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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Von Rettungsschirmen und Schweinemast

03.07.2012

WILDESHAUSEN Mit rund 500 Gästen stieß der 20. Gogerichtstag auf dem Desum bei Emstek erneut auf großen Zuschauerzuspruch. Zugleich nutzte der Vorsitzende der Interessengemeinschaft „Altes Gogericht auf dem Desum“, Georg Meyer-Nutteln, die Gelegenheit, Hergen Stolle als neues Mitglied zu begrüßen. Als Vorsitzender des Heimatvereins Düngstrup nahm Stolle erstmals als Schöffe an der Veranstaltung teil. Das Gogericht tritt traditionell am Sonnabend nach Johanni zusammen, um einen aktuellen und einen historischen Fall zu verhandeln.

Einen Europäischen Geschichtsschirm (EGSÄ) soll die Europäische Union über dem „Ecopark“ und anderen archäologisch interessanten Flächen aufspannen. So lautete eine der drei Forderungen des aktuellen Falls, den der Geschäftsführer des „Ecoparks“, Uwe Haring, dem Gografen Bernd Meerpohl mit seinem Urteilsweisen Franz Wessendorf und den Schöffen – dem so genannten Umstand – vortrug. Es geht dabei um die Kosten für die archäologischen Untersuchungen des 300 Hektar großen Projekts des interkommunalen Zweckverbandes der Gemeinden Cappeln und Emstek, der Stadt Cloppenburg und dem Landkreis Cloppenburg. Laut Haring seien bisher 400 000 Euro für archäologische Untersuchungen auf dem Gelände gezahlt worden. Weder Landwirte als ehemalige Besitzer der Flächen noch der Zweckverband oder die Unternehmer sollen mit den Kosten belastet werden, so die Forderung des Gerichts, nach dem EGSÄ.

Der historische Fall, der diesmal von den Heimatvereinen Vechta, Oythe und Langförden vorgetragen wurde, sorgte für Heiterkeit. Als Grundlage dienten die Protokolle der Verhandlung auf dem Desum aus 1582/1583. Mit viel Leidenschaft und Theatralik traten nicht nur zwei Advokaten gegeneinander an. Der Beklagte Holtruper Bauer Niemann erschien mit ganzer Familie, darunter zwölf Kinder. Eine Verstärkung aus der Bauernschaft drohte mit Knüppeln bewaffnet den Klägern, allesamt Gutsherrn der Holtruper und ihrem hochtrabend daherredenden Advokaten. In dem Fall ging es um Niemanns Schweine, die allzu oft zur Eichelmast in die nicht zugewiesenen Wälder der Kläger getrieben wurden. So geht es nicht, befanden die Schöffen. Der Urteilsweise verkündete: Recht muss Recht bleiben. In Zukunft habe Niemann jedes Mal, wenn er seine Schweine in nicht zugewiesene Waldflächen schicke, ein Fass Butter an die Gutsherren zu liefern.

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