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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

380-Kv-Leitung: Trassen-Pläne schüren Ängste bei Anwohnern

18.11.2016

Wardenburg /Großenkneten Die Menschen haben Angst: um ihre Gesundheit, um den Wert ihrer Häuser als Altersvorsorge oder um ihre landwirtschaftlichen Flächen. Die Perspektiven sind verschieden. Doch sie eint die Ablehnung gegen dieses Großprojekt, dass sich hinter einem technischen Begriff versteckt: 380-kV-Leitung. Er bezeichnet die geplante Stromtrasse, die in einigen Jahren Wardenburg und Großenkneten durchschneiden könnte.

Sehen Sie hier den geplanten Trassenverlauf

Der Saal ist voll am Mittwochabend im Wardenburger Hof. Die Gemeinden haben zur gemeinsamen Infoveranstaltung eingeladen. Klar ist seit längere Zeit, dass es eine neue Stromautobahn von Conneforde über Cloppenburg nach Merzen geben wird. Geplante Inbetriebnahme: Im Jahr 2022.

Nicht klar ist belang, wo Netzbetreiber Tennet sie entlangführt. Drei Varianten stehen inzwischen auf der Favoritenliste und werden genauer untersucht. Eine von Ihnen heißt Trasse F. Dieser ein Kilometer breite Korridor führt über das Gemeindegebiet von Wardenburg an die A 29 heran und lauft dann entlang der Autobahn auch durch die Gemeinde Großenkneten.

An der Autobahn stört die Trasse niemanden – so die Idee

Die Idee hinter dieser Trassenführung war, dass eine Stromleitung neben der lärmenden Autobahn am wenigsten belaste und dort ohnehin kaum Anwohner betroffen wären. So jedenfalls zitiert Bernhard Heidrich vom Amt für regionale Landesentwicklung die Argumente aus der Antragskonferenz. Dagegen protestieren mehrere Betroffene teils emotional. Man sei durch den starken Verkehr ohnehin gebeutelt.

Welche Variante tatsächlich zum Zuge kommt, wird frühestens im kommenden Jahr entschieden. Bis dahin werden Untersuchungen zu den sogenannten Raumwiderständen angestellt. So sind zum Beispiel geschlossene Siedlungen und Naturschutzflächen hohe Hürden für ein Infrastrukturprojekt. Die Trassenvariante mit den in der Summe geringsten Widerständen wird Realität. „Es wird dort gebaut, wo am wenigsten Geschirr zerschlagen wird“, erklärt Heidrich es bildhaft.

Die Gemeinden wollen die Hürden möglichst hoch darstellen

Die Gemeinden haben sich bereits auf dieses Verfahren eingestellt und jeweils Planungsbüros beauftragt. Sie sollten detailliert nach Raumwiderständen schauen und damit der noch recht groben Planung von Tennet früh etwas entgegensetzen. Joachchim Mrotzek war für Großenkneten zum Beispiel aufgefallen, dass Bissel in den Tennet-Unterlagen gar nicht als geschlossene Siedlung aufgeführt wird.

Doris Kinder hatte aus Wardenburg zudem den Auftrag bekommen, unter anderem die Bebauung in den Außenbereichen in ein höhere Widerstandsklasse einzuordnen. „Wir messen dieser Art des Wohnens eine hohe Bedeutung zu“, begründet Bürgermeisterin Martina Noske. Auf der Karte zeigt sich dadurch deutlich mehr Rot im Trassenkorridor. Rot heißt: Hier wird es schwieriger für Tennet.

Erdverkabelung könnte manche Konflikte lösen

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Eine Lösung könnte der Weg unter die Erde sein. Die Trasse ist ein Pilotprojekt, Teilerdverkabelung ist möglich. Doch es gibt kaum Erfahrung mit dieser Technik. Landwirte fürchten um ihre Erträge, wenn der Boden und dessen Temperatur verändert werden. Zudem bedeutet die Kabelverlegung Baustellen mit bis zu 50 Metern Breite, berichtet Heidrich. Weiterhin sind Übergangsanlagen zwischen Erd- und Luftleitung nötig, ein Hektar groß, knapp eineinhalb Fußballfelder.

Die Trasse wird die Menschen noch lange beschäftigen. Heidrich beschreibt das künftige Verfahren aus Raumordnung und Planfeststellung so: „Das sind die erste und zweite Halbzeit. Wir sind noch in der Kabine.“ Der Abend zeigt allerdings: Bürger und Gemeinden sind längst auf dem Platz – und trainieren die Abwehrkette.

Patrick Buck stv. Redaktionsleiter / Redaktion Oldenburg
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