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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Leichtes Spiel für Borkenkäfer

25.09.2019

Tungeln Recht trostlos sieht es derzeit gegenüber der Tankstelle an der Oldenburger Straße zwischen Tungeln und Wardenburg aus: Sämtliche Fichten sind hier gefällt worden. „Der Borkenkäfer hat sich hier so extrem ausgebreitet, dass es keinen Sinn hatte, ein paar Fichten stehenzulassen“, erklärt der Bezirksförster der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Michael Feiner, der zuständig ist für den Wardenburger Waldbestand. Die Population sei bei der Trockenheit im August innerhalb von vier Wochen regelrecht explodiert.

Fläche gehört Gemeinde

Mehrere Leser hatten der NWZ gegenüber ihr Entsetzen über den Kahlschlag geäußert, so wie Alke Kruse, Vorsitzende des Ortsvereins Tungeln: „Ich war regelrecht geschockt, als ich zum ersten Mal daran vorbeifuhr.“ Sofort habe sie im Bauamt der Gemeinde nachgefragt und dort vom Borkenkäfer als Ursache der Rodung erfahren. Dennoch sei dieses Stückchen Wald ein herber Verlust. Die betroffene, etwa ein Hektar große Fläche gehört der Gemeinde Wardenburg, wird aber von der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems (BSH) betreut.

Hier hatte der Borkenkäfer leichtes Spiel. BILD: Anke Brockmeyer

Für den Borkenkäfer ein Paradies

Hohe Temperaturen und wenig Niederschlag sorgen für paradiesische Gegebenheiten für den Borkenkäfer.

Die Fichten konnten sich durch den „Trockenstress“ kaum bis gar nicht gegen das Eindringen der Käfer wehren. Normalerweise bilden sie Harz dagegen, das ist ihnen in trockenen Jahren aber nicht möglich.

Die schweren Stürme im vergangenen Jahr haben dem Borkenkäfer zusätzlich geholfen: Die Käfer lieben offene Waldränder, die Stürme hatten ganze Schneisen in die Wälder geschlagen. Zudem war durch die Stürme das Wurzelwerk der Bäume nicht mehr so stabil, dadurch war ihre Nährstoffversorgung über die Wurzeln erschwert.

„Wir sind im Vorfeld überhaupt nicht über die Fällung informiert worden“, ärgert sich BSH-Vorsitzender Dr. Remmer Akkermann. Die Fläche im Bereich Alter Schießstand, auf dem auch ein Naturlehrpfad angelegt ist, sei Teil eines Nutzungsvertrages zwischen BSH und Gemeinde. Aus Akkermanns Sicht wäre es besser gewesen, die zerstörten Fichten sukzessive, also nach und nach abzuholen und mit Laubbäumen aufzuforsten. Diese Lösung sei bereits vor Jahren vorgeschlagen worden, da die Fichte in dieser Region nicht heimisch sei und ein guter Mischwald immer Vorrang vor einem reinen Fichtenwald habe.

„Wir haben dreimal versucht, die Borkenkäfer-Plage in den Griff zu bekommen, aber wir hatten keine Chance“, zieht der Förster Bilanz. Nach dem Sturm im vergangenen Jahr war der Wald so geschwächt, dass der Borkenkäfer danach leichtes Spiel hatte. Laien sollten sich übrigens nicht täuschen lassen: „Die Bäume waren zwar noch grün, aber der Borkenkäfer-Befall war schon zu erkennen“, so Feiner. „Die Käfer brauchen frische Fichten“, so Michael Feiner. Für die anderen dort stehenden Bäume bestehe keine Gefahr. Auch dass die Stämme im Moment noch vor Ort lagern, birgt kein Risiko für andere Baumarten.

Holz wird verkauft

„Diese Abholzungsaktion hat mit Naturschutz nichts zu tun“, meint Akkermann. Der Borkenkäfer sei immer da und müsse auch mal „ertragen“ werden. Der promovierte Biologe vermutet eher einen willkommen Anlass für die Gemeinde, einen Holzertrag zugunsten der Gemeindekasse zu erwirtschaften.

Im kommenden Jahr soll das Areal wieder aufgeforstet werden – dann allerdings mit Laubbäumen. Entsprechende Förderanträge müssten nach und nach abgearbeitet werden, da der Borkenkäfer in diesem Jahr an vielen Stellen zerstörerisch aktiv gewesen sei, so Feiner. Die Fichtenstämme können weiterverarbeitet werden und kommen nun ins Sägewerk. „Dass sie von Borkenkäfer befallen waren, schadet der Holzqualität nicht“, weiß der Förster.

Anke Brockmeyer Wardenburg / Redaktion Wardenburg
Rufen Sie mich an:
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Marén Bettmann Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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