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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Unterkunft aus der Not geboren

11.05.2016

Hude So sieht sie also aus, die Flüchtlings-Notunterkunft des Landkreises Oldenburg in Hude, die in dieser Woche in Betrieb genommen wird: Spartanisch eingerichtete Zimmer mit zwei bis maximal vier Etagenbetten und entsprechenden Spinden. Eine mobile Zelthalle als Aufenthaltsraum und Essensausgabe. Sanitäranlagen und Waschsalon in Containern.

30 Flüchtlinge kommen

Anwohner und Gemeindepolitiker hatten Montagabend die Möglichkeit, die Einrichtung auf dem Gelände des OOWV in Augenschein zu nehmen, bevor an diesem Donnerstag die ersten etwa 30 Personen einziehen (NWZ  berichtete bereits kurz). Diese Flüchtlinge haben bislang in einer Sporthalle in Wildeshausen gelebt.

Eine zum Teil große Skepsis ist bei einigen Anwohnern vorhanden, ob das Areal am Reiherholz wirklich das Richtige ist für die vorübergehende Aufnahme von bis zu 200 Flüchtlingen. Diese Belegungszahl war mal geplant, als der Flüchtlingsstrom 2015 auch den Landkreis an die Grenzen seiner Belastbarkeit brachte und unter anderem Turnhallen belegt werden mussten.

Mittlerweile ist der Strom der Schutzsuchenden abgeebbt. Aus geplanten 200 Plätzen hinterm Reiherholz wurden nur noch 160. Auf die zusätzlichen Wohncontainer wurde verzichtet. Und aktuell sind es gerade mal um die 30 Menschen, die vorübergehend einziehen werden, bis in den Gemeinden dezentraler Wohnraum bereitsteht.

Für den Huder CDU-Fraktionschef Friedrich Schnabel wäre es nicht mehr notwendig gewesen, die Notunterkunft mit sehr hohem Aufwand in Betrieb zu nehmen, wenn alle Gemeinden ihre Quoten erfüllt hätten, so seine Kritik. Ähnlich argumentierte zuvor auch Anwohner Ralf Galke.

„Ruhemodus“ als Option

Wie es weitergehe, sei zurzeit nur schwer einzuschätzen, sagte Erster Kreisrat Christian Wolf. Er erinnerte an den Oktober, als innerhalb kürzester Zeit vom Landkreis 500 Schutzsuchende im Zuge der Amtshilfe untergebracht werden mussten. Um besser vorbereitet zu sein, wenn so etwas noch einmal passiert, hat der Kreis die Notunterkunft nicht zu den Akten gelegt. Außerdem gebe es Verträge und Kündigungsfristen.

Dass die Einrichtung irgendwann in den „Ruhemodus“ gehen könne, sei eine Option, so Wolf. Fragen zu den Kosten wollte er nicht beantworten. Die Entscheidung für die Unterkunft sei mit großer Zustimmung zum Jahresende gefällt worden. „Wir bemühen uns, mit öffentlichen Geldern sorgsam umzugehen“, betonte er. Er sei aber nicht zu der Versammlung gekommen, um sich zu rechtfertigen. Sinn und Zweck sollte eher sein, besonders den Anwohnern Einrichtung und Konzept vorzustellen.

Das machte Klaus Kähler vom Roten Kreuz, das im Auftrag des Landkreises als Betreiber mit seiner Betreuungsdienste Oldenburg-Land gGmbH i. G. im Boot ist.

Es ist ein sehr umfassendes Konzept, in das viele Erfahrungen, die schon in anderen Einrichtungen gesammelt wurden, eingeflossen sind.

Es werden laut Kähler klare Regeln aufgestellt. Und es werde strikt darauf geachtet, dass diese Regeln eingehalten würden. Dafür verantwortlich sind Einrichtungsleiter Achim Theuergarten und sein mehr als 15-köpfiges Team. Das sind Sprachmittler, Sanitäter, Sozialbetreuer, Kräfte für Essensausgabe und Kinderbetreuung sowie Nachtpförtner. Die hauptamtlichen Mitarbeiter haben laut Kähler „projektbezogene“ Arbeitsverträge – kündbar, wenn der Landkreis die Unterkunft aufgibt.

Sicherheitsdienst

Ein Sicherheitsdienst ist rund um die Uhr vor Ort. In der Nacht ist immer ein Wachmann plus eine Kraft des DRK im Einsatz. Die Polizei will ihre Streifenfahrten intensivieren. Für die „Security“ ist der Landkreis zuständig, wie auch für Verpflegungsbereitstellung, Hausmeister und Reinigungskräfte. „In vielen Bereichen werden wir Unterstützung von Ehrenamtlichen benötigen“, so Kähler. Die DRK-Kleiderkammer will sich stark einbringen. Auch die Flüchtlinge sollen je nach ihren Fähigkeiten und Kenntnissen eingebunden werden.

Flüchtlinge, die schon länger in Hude leben, haben auf Anregung des ehrenamtlichen Netzwerks Asyl auch schon tatkräftig bei der Einrichtung der Notunterkunft geholfen.

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