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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Schützen: Verschossen in die Tradition

13.06.2014

Frage: Herr Jüchter, können Sie sich noch an Ihr erstes Schützenfest erinnern?

Jüchter: Klar. Damals stand das Hallenbad noch nicht auf dem Festplatz. Als Junge war für mich der Auto-Scooter absoluter Höhepunkt. Es gab auch noch eine Schienenbahn aus Holz mit einer Plane darüber. Und im Dunkeln war gut Munkeln. Für den Ball habe ich mich erst später interessiert, als ich schon eine Partnerin hatte. Das Schützenfest war früher die Großveranstaltung in Hude – ganze Straßengemeinschaften sind zusammen hingegangen.

Frage: Und heute?

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Jüchter: Gibt es viele andere Feiern im Ort – größer, lauter, länger. Die Menschen feiern anders. Vieles hat sich geändert seit meiner Kindheit. Auch das Vereinsleben.

Frage: Sie haben Nachwuchssorgen?

Jüchter: Starke. Ich will nicht sagen, dass wir kurz vor dem Ende sind – aber junge Leute kommen immer weniger.

Frage: Ihre Erklärung?

Jüchter: Die Kinder haben zu viele Verpflichtungen – Schule, AGs, Musikunterricht – die Zeit für Vereinsarbeit fehlt einfach. Auch den Älteren. Heute ist es einfacher, 70 Euro für ein Fitnessstudio zu zahlen, statt gemeinnützige Arbeit im Verein zu leisten. Dazu kommt, dass speziell wir Schützen ein Imageproblem haben. Dabei geht es um einen Sport. Und eine Waffe bekommt man auch nicht so eben mal in die Hand gedrückt.

Frage: Was tun Sie gegen dieses Bild?

Jüchter: Unser Verein bietet zum Beispiel auch Bogensport an – als weiteren Bereich. Was das Schützenfest betrifft, beraten wir lange, was wir speziell Kindern für ein Programm bieten können.

Frage: Fruchten die Maßnahmen?

Jüchter: Ich weiß nicht. Für viele Dinge sehe ich keine Lösung. Aber ich möchte die Tradition nicht sterben lassen – was einmal weg ist, kommt nicht wieder.

Frage: Das klingt traurig...

Jüchter: Ist es auch. Die Gründe aus denen Schützenvereine seiner Zeit entstanden sind, gibt es natürlich nicht mehr – ein Vaterland gilt es nicht zu verteidigen – aber es ist ein Stück Geschichte, was wir aufrecht erhalten. Außerdem geht es um Gemeinschaftsleben und Zusammenhalt.

Frage: Aber Sie bleiben Ihrem Verein treu?

Jüchter: Ich bin seit 47 Jahren Mitglied, war einmal König und bin nun zum zweiten Mal 1. Vorsitzender – mir bedeutet das viel. Ich bleibe – auch wenn gewisse Zeiten einfach vorbei sind.

Frage: Feiern Sie das am Wochenende?

Jüchter: Der Trubel auf dem Festplatz ist mir nicht so wichtig – aber ich freue mich auf den Umzug und das Zusammensein, die gute Laune aller Beteiligten. Hinterher ist man doch immer ein bisschen Stolz.

Frage: Und werden Sie auch Auto-Scooter fahren?

Jüchter: Zu später Stunde mache ich das tatsächlich – da kommen dann die alten Geschichten wieder hoch.

Lea Bernsmann Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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