• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Reh mit Schlinge erdrosselt

26.07.2018

Wardenburg Einen entsetzlichen Fund hat – wie sich erst jetzt herausstellte – vor wenigen Wochen ein Anwohner im Marschweg in Wardenburg gemacht. Auf einer Biotop-Wiese entdeckte er ein totes Reh in einer Schlinge aus Draht. Ein paar Tage nach diesem Vorfall war an gleicher Stelle wieder eine Falle aufgebaut. Damit hat er sich jetzt an die NWZ gewandt.

Anwohner erschüttert

Dirk Stahl fand das verendete Tier am 25. Juni, als er mit seinem Hund spazieren ging. Es lag am Rande einer Wiese, die an ein Erdbeerfeld grenzt. Dazwischen ist ein Zaun, doch in einer schmalen Lücke im Zaun war die Todesfalle versteckt. „Wenn da ein Reh durchläuft, hat es die Schlinge um den Hals hängen“, sagt Stahl, entgeistert von dieser Tat. Schließlich habe er den Jagdpächter angerufen, der das Reh abgeholt und die Schlinge entfernt hat. Das Unglaubliche: Nur vier Tage später, am 29. Juni, war wieder eine Schlinge am Zaun befestigt – dieses Mal hatte sich kein Tier darin verfangen.

„Das ist auch eine Gefahr für Hunde“, beklagt sich der besorgte Bürger. „Es kann nicht sein, dass Tiere in einer Schlinge sterben müssen, das darf nicht passieren.“ Er halte weiter die Augen auf, laufe täglich an der Stelle vorbei, um sie zu überprüfen. Bisher sei im Marschweg nichts wieder passiert.

Die Polizei ermittelt

Die Schlingenjagd ist verboten, bestätigt die Polizei. Um den Fall kümmert sich nun Polizeihauptkommissar Andreas Wieting vom Landkreis Oldenburg im Fachbereich Umwelt. Bei ihm landen sowohl Ordnungswidrigkeiten als auch Umweltstraftaten auf dem Schreibtisch.

Er ermittelt nun in zwei Fällen wegen Jagdwilderei. Im ersten Fall, bei dem auch das Reh gestorben sei, komme ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz hinzu: Dies sei eine Straftat und werde mit einer Geldstrafe oder sogar einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren bestraft. Darüber hinaus liege ein besonders schwerer Fall von Jagdwilderei vor, weil die Tat zur Schonzeit geschehen ist, in der die Tiere nicht gejagt werden dürfen.

Das Tier sei leidvoll gestorben, so Wieting. „Die Schlinge war an einer Seite am Zaun befestigt. Wenn dann ein Tier hineinläuft, kriegt es Panik und die Schlinge zieht sich zu. Das hätte auch einen Hund treffen können oder gar spielende Kinder.“

Jetzt werde in alle Richtungen ermittelt. Wo tauchen vielleicht ähnliche Fälle auf? Gibt es Zeugen? Wem ist etwas Ungewöhnliches aufgefallen im Zeitraum um den 25. oder 29. Juni? Sachdienliche Hinweise nimmt Polizeihauptkommissar Andreas Wieting unter Telefon  04431/941156 entgegen. Er weist darauf hin, weiterhin wachsam zu sein.

Das sagt der Hegering

„Das haben wir hier so auch noch nicht erlebt“, ist Jäger Ulf Herreilers von dem Fall tief erschüttert. Er ist zuständiger Jagdpächter und sehr erschrocken über die tot aufgefundene Ricke: „Wenn man sowas sieht, läuft es einem kalt den Nacken runter. Die Ricke ist qualvoll verendet.“ Erschwerend kommt für ihn hinzu, dass sich Ricken aktuell in der Schonzeit befinden, weil sie unter anderem Kitze haben, die wenige Wochen alt sind. „Das Neugeborene ist ohne mütterliche Fürsorge nicht überlebensfähig und wird ebenfalls verendet sein.“ Darüber hinaus könne man mit einer Schlinge nicht beeinflussen, welches Tier hin­eingeht.

Von dem, was im Marschweg passiert ist, wolle er sich im Namen des Hegerings noch einmal klar abgrenzen: „Die Jägerei wird schnell in ein falsches Licht gestellt. Der Hegering hegt und pflegt die Natur und die Tiere. Beim Jagen achten wir auf einen moderaten Eingriff in den Bestand.“ Und das passiere ausschließlich unter der Beachtung des Natur- und Tierschutzgesetzes.

Nina Janssen Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2003
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.