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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Vor Bauherren buddeln die Archäologen

17.01.2015

Falkenburg Willi Warrelmann kann das nicht nachvollziehen. „Seit etwa vier Jahren“ sei die Gemeindeverwaltung mit dem geplanten Baugebiet Orthstraße (Falkenburg) befasst. Noch immer sei kein Ende in Sicht. „Dabei suchen viele Bauwillige händeringend ein Grundstück“, weiß Warrelmann als einer der Grundeigentümer. Doch: Mittlerweile scheint gar nicht mehr so sicher, dass überhaupt gebaut wird. Denn das Landesamt für Denkmalpflege hält es für möglich, dass an der Orthstraße Bodendenkmale im Untergrund schlummern.

Bei dem Gebiet (Bebauungsplan 167) handelt es sich um einen Streifen östlich der Orthstraße und südlich der Bebauung an der Hauptstraße. Etwa 14 Baugrundstücke könnten entstehen.

Im Oktober 2010 war die Verwaltung beauftragt worden, eine bedarfsgerechte Planung zu entwickeln. Ursprünglich sollte das Baugebiet an das Ganderkeseer Einheimischenmodell gekoppelt werden. Doch dies Modell wurde – nach langen Diskussionen der Politik – wegen rechtlicher Bedenken verworfen. Zu weiteren Verzögerungen, so hieß es seinerzeit von der Verwaltung, sei es durch die Suche nach einem Investor und die Vereinbarungen mit diesem gekommen.

Als im Oktober 2014 kritische Nachfragen kamen, wann denn der Gemeinderat wohl (endlich) den Satzungsbeschluss für den B-Plan 167 fassen werde, ging Fachbereichsleiter Peter Meyer noch von „vor der Sommerpause 2015“ aus.

Doch auch das ist Geschichte. Wichtig sei für die weitere Planung, was bei der in Kürze stattfindenden Prospektion herauskomme, sagte Hauke Gruhn von der Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde.

An der Orthstraße, so schilderte Bezirksarchäologin Dr. Jana Esther Fries den Hintergrund, befinde sich ein so genannter Eschboden. In früheren Jahrhunderten hätten Menschen hier die andernorts ausgestochenen Heideplaggen aufgebracht, um den Nährstoffgehalt des Bodens zu erhöhen. Die Erfahrung lehre, dass Eschboden „oft auch Schutz ist für Bodendenkmale“, die sich unter der Plaggenschicht befinden.

Ob das auch an der Orthstraße er Fall ist, soll die Prospektion klären. Dazu werde alle 20 Meter ein Streifen des Eschbodens abgezogen. Eigentlich habe man dies bereits im Dezember bewerkstelligen wollen. Doch habe der Investor die erforderlichen Unterlagen über Versorgungsleitungen und zum Thema Kampfmittel da noch nicht beibringen können.

Mittlerweile lägen diese Unterlagen vor. In Kürze werde ein Termin vereinbart. Die Prospektion sei „wohl in zwei Tagen zu schaffen“. Falls tatsächlich Bodendenkmale auftauchen, werde die Denkmalpflege der Gemeinde und dem Investor erläutern, in welchem Umfang Ausgrabungen erforderlich wären, sofern es eine Bebauung geben soll. Die Kosten der Grabung habe der Investor zu übernehmen.

In diesem Fall sei wohl zu klären, ob ein Baugebiet für den Investor noch lukrativ wäre, sagte Gruhn.

Warrelmann äußerte angesichts der neuerlichen Erkundungen Kritik: „Das muss man doch alles im Vorfeld abklären.“

Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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