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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Tennet wartet auf juristische Klärung

07.10.2016

Ganderkesee /Harpstedt Der Bau der 380-kV-Trasse von Ganderkesee nach St. Hülfe verzögert sich weiter: Der Netzbetreiber Tennet, der die 60 Kilometer lange Höchstspannungsleitung errichtet, hat den freiwilligen Baustopp um ein halbes Jahr verlängert, um eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig abzuwarten. Dort liegen mehrere Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr vor.

Warum der Baustopp?

„Wir haben vom Gericht erfahren, dass eine mündliche Verhandlung in der Hauptsache im ersten Quartal 2017 stattfinden soll“, sagte Tennet-Pressesprecher Mathias Fischer. „Daher werden wir die Bautätigkeit bis zum 30. März 2017 ruhen lassen.“ Lediglich planerische und bauvorbereitende Maßnahmen seien bis dahin vorgesehen. Ursprünglich hatte Tennet einen Baustopp bis zum 30. September 2016 angekündigt, um die juristische Klärung abzuwarten.

Warum die Klagen?

Neben dem Naturschutzbund in Kooperation mit der Interessengemeinschaft „Vorsicht Hochspannung“ sowie privaten Grundstückseigentümern, die zum Teil alternative Mast-Standorte und vor allem einen größeren Anteil an Erdverkabelung im Zuge der Trasse fordern, hatte auch der Landkreis Oldenburg Klage eingereicht – allerdings nur gegen Neben-Entscheidungen im Planfeststellungsbeschluss, in denen es um Naturschutz-Ausgleichszahlungen geht. Im Kreishaus sei noch kein Termin für eine mündliche Verhandlung in Leipzig bekannt, sagte Sprecher Oliver Galeotti. Auch die Pressesprecherin des Bundesverwaltungsgerichts, Birgit Schünemann, konnte noch kein Datum nennen.

Was sagt der Betreiber?

Tennet will nach Angaben seines Sprechers „nicht Tatsachen schaffen, ehe das Gericht entschieden hat.“ Indes sehnt der Netzbetreiber einen raschen Baustart herbei. „Letztlich ist jeder Stromkunde betroffen, wenn der Netzausbau stockt“, betonte Mathias Fischer. Zudem stehe die Trasse Ganderkesee-St. Hülfe als Pilotprojekt für die Erdverkabelung besonders im Fokus.

Was sagte die Gemeinde?

Die Gemeinde Ganderkesee kann warten. Sie kommt bei der Planung der Trasse ohnehin vergleichsweise gut weg, denn zwei der vier vorgesehenen Erdkabel-Abschnitte befinden sich auf ihrem Gebiet – hier soll die Trasse jetzt nur noch in Strudt­hafe auf 1,6 Kilometern als Freileitung verlaufen. Um möglicherweise auch dieses Stück noch unter die Erde zu bekommen, würde die Gemeinde ein neues Planfeststellungsverfahren als mögliche Folge einer erfolgreichen Klage durchaus begrüßen.

Hergen Schelling
Agentur Schelling (Leitung)
Redaktion Ganderkesee
Tel:
04222 8077 2741

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