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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Stück für Stück dem Museum entgegen

22.01.2005

BüRSTEL BÜRSTEL - Der 30. Januar 1995 ist in die Geschichte des Orts- und Heimatvereins Ganderkesee eingegangen. Damals wurde in der gerade eingerichteten „Heimatstube“ des Vereins in der ehemaligen Bürsteler Schule der erste Besucher begrüßt – der damalige Gemeindedirektor Gerold Sprung. Heute, zehn Jahre später, ist das Domizil kaum mehr wiederzuerkennen. Immer neue Ausstellungsräume kamen hinzu. Und der Orts- und Heimatverein macht weiter: Unterm Dach wurden jetzt 50 Quadratmeter Bodenplatten verlegt – um Platz zu schaffen für eine neue Ausstellungsabteilung „Maurer, Zimmerer, Tischler“.

Vor zehn Jahren, „da hatten wir nur die gute Stube“, erinnert sich Elfriede Sotta, eine der drei gleichberechtigten Vorsitzenden des Vereins. In anderen Räumen der Ex-Schule waren Berge von den in Jahrzehnten zusammengetragenen Exponaten aufgetürmt, „da konnte man niemand reinlassen“. Doch Schritt für Schritt arbeitete sich der Verein in Richtung Heimatmuseum vor: Eine kleine Schulklasse wurde eingerichtet, der Flur mit Vitrinen und einer Bildergalerie verziert, Waschküche, Nähstube, Küche, Schuhmacherwerkstatt entstanden. Mittlerweile, so weiß Elfriede Sotta nach den Besuchen mehrerer tausend Gäste, „kann man hier einen ganzen Tag zubringen“.

Die Zahl der Exponate steigt weiter an. „Alle paar Wochen“ komme jemand vorbei und bringe längst ausrangierte Gegenstände, oft von den Eltern, Großeltern oder Urahnen. So bereichert seit kurzem die Gendarm-Mütze des früheren Ganderkeseer Dorfpolizisten Hermann Baars die Heimatstube, auch uralte Zeitschriften des Kriegsgräberbundes wurden abgegeben. „Wir schreiben immer auf, wo was herkommt, ob es eine Leihgabe oder eine Schenkung ist“, stellt Elfriede Sotta klar. Denn jedes Exponat habe seine Geschichte.

Viele dieser Geschichten kennt die Ganderkeseerin. Schmunzelnd nimmt sie ein gerade mal 30 Zentimeter großes, von Gertrud Behrens gebrachtes „Butterfass“ aus dem Regal. Das gute Stück, hergestellt aus der Kartusche einer Flak-Granate, stamme aus der „schweren Zeit“ zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Aus der Not heraus sei damals in manch einem Hause selber Butter hergestellt worden, obwohl es verboten war. Die Kartuschen seien auch zu anderen Gegenständen umgebaut worden, sagt die Vereinsvorsitzende und zeigt in ein anderes Regal – da liegen die Wärmflaschen.

Manch ein Exponat muss natürlich aufgearbeitet werden. „Ich weiß immer, mit welchen Sachen ich zu wem gehen kann“, sagt Elfriede Sotta stolz. Zu Paul Heise (Holzarbeiten) zum Beispiel, zu Erich Mahlstedt (Maschinenreparaturen), ihrem Ehemann Werner (Bilder) oder Helmut Hagedorn (Transport).

Übrigens: Nach der jetzt geplanten Erweiterung soll auch der restliche Boden als Ausstellungsfläche hergerichtet werden. Das zeitliche Ziel: Zum 50. Vereinsgeburtstag am 8. November 2006 soll alles fertig sein.

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NWZ/LANDKREIS/GANDERKESEE 3

Karsten Kolloge
Harpstedt
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2706

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