weniger Wasser und die Mitarbeiters stehen trocken“, weiß Köhrmann.

Im Juni 2017 wurden die jetzt reifen Erdbeeren eingepflanzt, einzeln und per Hand. Im März dieses Jahres kamen die Blüten, im Mai die ersten Früchte. Das ist früher, als es möglich wäre, wenn die Erdbeeren Freiland angebaut würden. Naturliebhaber bemerken: Im März fliegen doch noch gar keine Bienen! „Richtig, aber dafür haben wir gesorgt“, erklärt Gerno Köhrmann schmunzelnd und zeigt auf einen unscheinbaren hellen Pappkarton, der in der Mitte des Erdbeertunnels aufgestellt ist: „Da wohnen unsere Tunnel-Hummeln. Wir haben in jedem Tunnel einen solchen Kasten.“ Behäbig summen die schwarz-gelben Tiere auf etwa 1000 Quadratmetern rund um das Gelände und helfen beim Bestäuben.

Das Pflücken der Erdbeeren ist übrigens ebenso Handarbeit. Jeden Morgen startet für die Familie Köhrmann und ihre Mitarbeitet der Tag spätestens um sechs Uhr. Auch NWZ-Volontärin Imke Harms durfte sich versuchen und einige der süßen Früchte ernten. Vor allem durfte sie aber probieren. Fazit: Lecker!

Andrea Köhrmann ist in der Linie für die Büro- und Organisationsarbeit zuständig. „In der Ernte-Saison ist natürlich immer besonders viel zu tun. Aber es macht Spaß. Morgens esse ich erstmal eine Schale Erdbeeren.“

Die Köhrmanns bauen auch Spargel an, der zu Pfingsten seine Hochsaison hat. „Erdbeeren und Spargel – das gehört halt einfach irgendwie zusammen“, findet auch Andrea Köhrmann.

Imke Harms
Volontärin, 2. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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