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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Unbekannte schicken ekelige Post

08.06.2013
NWZonline.de NWZonline 2015-07-23T11:47:59Z 280 158

Hähnchenstreit:
Unbekannte schicken ekelige Post

Haschenbrok „Das Maß ist irgendwann voll“, sagt Jürgen Seeger. Der Landwirt aus Haschenbrok und seine Familie erhalten seit Ostern des vergangenen Jahres immer mal wieder sehr ekelige, anonym verschickte Post. Hühnerfüße, stinkende Fischköpfe und faule Eier lagen laut Seeger schon in den gefütterten Umschlägen, die von Unbekannten vor die Hofeinfahrt gelegt oder jetzt zum zweiten Mal auch vom Postboten zugestellt wurden.

Seeger wollte damit nicht in die Öffentlichkeit. Er hat auch bislang keine Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Einige Zeit war Ruhe. In diesen Tagen aber kam wieder ein Umschlag – mit einem Vogelfuß und einem Ausriss von einem NWZ -Bericht mit einem Bild von Jürgen Seeger. Er ist Vorsitzender des Kreislandvolks und auch Kreislandwirt.

Seegers Familie hat im Herbst 2010 einen Bauantrag für eine Hähnchenmastanlage beim elterlichen Hof der Ehefrau in Amelhausen gestellt. Aus dem damaligen lautstarken Protest der Anwohner formierte sich das Aktionsbündnis Mensch-Umwelt-Tier (MUT).

Das Bündnis macht seitdem massiv Druck gegen alles, was mit Tiermast in der Region zu tun hat und protestiert derzeit vehement gegen die in Ahlhorn geplante Hähnchenschlachterei. Rote Karten werden an Politiker und Funktionäre verschickt. Protest-Mails ebenso.

Ob und – wenn ja – welche Hähnchenmast-Gegner die ekeligen Briefe an Familie Seeger auf den Weg bringen, ist bislang nicht bekannt.

Egal, aus welcher Ecke die Briefsendungen kommen – Jürgen Seeger geht das zu weit: „Diese Art und Weise ist nicht in Ordnung. Da läuft es einem kalt den Rücken herunter“, sagte er im Gespräch mit der NWZ.

Die Aggressivität, mit der auch die Kommunalpolitiker von Gegnern der Hähnchenmast und des Schlachterei-Neubaus angegangen werden, macht auch dem CDU-Ratsherrn Torsten Deye, Landwirtschaftsmeister aus Haschenbrok, Angst. Er weiß von unschönen anonymen Drohungen in Schreiben oder Telefonaten.

Dass Gegner des Hähnchenschlachthofes in Ahlhorn im Zuge ihrer Unterschriftensammlung selbst vor Kindergärten in der Gemeinde Großenkneten standen – mit Gummihuhn am Galgen, so wird berichtet – geht Deye eindeutig zu weit. „Das ist doch nicht normal“, sagte er.

Auch wenn Bürgermeister Thorsten Schmidtke (SPD) Gegner der neuen Hähnchenschlachterei in Ahlhorn sei, so müsse er „als oberster Mann im Amte“ vielleicht doch einfach mal appellieren: „Leute reißt Euch zusammen, so geht das nicht weiter!“, meint Torsten Deye.