• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • LocaFox
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Viele Bürger wollen bei sozialem Projekt anpacken

19.02.2009

WILDESHAUSEN Mit so vielen potenziellen Helfern hatte der Vorstand kaum gerechnet: Etwa 60 Bürgerinnen und Bürger informierten sich am Mittwoch in der Aula der Hunteschule über die Mitarbeit bei der Wildeshauser Tafel. Ursprünglich sollte das Treffen in der Cafeteria der Schule stattfinden. Der Bogen der Fragen spannte sich von den Hygiene-Anforderungen bei der Lebensmittel-Ausgabe bis zu Transportleistungen.

Die Tafel will ab Mitte März jeden Donnerstag im früheren Casino der Wittekind-Kaserne Lebensmittel ausgeben. Es würden Personen benötigt, die ein bis zwei Tage vorher die Spenden abholen, dann die Ware sortieren und donnerstags – ab Mittags bis in die frühen Abendstunden – ausgeben, erläuterte Vereinsvorsitzende Martina Zahl. Bedürftige (in der Regel Hartz-IV-Empfänger oder Rentner, die nur eine „Grundsicherung“ beziehen) erhielten einen Berechtigungsschein. Entsprechend den bundesweit verbindlichen Regeln für Tafeln müssten sie pro Besuch „eine Münze“, in der Regel ein Euro, bezahlen. Zahl: „Die Menschen sollen ihre Würde behalten; das sind keine Almosen-Empfänger.“

Produzenten helfen

Gründungsmitglied Wilhelm Schilling sagte, man wolle keinen Wettbewerb mit bestehenden Tafeln um die Spender. Es sei zu respektieren, wenn beispielsweise die Delmenhorster Tafel in Wildeshausen Waren erhalte. Grundsätzlich sei das Echo unter den heimischen Unternehmern auf die Gründung der Wildeshauser Tafel aber „enorm“. Schilling zufolge liegen unter anderem Zusagen der Lebensmittelproduzenten Argrarfrost, der Heidemark-Gruppe und von Kellogs vor. Auch von den „Markant“-Märkten und dem Discounter „Plus“ kann die Tafel Waren abholen. Zuvor hatten sich bereits die Supermärkte Famila, „aktiv” und Lidl sowie drei örtliche Bäcker – Schnittker, Kolloge und Meyer – bereit erklärt, das soziale Projekt zu unterstützen. Für Mitarbeiter der Tafel, die Waren aus Geschäften abholen, soll es einen entsprechenden Ausweis geben.

Auch die Frage nach dem Standort kam auf: Einige Zuhörer waren der Ansicht, dass die einstige Kaserne besonders für Rentner und Bürger aus der Landgemeinde nur schwer zu erreichen sei. „Es war nicht machbar, etwas in der Stadtmitte zu finden“, so Zahl. Der Verein könne keine hohe Miete zahlen. Investor Wolfgang Rixen, der hier sein „Spascher Sand Resort“ entwickeln will, stelle das einstige Casino kostenlos bereit. Bei der Lebensmittelausgabe könne die Tafel hier eine gewisse Anonymität für die Hilfeempfänger wahren.

Geldspenden willkommen

Spontan trugen sich viele Interessenten in die bereit liegenden Listen ein. Eine potenzielle Helferin wollte notfalls Waren auf ihrem Moped abholen. Und Inge Tänzer bot spontan an, Personen, die die Tafel nur schwer erreichen könnten, mit dem Auto zu transportieren. Vorstandsmitglied Thomas Trüper wies darauf hin, dass auch jede Geldspende willkommen sei.