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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Viele Lebensmittel, wenig Geldspenden

02.12.2016

Wildeshausen Reichlich Lebensmittelspenden und motivierte Helfer, aber ein Einbruch bei den Geldspenden: Diese gemischte Jahresbilanz zieht die Wildeshauser Tafel. „Die Vorräte sind gefüllt“, sagt Vorsitzender Peter Krönung beim Gang durch die Lagerräume der Ausgabestelle an der Dr.-Klingenberg-Straße. Palettenweise stehen dort Grundnahrungsmittel, Backmischungen, Chips, Kekse und vieles mehr – kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums. Nicht abgelaufen, sondern übrig geblieben sind die vier Paletten voll mit Non-Food-Artikeln wie Schlafanzügen und Trenchcoats in Restgrößen, die aus einer bundesweiten Tchibo-Spendenaktion stammen.

„Generell sammeln wir nach wie vor bei den örtlichen Discountern und Bäckern, fahren aber auch das Umland ab und tauschen uns mit den benachbarten Tafeln aus“, sagt Krönung. So werden zum Beispiel große Spenden von Lebensmittelproduzenten wie Agrarfrost oder Wernsing mit anderen Tafeln geteilt.

Bei der Ausgabe ist an diesem Donnerstag weniger los. „Am Monatsende ist hier wesentlich mehr Andrang“, erläutert Krönung. Ruhiger sei die Lage momentan auch, weil der Flüchtlingsstrom abgeebbt sei. „Deshalb haben wir jetzt auch die Zeit für die Neuanmeldungen gekürzt“, verrät der Vorsitzende.

Neuankömmlinge können künftig mittwochs von 11 bis 12 Uhr vorstellig werden. Gleich geblieben ist die Ausgabe: immer donnerstags von 14 bis 17 Uhr. Mit Rücksicht auf die Situation der Flüchtlinge, die ab 13.30 Uhr ihren Sprachkursus bei der Volkshochschule haben, können diese sich neuerdings schon ab 12.30 Uhr ihre kostenlosen Lebensmittel abholen. „Das haben zum Beispiel heute 14 Sprachschüler gemacht“, erzählt Krönung.

Von den 150 Haushalten, die die Tafel wöchentlich beliefert, sind derzeit 30 Prozent Asylsuchende. Einer von ihnen hat inzwischen die Seiten gewechselt. „Seit Mitte November hilft uns Mokhtar Amiri 20 Stunden pro Woche“, freut sich Krönung. Der 28-jährige Afghane und Familienvater sei über das Jobcenter zur Tafel gekommen. „Das läuft erstmal bis zum Jahresende, aber wir wünschen uns jetzt schon eine Verlängerung“, lobt Krönung den „arbeitsfreudigen und zuvorkommenden jungen Mann“.

Insgesamt 60 aktive Helfer umfasst das aktuelle Tafel-Team. Weitere, gerade auch jüngere Mitstreiter sind immer willkommen. „Wer Lust hat, uns drei bis vier Stunden pro Woche zu helfen, kann sich einfach bei mir melden“, wirbt Krönung.

Doch was ihm wirklich Sorgen bereitet, ist der Einbruch bei den Geldspenden. „Hier müssen wir in diesem Jahr mit zwei Drittel weniger als im letzen Jahr auskommen“, bedauert der Vorsitzende. Das gefährde die Arbeit des Vereins zwar nicht, mache sie aber auch nicht gerade leichter, wenn zum Beispiel wie gestern das Aggregat im Tiefkühlraum kaputt gehe und schnellstmöglich repariert werden müsse.

Davon wollen sich die Mitarbeiter aber nicht die Stimmung trüben lassen, wenn sie heute Abend zur Weihnachtsfeier in der Cafeteria der Himmelsthür zusammenkommen. Und auch die Tafelkunden können sich schon aufs Fest freuen: Neben einer zusätzlichen Tüte mit Grundnahrungsmitteln pro Familie gibt bei der letzten Ausgabe in diesem Jahr am 22. Dezember für jedes Kind ein Geschenk.