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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Tante Elfriede und Onkel Lothar drehen Zapfhahn zu

04.01.2014

Hohenböken Der Name des Lokals „Zur Tränke“ steht für viele seiner Gäste und insbesondere für die Mitglieder des Reitervereins Hohenböken für mehr als „nur“ Gastronomie. Eher für eine Art Rundumversorgung. „Tempo, Eisbeutel, Pflaster“, so beschreibt Lothar Kropp das. Seit Silvester allerdings haben er und seine Ehefrau Elfriede die Rundumversorgung eingestellt und die Tränke geschlossen – „nach langem Überlegen“, wie Elfriede Kropp sagt. „Es war eine schöne Zeit.“

Seit Dezember 1984 hatten Elfriede und Lothar Kropp die Tränke betrieben – also von deren erster Stunde an. Kurz zur Vorgeschichte: Am 17. Mai 1976 war hier am Reiterweg 1 auf Initiative von Hermann Oeltjen und Winfried Krüger der Reiterverein Hohenböken aus der Taufe gehoben worden. Nachdem zunächst nur ein umgebauter, 9 mal 30 Meter großer, früherer Hühnerstall als Reithalle zur Verfügung stand, bauten Dora Kropp und Hermann Oeltjen im Jahr 1983 die neue, jetzige Halle.

Ein Jahr später errichteten Lothar und Elfriede Kropp die Gaststätte – und entschlossen sich, den Sprung ins kalte Wasser zu wagen und den Part der Wirtsleute zu übernehmen. Eine Entscheidung, die sie nicht bereut hätten: Eine Gastwirtschaft zu führen, sei allemal abwechslungsreich. Man komme mit vielen Menschen ins Gespräch, helfe sich gegenseitig, erlebe viele positive Reaktionen.

Ein bisschen sei es in der Tränke gewesen „wie in einer Großfamilie“ – was Tochter Birgit Wöbken bestätigt: Manch ein Gast, der hier mit den Pferden seine Kindheit genossen habe, spreche ihre Eltern auch nach Jahrzehnten mit „Tante Elfriede“ und „Onkel Lothar“ an. Als legendär gelte das „Extra-Essen“ für Wertungsrichter, als heiß geliebt die Hühnersuppe.

Natürlich sei nicht alles Zuckerschlecken gewesen, stellt Elfriede Kropp klar. „Erst hab’ ich gedacht, ich bin Pastorin geworden“, frotzelt sie beim Gedanken an den Start Ende 1984. Denn manch ein Gast lade am Tresen auch Sorgen ab. „Aber man lernt, damit umzugehen.“

Im Laufe der Zeit, so ergänzt Lothar Kropp, hätten sich die Rahmenbedingungen für die Tränke stark geändert. „Vor 30 Jahren, da war am Sonntag der Tresen voll, an drei Tischen wurden Karten gespielt.“ Das sei zuletzt nicht mehr so gewesen, die Besucherzahlen seien zurückgegangen. „Ein großer Schlag war da das Nichtrauchergesetz.“

Und: Die ganz jungen Pferdefreunde, so sagt Elfriede Kropp, hätten heute deutlich weniger Freiraum als früher. Wer erst um 16 Uhr von der Schule nach Hause komme und vielleicht nur noch einmal die Woche fürs Reiten erübrigen könne, „der hat nicht diese Leidenschaft“.

Freilich: Auch wenn Lothar und Elfriede Kropp sich zurückziehen – vielleicht gibt es doch noch eine Zukunft für die „Tränke“. Möglicherweise, so denkt Birgit Wöbken, finde sich auf Sicht jemand, der hier für einzelne Tage in der Woche in die Rolle eines Gastwirts schlüpft...

Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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