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GEBURTSTAG: Über den Wolken: Sein Zuhause ist das Cockpit

24.05.2008

HUDE „Meine eigentliche Heimat ist der Flugplatz“, sagt Oskar Butenop. An diesem Sonntag feiert der begeisterte Flieger seinen 90. Geburtstag. Das ist jedoch kein Grund für Oskar Butenop, seine Arbeit als Fluglehrer aufzugeben. Seit 1980 ist er hauptamtlich auf dem Flugplatz Ganderkesee beschäftigt. Er gilt als ältester noch aktiver Fluglehrer Deutschlands. „Die Fliegerei und der Umgang mit jungen Menschen halten ihn fit“, sagt seine Frau Meike.

Besonders stolz ist der Jubilar darauf, dass einige seiner ehemaligen Schüler das Fliegen zu ihrem Beruf gemacht haben. „Als ich einmal aus dem Urlaub zurückgeflogen bin, war der Pilot einer meiner Schüler. Ich ließ ihm über die Stewardess Grüße ausrichten. Kurze Zeit später wurde ich zu ihm ins Cockpit geholt“, erinnert er sich stolz. Für Oskar Butenop ist es ein Traumberuf, anderen Menschen das Fliegen beizubringen. Jedes Jahr unterzieht er sich einem ärztlichen Fitnesstest. Anfang Mai wurde ihm für ein weiteres Jahr die Erlaubnis erteilt, Flugstunden zu geben.

Butenop wurde am 25. Mai 1918 in Berlin geboren. Er wuchs am Stadtrand in Elstal auf und besuchte in Berlin das Lyzeum, wo er das Abitur ablegte. Eigentlich wollte er wie sein Vater zur Marine, landete dann jedoch bei der Luftwaffe. Nach Ausbruch des Krieges flog er so ziemlich alles, was zwei Flügel besaß. Kurz vor Kriegsende, am 20. April 1945, wurde seine Me 109 durch eine Spitfire getroffen. Ihm gelang in der Nähe von Zehdenick (Brandenburg) eine Notlandung, bei der er unverletzt blieb. Er erzählt oft, dass seine Hände nach der Landung so zitterten, dass es ihm nicht gelang, eine Zigarette anzuzünden. Der Bauer, der ihn fand und ihm half, gab dem ewigen Raucher Feuer. Seither trinkt Butenop jedes Jahr am 20. April um 17.07 Uhr einen Kaffee und einen Cognac und feiert so den Tag seiner „zweiten Geburt“.

Nach Kriegsende arbeitete er zunächst in einer Spedition, verkaufte Heizungsbrenner und war viele Jahre bei einer Versicherung tätig. Sein Beruf führte ihn 1966 nach Hude. Die Fliegerei hat ihn jedoch nie losgelassen. 1970 wurde er von einem alten Fliegerfreund dazu animiert, wieder ins Cockpit zu steigen. Und so begann er mit der Ausbildung und erwarb 1971 erneut seinen Pilotenschein. Seither ist er Mitglied des Luftsportvereins Ganderkesee. Etliche Jahre schob er bis in die Nacht hinein als Flugleiter im Ganderkeseer Tower Dienst und überführte fabrikneue Cessnas aus dem Werk in Reims (Frankreich) nach Ganderkesee. 1978 absolvierte er noch einmal eine Fluglehrerausbildung. Für seine Verdienste um die Fliegerei wurde er im Jahr 2000 zum „Kavalier der Lüfte“ ernannt.

Besonders stolz ist der Jubilar auf seine Tochter Dagmar aus erster Ehe. Seine Frau verstarb im Jahr 2001. Oskar Butenop ist in zweiter Ehe mit Meike Butenop verheiratet. Damit sein Geist nicht einrostet, besucht Oskar Butenop zur Zeit einen Russisch-Kurs an der Volkshochschule.

Gefeiert wird sein 90. Geburtstag natürlich im Airfield Hotel auf dem Flugplatz Ganderkesee. Der Luftsportverein Ganderkesee will ihm die Ehrenmitgliedschaft verleihen.

Seit mehr als 20 Jahren beteuert er: „Noch ein Jahr, dann hör ich auf.“ Und so fliegt er stets weiter.

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