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Aktualisiert vor 22 Minuten.

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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Streichelstunde mit Elvis und Naseweis

29.04.2011

HUDE Dienstagnachmittag, 16 Uhr im DRK-Seniorenzentrum Hude: Im Foyer versammeln sich die Bewohner. Sie warten auf Marion und Helmut Budde und vor allem auf Elvis, Naseweis, Japaner, Schlappi und Co, ihre Kaninchen. Alle zwei Wochen kommt das Züchterehepaar nämlich mit seinen kleinen Tieren zur Streichelstunde in die Einrichtung.

Eine Stunde lang dürfen die Bewohner und Bewohnerinnen die knuddeligen Nagetiere dann nach Lust und Laune streicheln, auf dem Arm halten oder einfach nur betrachten. Besonderer Liebling der Senioren ist der schwarz-weiße Elvis, der schon von Anfang an immer mit zur Streichelstunde kam. „Nach ihm wird immer gefragt“, weiß Marion Budde.

Die Streichelstunde ist Teil des soziokulturellen Betreuungsangebotes der Pflegeeinrichtung, erklärt Betreuungsfachkraft Nicole Punschke, und wirke gleichzeitig als Therapie. „Die Tiere beruhigen die Patienten. Sie können die Tiere halten, haben Körperkontakt und für einen Moment eine Aufgabe, nämlich auf die Tiere aufzupassen“, weiß die erfahrene Betreuerin. So wie im Fall der sehbehinderten Lisbeth Rinau. Sie kann die Kaninchen zwar nicht mehr sehen, genießt es aber, mit den Fingern durch das weiche Fell zu streichen.

Auch drei Hunde werden im Seniorenzentrum zu Therapiezwecken eingesetzt. Sie können gefüttert und gestreichelt werden. Und zur Einzeltherapie können sie wie die Kaninchen auf die Zimmer der bettlägerigen Patienten gebracht werden. „Wir haben hier zum Beispiel eine Patientin im Wachkoma, der wir immer ein Kaninchen ans Bett bringen. Man merkt dann, wie sich bei der Berührung die Atmung verändert“, zeigt sich Nicole Punschke von der positiven Wirkung der Therapietiere überzeugt.

Die Idee zur Streichelstunde hatte vor sechs Jahren der damalige Heimleiter. Er erkundigte sich beim Kaninchenzüchterverein I 104 Hude und fand in den Buddes auch schnell Freiwillige, die sich seitdem in ihrer Freizeit ehrenamtlich bei den Senioren engagieren. „Es macht uns viel Spaß, denn es herrscht eine familiäre Stimmung“, sagt Marion Budde. So ist neben dem Kontakt mit den Tieren auch die Unterhaltung mit den Buddes eine willkommene Abwechslung für die Bewohner. Gerne tauschen sie Geschichten über ihre Kaninchen und alte Zeiten aus oder plauschen einfach über die Familie und Enkelkinder.

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